Di

26

Jul

2011

Schifffahrt auf der Saale gefährdet

MS Oberon läuft auf Restwasserstrasse Saale den Hafen Halle an. Ein Europaschiff  der Rhenus Partner Ship GmbH & Co.KG läuft am 29.06.2011 mit einer Gasturbine der MTU Friedrichshafen GmbH von Plochingen kommend den Hafen Halle an. Das Motorschiff  MS

Oberon mit  einer Länge von 80 m und 9 m Breite hat eine Ladefähigkeit von 1120 t und ist  vom Schifftyp ein sogenanntes Europaschiff, die auf europäischen Schifffahrtswegen verkehren können. Die Oberon hat  mit der Gasturbine an Bord eine lange Reise hinter sich. Die Fahrt begann im Hafen Plochingen am Neckar und führte über den Rhein bis Duisburg in den Rhein-Herne-Kanal, bei Dortmund in den Dortmund-Ems-Kanal und dann in den Mittellandkanal. Nach 320 km im Kanal in  Magdeburg auf die Elbe, über die Elbstrecke 5 in die Saale bis Halle (Saale). Das sind ca. 1000 km Schiffsweg.

Das Schiff passierte gestern Abend die Schleuse in Bernburg.

Für uns sehr spannend war natürlich die Schifffahrt auf Elbe und Saale. Behauptet doch Herr Dörfler vom BUND permanent, dass der Elbe-Saale-Kanal sinnlos ist, da die Schiffe auf der Elbe nicht weiterkommen.
In der Volksstimme vom 22. Juni  Herr Dörfler dazu: „Die Schifffahrt braucht dagegen möglichst konstante Fahrbedingungen und ausreichend Tiefe. Das hat die Elbe - durch sie müssen die Schiffe fahren, wenn sie von der Saale kommen - nicht zu bieten und sie ist daher für einen wirtschaftlichen Massenguttransport denkbar ungeeignet, ein fahrplanmäßiger Verkehr ist nicht möglich." Auf Nachfrage bei dem Kapitän der MS Oberon Herrn Hoffmann: Die Elbstrecke 5 sind wir ganz locker durchgekommen, „wir hatten eine Tauchtiefe von 1,91m“. Das sind immerhin  bei diesem Niedrigwasser mehr als die für die  Elbe vom Wasser- und Schifffahrtsamt zu sichernde Fahrrinnentiefe von 1,60m. In der Saale wurde es schwieriger und bei Trabitz hatte Kapitän Hoffmann einen sehr kritischen Punkt zu überwinden. Bei einer Tauchtiefe von 1,41 m wäre sein Schiff beinahe stehengeblieben und ist sogar kurz aufgesetzt, sodass ein Schaden zu befürchten war.
Seit Jahren fand im Hafen Halle kein Binnenschiffsumschlag mehr statt. Ausgerechnet zum Zeitpunkt der öffentliche Anhörung zur Neuordnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages nun ein Schiffstransport auf der als Restwasserstraße  eingestuften Saale.


Um diese Einstufung geht es bei der Anhörung im Bundestag. Der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V.  hat sich mit einer Stellungnahme zur vorgeschlagenen Neustrukturierung der Bundeswasserstraßen an die Abgeordneten des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundstages gewendet. Die derzeitige Bewertung der Wasserstrassen nur nach der  Tonnage dürfe nicht alleiniges Kriterium bleiben und müsse durch  weitere belastbare Bewertungsfaktoren ergänzt werden. Die Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer Anfang Mai diesen Jahres hat mit einstimmigem Beschluss das Klassifizierungskonzept in dieser Form abgelehnt und forderte ein Festhalten an der Kosten-Nutzen Methode. Der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung setzten sich bisher mit den Bundesverkehrswegeplänen 1992 und 2003 für die Vollendung des Saaleausbaus ein, zuletzt mit dem im vordringlichen Bedarf eingestuften „Schleusenkanal Tornitz“(heute „Saale-Seitenkanal“ bzw. „Elbe-Saale-Kanal")


Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Saale wegen des Ausbaus in den 30-er Jahren und den  überwiegend guten Bedingungen für die Schifffahrt im Bereich zwischen Calbe (km 20,0) und Halle (km 88,0) als Bundeswasserstrasse eingeordnet. Um sie vollständig für die Schifffahrt und als Bundeswasserstrasse herzurichten wurde die  notwendige sechste Staustufe bei Klein Rosenburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 1992  aufgenommen.  Auf dieser Grundlage wurde der Hafen Halle mit Fördermitteln der Europäischen Union in Höhe von 30 Mio. € ausgebaut. Die 5 vorhandenen Staustufen der Bundeswasserstrasse wurden sukzessive instandgesetzt und modernisiert, bis zur Fernsteuerung aller 5 Schleusen von der Leitzentrale in Bernburg im letzten Jahr für 1,8 Mio. €. Alle fünf Schleusen haben durch Instandhaltung und Modernisierung einen Wiederbeschaffungswert von 500 Mio. €. Als Bundeswasserstraße wird die Saale zur Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs und im Interesse wasserwirtschaftliche Ziele wie den Hochwasserschutz jährlich mit rund 9 Mio. Euro unterhalten.

 

Die investierten Mittel in die 5 vorhandenen Schleusen, in den Hafen Halle und die jährlichen Unterhaltungskosten werden erst entsprechend ihres Verwendungszwecks nutzbar, wenn die Saale wirklich als Bundeswasserstrasse für die Binnenschifffahrt  fungiert. Die dazu noch notwendigen Mittel von lediglich noch ca. 100 Mio. € sind deshalb der Schlüssel für Aktivierung der bereits investierten Mittel von über 500 Mio. € und sind nicht für eine Bundeswasserstasse ohne Schifffahrt ausgegeben oder gar verschwendet.


Mit der Saaleanpassung wird eine Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland  ermöglicht. Hier ansässige Unternehmen können durch die Nutzung von umweltfreundlichen Schiffstransporten ihre Kosten senken und so die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte besser sichern. Der Hafen Halle wird endlich an das europäische Wasserstraßennetz angeschlossen und seine erfolgreiche Entwicklung trimodal fortsetzen.

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Kommentare: 7

  • #1

    Bund der Steuerzahler (Dienstag, 28 Juni 2011 13:19)

    10. Schleusenkanal "Tornitz ohne Wehr" - über 30 Millionen Euro Verlust

    Magdeburg/Halle. Bei einer dreistelligen Millionenausgabe fängt offensichtlich im milliardenschweren Bundesverkehrshaushalt das Abwägen zwischen Aufwand und Nutzen noch nicht an. Wohl eher unter die Rubrik „Kleinigkeiten“ scheinen dort 100 Mio. Euro zu fallen. So viel nämlich soll der geplante Bau des 7,5 km langen „Schleusenkanals Tornitz ohne Wehr“, auch bekannt als Saale-Seitenkanal, mittlerweile kosten. Damit soll die Saale von Halle bis zur Elbemündung ganzjährig für Schiffe mit einer Lademenge von mehr als 1.000 Tonnen ertüchtigt werden, um die angeblich stark anwachsenden Verkehrsströme zu bewältigen. Dass diese Schiffe dann aber auf der Elbe gar nicht ganzjährig weiterkommen, weil die nötige Wassertiefe fehlt, wird einfach ausgeblendet. Die Saale ist auch heute schon für den Fracht- und Schiffsverkehr nutzbar. Bis weit in die neunziger Jahre gab es ihn auch. Doch seit 2006 läuft überhaupt kein Frachtverkehr mehr, sind Transportkapazitäten auf der Saale und weiter über die Elbe kaum noch gefragt. Trotzdem hat es dieses Kanalbauprojekt geschafft, als Vorhaben in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen zu werden. Nun mahlen die Mühlen weiter, allen warnenden wirtschaftlichen und umweltpolitischen Argumenten zum Trotz. Das Land Sachsen-Anhalt hat das Raumordnungsverfahren eröffnet, und regionale Lobbyisten sagen traumhafte Transportaufkommen voraus. Dass eine gut schiffbare Saale nichts nützt, wenn die Elbe zu wenig Wasser führt, sei schließlich kein Problem. Auch ein Gutachten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das die Unwirtschaftlichkeit des Bauvorhabens nachweist, lässt die einmal angelaufene Planungsbürokratie nicht innehalten. So besteht jetzt nach dem übereilten Ausbau des defizitären Saale-Hafens Halle die „Chance“, weitere öffentliche Gelder in noch größerem Umfang zum Fenster hinauszuwerfen. In den Ausbau des Saale-Hafens Halle sind nämlich seit 1996 mehr als 30 Mio. Euro öffentliche Mittel mit dem Ziel verbaut worden, ihn für Massengüter zu nutzen, die per Schiff von der Saale über die Elbe gebracht werden. Doch das Schiff-Transportaufkommen ist stetig gesunken, und seit über drei Jahren hat der Hafen Halle kein Frachtschiff mehr gesehen. Der Landesrechnungshof stellte fest, dass der Hafen allein zwischen 2002 und 2004 über 1,7 Mio. Euro Verluste erwirtschaftet hat. Das Gelände im und um den Hafen Halle hat sich zu einem florierenden Güterverkehrszentrum für Straße und Schiene entwickelt. Schiffe kommen dabei nicht vor, Ausbau und Betrieb des Hafens Halle sind also eine einzige Steuergeldverschwendung. Die Gefahr, dass sich der „Schleusenkanal Tornitz ohne Wehr“ ebenfalls dazu entwickelt, wenn Bund und Land weiter daran festhalten, ist groß. Es ist weder ein ernsthafter wirtschaftlicher Bedarf an Transportkapazitäten zu erkennen, noch könnte dieser Kanal jemals seiner Funktion voll gerecht werden, so lange die Elbe nicht ausgebaut wird. Und das ist nicht vorgesehen.

