Sa

23

Jan

2010

Die Zuschauer riss es von den Sitzen

Von Lutz Altrock: Samstag Abend heizte Ron Williams und die Raelettes samt Band in einer Hommage an Ray Charles das Publikum im Bernburger Theater so richtig ein. Und wirklich: Ron Williams als Ray ist ein absoluter Glücksfall, nicht nur mit seinem Aussehen sondern auch mit seiner Stimme kommt er dem Vorbild unglaublich nahe. Wohl kein Fuß und keine Hand der Zuschauer konnten sich dagegen währen, im Rhythmus des Blues und Soul mitzuschwingen. Eine Musical-Show wie es sich die Bernburger erhofften. Gab es das schon einmal, dass die Zuschauer, die es seit Anfang an kaum auf den Sitzen hielt, mit auf der Bühne tanzten und die Saalbeleuchtung im Rhythmus des Souls pulsierte? Die Zuschauer tanzten und klatschten, Ron Williams am Klavier und der Choreograph Robert Coverton liefen zur Hochform auf und verloren zeitweilig den Bodenkontakt! Es hielt niemanden mehr auf seinem Platz und so war das ganze Theater dem Soul verfallen! Nach über zwei Stunden war die Show vorbei und die Sänger waren sichtlich erschöpft. Ein Abend der sich auf jeden Fall für den Besucher lohnte. Ron Williams ist als Kabarettist, Schauspieler, Radio- und Fernsehmoderator, als Entertainer und Sänger populär. Seine Arbeit in den Medien verbindet er schon seit langem mit seinem Engagement für Toleranz und gegen Rassismus,  Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt. Schon gewusst? Dafür wurde ihm 2004 das Bundesverdienstkreuz verliehen!                        

 

Über Ray Charles: Er brachte dem Globus den weltlichen Soul Raymond Charles Robinson (geboren 1930 in Albany, Georgia, gestorben 2004 in Beverly Hills, Kalifornien) musste mit ansehen , wie sein Bruder ertrank, bevor er im Alter von sieben Jahren am Grünen Star erblindete. Seine Mutter trainierte mit ihm, damit er nicht zu sehr von anderen Menschen abhängig ist, und starb, als Ray Charles 14 Jahre alt war. Ray Charles musste nun seinen Lebensunterhalt selbst verdienen und begann als Musiker zu arbeiten. 1954 entstand bei einer Zugabe der Song „What’d I Say“, der sich an Schwarze und Weiße gleichermaßen gut verkaufte. In dieser Zeit als die Rassentrennung noch eine Tatsache war, sang ein schwarzer Musiker auf seine Art die Musik der Weißen. Mit „I Can’t Stop Loving You“ schafft Ray den absoluten Durchbruch bei allen ethnischen Gruppen. In den achtziger Jahren wurde sein Hit „Georgia On My Mind“ zur Nationalhymne des Bundesstaates Georgia erklärt, und Ray Charles erhielt den „Grammy Life Time Music Award“.  Noch im neuen Jahrhundert ging „The Genius of Soul“ auf Tournee, bis ihm 2003 ein Leberleiden diagnostiziert wurde, dem er 2004 erlag. Ihm zu Ehren fand im Staples Center in Los Angeles ein Tribute-Konzert vor 8000 geladenen Gästen statt.     

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