Mo

23

Mai

2011

Protest gegen Abwertung der Saale

Mukrena, 23. Mai - Protest gegen die Kategorisierung der Wasserstraße „Saale“ als Restwasserstraße. Mit einem offenen Brief an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Herrn Ramsauer machen sich die Eigner von Werften und Reedereien in der Region Luft. Und dazu gibt es Grund genug, denn die Saale soll als Restwasserstraße eingestuft werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

lt. Berichten aus Zeitschriften z.B. Binnenschifffahrt und Funk/TV haben wir erfahren, dass die Wasserstraße Saale als Restwasserstraße eingestuft werden soll.

 

Wir sind Betreiber bzw. Eigner von Firmen wie Werften, Marinas, Reedereien, Sportbooten auf und an dem Fluss Saale. Die unsererseits getätigten Investitionen und die damit stark verbunden die Schaffung und Sicherung von vielen Arbeitsplätzen, basierten auf der Grundlage der bisherigen Nutzung als Bundeswasserstraße (Schleusenmodernisierung, Ausbau Hafen Halle usw.) sowie den geplanten Bau vom Seitenkanal.

 

Die Folgen einer Einstufung der Saale als Restwasserstraße wären für uns der Entzug der Existenzgrundlage. Die Aufgaben welche bei der Restwasserstraße nicht mehr wahrgenommen werden sollen sind: Ausbau, Optimierung, verkehrsbezogene Unterhaltung, verkehrsbezogener Betrieb.

 

Bei einer Stilllegung der Schleusen wäre kein durchgängiger Schiffsverkehr mehr möglich und somit auch die Anbindung zum europäischen Wasserstraßennetz nicht mehr gegeben. Damit ist das befahren der Saale mit Fahrgastschiffen, Berufsschiffen sowie auch Sportbooten nicht mehr möglich. Die geschaffenen sowie die bisher gesicherten Arbeitsplätze bei Reedereien, Werften, Marinas würden dann wegfallen, da kein Schiff den Fluss, mit langjähriger Schiffergeschichte, befahren könnte.

        

Durch den Wegfall der Unterhaltungsarbeiten würde das Flussbett stark versanden und sich in die, mangels fehlender Unterhaltung, immer desolateren Ufer einschneiden.

Dieser seitliche Abtrag (Seitenerosion) kann in bestimmten Bereichen zu starken Schäden an den Deichanlagen führen. Die Versandung bzw. Verschlammung des Flusses behindert bei Hochwasser enorm den Wasserabfluss (Durchflussmenge), so dass wir mit noch höheren Wasserständen bei Hochwasser rechnen müssen. Sollten im Hochwasserfall dann die Deichanlagen, Ufer und Flussbett als Gesamteinheit nicht intakt sein, ist mit sehr großen Schäden sowie der Gefährdung von Leib und Leben für die Anwohner am Fluss zurechnen z.B. Mulde 2006.

 

Viele große Industriefirmen haben sich an der Saale angesiedelt bzw. siedeln sich noch an, um umweltfreundliche, energiesparende Transporte auf dem Fluss durchführen zu können. Dafür muss natürlich der Fluss hergerichtet werden, da z.B. auf einem Feldweg auch kein LKW fahren kann, dieser fährt erst wenn eine dafür ausreichende Straße vorhanden ist. Auf den Fluss Saale bezogen bedeutet das, dass auf einer Strecke von 70 km die Wasserstraße durch die Stauregelung für das Europaschiff ausgebaut wurde und man schon von einer „Bundesstraße“ sprechen kann. Einzig die Anbindung an die internationale Wasserstraße Elbe entspricht über eine Strecke von 20 km dem Standard eines „Feldweges“. Der geplante Saaleseitenkanal soll dieses Übel beseitigen und damit die Saale vollwertig an das europäische Wasserstraßennetz anschließen.

 

Zitat (Quelle www.Saaleverein.de) „Die an der Saale ansässigen Unternehmen geben an, dass sich ca. 25% ihres Gesamttransportpotenzials für die Binnenschifffahrt eignet. Insgesamt umfasst dies ein Potenzial für die künftige Saaleschifffahrt von 2,2 Millionen Tonnen. Damit können über 89 000 LKW-Fahrten eingespart werden.“

 

Unterschriften können bei der Freizeit GmbH, Maritimer Club Wasserwandern usw. abgegeben werden!

