Di

28

Jun

2011

Hochschulstadt Bernburg

Gestern Abend trafen sich Vertreter aus Wirtschaft und Politik, der Presse sowie der Fachhochschule Anhalt zu einer offenen Gesprächsrunde im Maximus Bernburg. Dabei ging es um die bessere Integration von Studenten des Hochschulstandortes Bernburg / Strenzfeld in das Leben der Stadt Bernburg. Der  

Hochschulstandort Bernburg birgt Chancen für Bernburg, die kaum eine andere Stadt besitzt. Es ist wohl einmalig in Deutschland, dass eine Stadt einen 10-prozentigen Anteil an Studenten aufweist. Das riesige Potenzial welches in Bernburg schlummert, muss auf kommunaler Ebene besser ausgebaut werden. Vielleicht muss der Campus mit seinen Studenten ein Stück näher in die Innenstadt gebracht werden. Auch wenn im alten Rathaus auf dem Alten Markt 3 Studiengänge absolviert werden, so ist am Saaleufer Schluss. Diskutiert wurden Themen, wie die ca. 2.800 Studenten von Anfang an mit dieser Stadt verbunden werden können. Momentan sind rund 45% der studierenden Tagespendler. Bernburg ist eine Hochschulstadt, eine Stadt, die es verstehen muss, die Kommunikation zwischen hiesigen Unternehmen, Studenten, Bürgern und der Verwaltung herzustellen. Willkommenspakete für Studenten könnten Anreize schaffen, die Stadt mit all ihren Facetten kennen zu lernen. Unternehmen könnten bei den Neuankömmlingen durch verschiedene Aktionen unterstützend tätig werden. Studenten, die den Wohnsitz in Bernburg anmelden, könnten eine Willkommensprämie inkl. eines Nahverkehrsticket erhalten, um durch eine Verbesserung der Verkehrsanbindung die Stadt kennen zulernen. Jedoch ist es wichtiger, so der Tenor des Abends, die Studierenden während der Studienzeit an die Stadt zu binden. Das könnten beispielsweise Praktikumsplätze sein, verschiedene gemeinsame Projekte von Studenten und Bürgern. Ein Konzept wird so am 10. Juli im ehemaligen Cafe Wien vorgestellt. Alle Interessenten sind zu einer Begehung in das Gebäude um 10 Uhr eingeladen. Es sind gute Ideen gefordert, um junge Leute in die Innenstadt zu bringen. Durch eine Zukunftswerkstatt könnten Studenten an der Stadtentwicklung beitragen. Wir müssen es schaffen, den Studenten die Liebe zur Stadt auf den zweiten Blick zu ermöglichen. Durch die Bindung mittels verschiedener Projekte und arbeiten in ortsansässigen Firmen könnte eine junge dynamische Stadt entstehen. Doch dazu muss erst einmal eine Möglichkeit geschaffen werden, miteinander zu kommunizieren und konkrete Vorstellungen zu diskutieren.

 

Diskutieren Sie mit, soll Bernburg nach außen mit dem Slogan: Hochschulstadt Bernburg“ werben? Sagen Sie Ihre Meinung!


 

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Kommentare: 6

  • #1

    Anja Skonieczny (Dienstag, 28 Juni 2011 17:42)

    Ich halte es für eine interessante Idee dem Ortsschild diese Zusatzbezeichnung zu verleihen- sofern es die Straßenverkehrsordnung denn zulässt. In der Praxis gibt es bis dato zahlreiche Beispiele, wonach die Schilder mit dem Vorwurf unzulässiger Werbung wieder demontiert werden mussten. Für einen kleinen Schritt in Richtung studentische Integration könnte es eine förderliche, symbolische Geste sein! Auch andere Zielgruppen, wie Unternehmen und Bürger, sollten davon positiv angesprochen werden, denn Wissen, Bildung und Forschung sind wichtige Faktoren, wenn es um das Bestehen und die Weiterentwicklung von Städten in Zeiten wachsender Konkurrenz geht- und davon profitieren denke ich alle...

  • #2

    bunny (Dienstag, 28 Juni 2011 21:16)

    Auf Orstschildern ist nur die Gemeinde- bzw. Kreiszugehörigkeit erlaubt und mehr nicht. Ansonsten - was soll diese Idee bringen? "Hochschulstadt" bringt Bernburg keinen Gewinn. Studenten entscheiden nach der Hochschule und nicht nach der Stadt. Einen Marketingeffekt für Bernburg hätte das nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass man sich auf eine Sache konzentrieren muss (Bsp. Otto-Stadt Magdeburg) und da hat Bernburg mehr "Werbendes" zu bieten, als die Hochschule. "Die Perle Anhalts" oder sowas würde sicher mehr Neugier wecken und gleichzeitig auf die tolle Region rund um das Schloss lenken.

