Sa

19

Feb

2011

Das Testament des Hundes- Theater Jüterbog

Eine kleine Stadt in der brasilianischen Provinz Pernambuco. João Grilo und Chicó diskutieren, ob Padre João, der Gemeindepriester, das todkranke Hündchen der Bäckersfrau segnen wird, so wie diese es gerne hätte. Als sie ihn darauf ansprechen, reagiert er zuerst ablehnend.

Schließlich stimmt er jedoch zu, als Grilo ihm vorschwindelt, der betreffende Hund gehöre einem einflussreichen Großgrundbesitzer. Der Bäcker und seine Frau stoßen zu ihnen, doch noch während sie den Priester zu überreden versuchen, bemerkt der Küster, dass der Hund inzwischen gestorben ist. Weinend verlangt die Frau, dass das Tier eine ordentliche Bestattung erhalte. Darauf lassen sich der Priester und der Küster jedoch erst ein, als Grilo ihnen die (ebenfalls erfundene) Geschichte erzählt, der Hund habe ein Testament hinterlassen, in dem er beide Kirchenmänner mit einer hübschen Summe bedenke.

 

Gottes Richtspruch über einen Höllenbraten. Eingreifen der Gottesmutter im Augenblick höchster Gefahr. Triumph der Barmherzigkeit! Das Spiel vom Mitleid! Der Verfasser, der dieses Stück schrieb, um die weltliche Gesinnung seiner Kirche anzuprangern, behält sich vor, in der Gestalt des Hanswursts aufzutreten. Er will damit sagen, besser als alle anderen weiß er selbst, dass auch seine Seele nur ein Bettelsack der Torheit und Verstellung ist. Er hat kein Recht diesen Stoff zu behandeln, aber er wagt es trotzdem, weil er glaubt, dass dieses Volk, das leidet, ein unverdorbenes Volk ist, das unser Vertrauen verdient. Eine hochmoralische Geschichte! Ein Mahnruf der Barmherzigkeit!    

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