Sa

05

Feb

2011

Toutou, ein Hund sorgt für Gefühlschaos

Starbesetzung am Freitagabend im Theater Bernburg, Toutou, eine Komödie gespielt von Günther Maria Halmer, Michaela May und Ingo Naujoks. Schon lange vor Beginn standen Fans am Eingang, um ein Autogramm zu ergattern. Das Theater bis auf den letzten Platz besetzt, eine Komödie aus dem prallen Leben – ob Sie nun Hunde mögen oder nicht. Eine lustige Beziehungskomödie mit Biss, diese kam an, weil sie aus dem Leben gegriffen schien.

 

Dabei ging es darum, dass Alex vom abendlichen Gassi gehen mit leerer Leine zurück kommt. Toutou ist weg. Und mit ihm alles, was in der Ehe von Alex und Zoé sicher und gefestigt schien. Während die beiden nach Gründen forschen, warum der folgsame und stets fröhliche Hund verschwunden sein könnte – schien er doch bisher immer restlos zufrieden mit seinen Hundekroketten, seinen Knabberknochen aus Plastik und seiner Gummiquietschgiraffe – bahnt sich zwischen ihnen ganz allmählich eine Krise von beziehungsgefährdendem Ausmaß an.

 

Sollte Alex den Mischling (war der eigentlich grau oder golden?) etwa mit Absicht „verloren“ haben? Geht er nicht überhaupt nur wegen der ebenfalls einen Hund besitzenden Nachbarin Abend für Abend mit Toutou runter? Hat Zoé den Vierbeiner vergrämt, als sie ihm ein „Trittchen“ gab und ihn ein Mistvieh nannte, nur weil er an der Orchidee aus Bangladesh das Bein gehoben hat? Oder war er einfach nur scharf auf eine schöne Hündin und zog die Befriedigung seiner Triebe dem Verbleib im Familienrudel vor?

 

In die konfliktgeladene Atmosphäre dieser Überlegungen hinein platzt Pavel, langjähriger Freund des Paares, Nichthundebesitzer und offenkundiger Hundehasser – und schon ist Krach im Dreieck angesagt. In immer neuen Bündnissen, stets zwei gegen einen, kommen nun all die Dinge zur Sprache, die schon immer mal gesagt werden mussten.

 

Immer schneller dreht sich der Strudel aus Beschuldigungen, Verdächtigungen und Beleidigungen, erfasst sogar die Nachbarin und den Sohn im fernen New York und droht schließlich in eine Scheidung und die Aufkündigung einer langen Männerfreundschaft zu münden.

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