Lesen Sie dazu folgenden Artikel von 2009

MZ Artikel von Samstag, 17. Oktober 2009, 17:56 Uhr

Hoffnung ruht auf Schwarz-Gelb

Landesverkehrsminister und Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt in der Werft Mukrena

mz-web.de, 15.10.09, VON PAUL SPENGLER

 

ALSLEBEN/MUKRENA/MZ. Die Regierungskoalition auf Bundesebene zwischen CDU und FDP weckt beim Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) die Hoffnung, dass im nächsten Jahr der Ausbau der Saale zwischen Calbe und Elbmündung einen wichtigen Schritt vorankommen wird.

 

Bei einem gemeinsamen Treffen mit Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) auf der Werft in Mukrena wurde am Mittwoch die gemeinsame Erwartung formuliert, dass 2010 mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen werden kann. Vor einem Jahr wurde das Raumordnungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen.

"Mit Schwarz-Gelb wird das schneller vonstatten gehen", erklärte VHdS-Präsident Manfred Sprinzek. Zu dem Treffen waren mit Thomas Müller (Solvay), Markus Cieslik (esco) und Marian Haft (Emissionsbeauftragter der Firma Schwenk-Zement) auch Vertreter der Bernburger Großbetriebe eingeladen. Diese würden von dem 7,5 Kilometer langen Schleusenkanal Tornitz neben Betrieben im Großraum Halle den größten Nutzen von dem geplanten Schleusenkanal bei Tornitz ziehen.

Der Verband zur Hebung der Saaleschifffahrt geht von einer Jahresleistung von 2,2 Millionen Tonnen aus, mit denen Transporte von Straße oder Schiene wirtschaftlich sinnvoll auf das Wasser verlagert werden könnten. Ein möglicher Nutznießer wäre beispielsweise das neue Heizkraftwerk in Bernburg. Wie der Bernburger Solvay-Chef Thomas Müller erklärte, könnte täglich die Fracht von 140 Lkw mit Ersatzbrennstoffen über die Wasserstraße ersetzt werden.

VHdS-Präsident Sprinzek hatte die Werft Mukrena für diesen Termin gezielt ausgesucht. "Wir wollen vor allem dokumentieren, dass auch die mittelständische Wirtschaft vom fehlenden Ausbau betroffen ist", sagte Sprinzek. Werftbetreiber Bernd Fischer erläuterte, dass er sich an vielen Ausschreibungen gar nicht beteiligen kann, weil durch den unsicheren Wasserstand der Saale nicht klar ist, ob er Lieferfristen am Ende auch einhalten kann. "Da kann ich mich nicht auf das Glatteis wagen", sagte Fischer angesichts drohender Vertragsstrafen. In dem Betrieb sind zwölf Mitarbeiter und drei Lehrlinge beschäftigt.

Marian Haft von Schwenk-Zement berichtete, dass vor kurzem ein Versuch gescheitert sei, 800 Tonnen Hüttensand, der als Zementzuschlagstoff gebraucht wird, von Salzgitter aus über die Saale zu verschiffen. Das Schiff sei am Trabitzer Felsen hängen geblieben.

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Kommentare: 10

  • #1

    Völkner (Dienstag, 24 Mai 2011 11:42)

    Die Bahn, die Post, Atommonopol, Energieversorgung, Mineralölindustrie - nun auch noch die Wasserstraßen privatisieren.
    Wann werden wir eine Regierung haben, die sich um das Wohl ihrer Bevölkerung kümmert ???

  • #2

    Stadtrat Halle (Freitag, 27 Mai 2011 10:47)

    Beschlussvorschlag: Der Stadtrat der Stadt Halle wendet sich gegen die Einstufung der Saale als Restwasserstraße. Er fordert die Landes- und Bundesregierung auf, die Planungen zum Bau des Saaleseitenkanals fortzusetzen und baldmöglichst mit der Errichtung zu beginnen.