  • #3

    Student (Dienstag, 28 Juni 2011 22:28)

    Ich glaube es geht in diesem Diskurs eher darum, wie man die Studenten in die City locken kann!

    Schaut man sich die Bevölkerungsstruktur bzgl.des Alters der Stadt Bernburg an, wird man schnell feststellen, dass 10% der gesamten Einwohnerzahl, sprich die Studentenschaft, sich in einer Angebotsmarktlücke befinden.

    1.400 junge Menschen sind wohnhaft in Bernburg.
    Jedoch wird ihnen nichts geboten. Ausnahme: Campus Strenzfeld. Allerdings werden
    dort um 20 Uhr auch die Gehwege hochgeklappt.

    Résumé:

    Angebot fehlt, Nachfrage vorhanden.

    UND..., angehende Studenten entscheiden sich nicht nur für eine Falkultät, sondern auch für ein Studentenleben außerhalb des Hörsaals. Dies fällt in der Saalestadt sehr mager aus.

  • #4

    Helmut Z. (Dienstag, 28 Juni 2011 22:56)

    Genau das ist das Problem, die jungen Menschen sollen in die Stadt kommen und sich wohl fühlen können. Jedoch sind hier konkrete Vorschläge und Vorstellungen gefragt. Bisher gab es keine Schnittstelle oder Kommunikationsplattform zwischen Einwohnern, Studenten oder der Stadt. Mit diesem Internetportal könnte dies Geschichte sein. Jedoch müssen die Studenten auch mal sagen, was fehlt, nicht nur immer alles verallgemeinern. Bernburg hat Chancen, also ist die Kommunikation das wichtigste Instrument, sonst kann sich nichts ändern. Also welche Angebote fehlen konkret?

  • #5

    Anja Skonieczny (Mittwoch, 29 Juni 2011)

    Kommunikation ist das Stichwort! Ohne zu wissen was die beredete Zielgruppe denn für Vorstellungen hat, macht es sicher wenig Sinn über Veränderungen nachzudenken. Neben den Wünschen und Bedürfnissen des "Studenten" spielt dabei natürlich der aus den Entwicklungen resultierende Nutzen für Stadt und Hochschule eine wichtige Rolle. Ich schreibe zu diesem Thema momentan meine Masterthesis und bin über Anregungen und Meinungen zu diesem Thema, auch über dieses Forum hinaus, sehr dankbar!

  • #6

    Olaf Böhlk (Freitag, 08 Juli 2011 08:32)

    Die demographischen Probleme werden für Bernburg in Zukunft größer. Der Fachkräftemangel könnte sich für die Wirtschaft als eklatanter Standortnachteil erweisen. Dies betrifft vor allem den Mittelstand, der nicht einfach Auszubildende im Konzern von einem Standort zum anderen umschichten kann. In diesem Zusammenhang bildet die Hochschule Anhalt eine konkrete Zukunftsperspektive. Im Moment sind Studenten in Bernburg, falls ein eigener PKW vorhanden ist, nicht auf die Stadt angewiesen. Der Aufenthalt in Bernburg stellt ja nur eine kurze Episode ihrer Ausbildung dar. Anders sieht es mit dem Interesse der Bernburger an den Studenten aus, denn die sind durchaus handfester, weil wirtschaftlicher Natur! Hiermit wird auch klar, wer sich etwas einfallen lassen muss.
    Eine einfache Umfrage nach dem Motto „was wollen die Studenten“ ist hier nur wenig zielführend. Es geht um die zukünftige Entwicklung unserer Stadt. Auch die Studenten sind im Moment nicht in das kulturelle und gesellschaftliche Leben Bernburgs eingebunden. Eine Umfrage kann nur diesen Istzustand abbilden. Keiner wird freiwiilig fordern, mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen. Dieser Sachverhalt ist wichtig, wenn es um die Diskussion der Gestaltung der Zukunft unserer Stadt geht. Hier braucht es zunächst Visionen, welche viele Menschen zum gemeinsamen Handeln motivieren können. Dann können Umfragen zeigen, was die Menschen (und auch die Studenten) von diesen Visionen halten und ob sie an deren Umsetzung mitwirken möchten.

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