  • #2

    Nicki (Dienstag, 28 Juni 2011)

    In Bernburg "muss" die Wirtschaft im Fordergrund stehen.
    Unsere Umwelt ist natürlich auch von enormer Bedeutung, jedoch ist meiner Ansicht nach die Schifffahrt wesentlich umweltfreundlicher als hunderte von LKW´S, die für Lärm, CO2 und teils chaotische Verhältnisse in der Innenstadt sorgen.

  • #3

    hartili (Dienstag, 28 Juni 2011 13:20)

    Das ist ein gute Sache, wir brauchen keinen Lastschiffverkehr auf unserer Saale. Wir müssen auch mal an unsere Umwelt denken.
    Der Schiffsverkehr ist so gering auf der Saale und es wäre schön wenn das so bleibt. Viele werden das wieder aus wirtschaftlichen Gesichtsgründen sehen aber das kann nicht immer im Fordergrund stehen.

  • #4

    Ronny (Samstag, 02 Juli 2011 10:55)

    hartili
    Was für ein scheixx text, oh man..

    Bist bestimmt schon Rentner und musst nicht zusehen wie du die nächsten Jahre noch mitn arsch an die wand kommst wa..
    Wieso müssen wir an unsere Umwelt denken? Die Saale bleibt GENAUSO erhalten wie sie derzeit ist, verstehst du das?
    Mfg

  • #5

    hartili (Montag, 18 Juli 2011 14:16)

    Ronny
    Was hast du denn für Probleme, logisch bleibt die Saale so wie sie ist, es würden nur mehr Schiffe darauf fahren, verstehst duuuuu das ???
    Das du für die Umwelt nichts überhast glaube ich dir gern. Was dein Arsch damit zu tun hat verstehst du wahrscheinlich nur selber. Ich verdiene auch ohne die Saale mein Geld. Ist für dich bestimmt ein riesen Problem.

  • #6

    Restwasser (Donnerstag, 28 Juli 2011 09:39)

    Es geht nicht mehr allein um den Kanal und die Schifffahrt! Restwasserstraße lt. BMVBS - Aufgabe der Verkehrsfunktion (Entwidmung) - Dauerhaft Stillegung von Anlagen, Staulegung, möglichst Renaturierung!
    Wer kümmert sich dann um den Fluss (Hochwasserschäden Versandung usw.)? Es bleibt nichts wie es ist! (lt. Unterlagen vom Bundesvekehrsministerium) Die Saale wird der Rest wofür kein Geld mehr über ist.

  • #7

    Lutz (Freitag, 29 Juli 2011 13:14)

    Man sollte mal nachdenken durch wen und wrum haben wirsoviele
    Naturgebiete um der Saale.Die sind entstaneden aufgrund der Umwandlung des Flusses.Die Gegner müssen wissen was sie wollen.Den LKW Verkehr von den Strassen holen.Dieser wird sich noch erhöhen.Oder mehr Fracht auf Schiffe legen,was Wirtschaftlicher ist.

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