  • #3

    Ronny (Freitag, 27 Mai 2011 12:45)

    Schwenk, Solvay, K&S u.v.m ...
    würden den Saalekanal nutzen, wenn er denn endlich gebaut wird.
    Aber die dummen grünen haben ihn bisher verhindert, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
    Ein Schiff fährt locker mal 600Tonnen mit einmal weg, wieviel LKWs brauchen wir für diese Menge?
    Die unsere Innenstadt verschmutzen, Straßen kaputt fahren usw usw...
    Da kann man sich einfach nur drüber aufregen, der Kanal soll 100 Mios kosten...
    Lächerlich die Summe, wenn man bedenkt was Straßenaufbau sowie die Unterhaltung kostet...
    Bernburg sowie Halle etc, diese Städte brauchen einen guten Wassertransportweg um auf dauer ihre Aufträge beweltigen zu können.
    Und die alte Saale, so wie sie jetzt ist, bleibt doch ganz genau so erhalten, wann versteht das endlich dieser komische Herr Dörfler sowie seine Grüne anhängerschaft...

  • #4

    hartili (Freitag, 27 Mai 2011 17:30)

    Ich finde die Saale ohne Transportschiffe und weitere Ausbauten sehr schön. Man muss nicht alles immer nur aus wirtschaftlichen Gesichtsgründen betrachten. Die Saale ist so wie sie ist einfach schön und ich hoffe das bleibt auch so.

  • #5

    thomas (Freitag, 27 Mai 2011 19:03)

    @ hartili
    so sehe ich das auch
    wenn die Wirtschaft das unbedingt braucht, wie wäre es mit Eigeninitiative und nicht immer auf Kosten vom Steuerzahler.
    Ich bin mir sicher,nicht ein LKW weniger hätten wir hier.

  • #6

    Ronny (Montag, 30 Mai 2011 15:24)

    Lieber Hartili
    Die Saale bleibt genauso wie sie jetzt ist, die Saale an wird kein cm verändert. Sie fließt genauso dort weiter wie bisher!
    @ Thomas - Da geb ich dir Recht, die Wirtschaft könnte sich wirklich daran beteiligen, aber sollte der kanal gebaut werden, dann muss die Wirtschaft ja für den Transport Zahlen, also kommt das geld auf langer sicht gesehen wieder rein.
    grüße

  • #7

    Volkmar (Donnerstag, 02 Juni 2011 09:44)

    @thomas, jedes Schiff muß jede Schleusung und jeden gefahrenen Kilometer zahlen. Auf Flüssen gibt es so was Ähnliches wie eine Maut. Der Schiffseigner stellt dies seinen Kunden in Rechnung. Aber wenn so wie bisher kein Schiff fahren kann, kommt das Geld nicht wieder rein. Sobald aber die Saale durchgängig befahrbar ist, kommt auch Geld in die Kasse.

  • #8

    DerGardeOffizier (Dienstag, 07 Juni 2011 01:23)

    @Ronny
    Bist wohl der Pressesprecher der Lobby?
    Natur VOR wirtschaftliche Interessen.

    Solvay baut eine Müllverbrennungsanlage IN einer Stadt, EAB produziert Strom für Solvay, Abwärme wird an die bernburger Bürger als Fernwärme verkauft. Solvay gewinnt immer. Wir brauchen ja dringend Arbeitsplätze, soviele Arbeitsplätze.

  • #9

    hartili (Dienstag, 28 Juni 2011 13:04)

    (Montag, 23 Mai 2011 17:24) Das ist ein gute Sache, wir brauchen keinen Lastschiffverkehr auf unserer Saale. Wir müssen auch mal an unsere Umwelt denken. Der Schiffsverkehr ist so gering auf der Saale und es wäre schön wenn das so bleibt. Viele werden das wieder aus wirtschaftlichen Gesichtsgründen sehen aber das kann nicht immer im Fordergrund stehen.

  • #10

    Ronny (Samstag, 02 Juli 2011 11:01)

    Der Kanal kommt so oder so (-:
    Nein ich bin kein Pressespreche, bin Beruflich sogar in einer ganz anderen Branche. Aber da mein Opa schon Schiffer auf der Saale war, beschäftige ich mich gern mit dem Thema. Und wenn man beide Seiten wirklich mal richtig vergleicht, dann weiss man auch das der Kanal was bringt.
    Von daher, freuen wir uns einfach auf den Spatenstich.
    Mfg

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