Am 13. August wird mit mehreren Gedenkveranstaltungen an den Beginn des Baus der Berliner Mauer und der vollständigen Schließung der innerdeutschen Grenze vor 50 Jahren erinnert. Damit soll insbesondere auch an die Opfer der deutschen Teilung gedacht werden. Das Innenministerium hat aus diesem Grund für den 13. August Trauerbeflaggung an den Dienstgebäuden des Landes angeordnet.
Ministerpräsident Haseloff: Mauerbau unterstrich den Unrechtscharakter der DDR. Anlässlich des Berliner Mauerbaus vor 50 Jahren erklärte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff heute in Magdeburg: „Der Mauerbau unterstrich den Unrechtscharakter der DDR. Die DDR verweigerte ihren Bürgerinnen und Bürgern grundlegende Freiheitsrechte. Menschenrechtsverletzungen, Schießbefehl und Minenfelder gehörten auch zur Wirklichkeit der DDR. Die Mauer hat Leben vernichtet und Lebensentwürfe zerstört. Das darf nicht vergessen werden. Es gibt auch eine moralische Zeitzeugenschaft.“ „Ohne Mauer und Grenzregime hätte die DDR keine 40 Jahre überlebt. Menschen brauchen nicht ein bisschen, sondern volle Freiheit, sie brauchen nicht ein bisschen Spielraum, sondern tatsächliche Entfaltungsmöglichkeiten, sie wollen nicht ein wenig Meinungsfreiheit, sondern wirkliche Mitspracherechte und nicht ein wenig, sondern gleichberechtigte politische Teilhabe. Eine offene, am Wohl des Einzelnen orientierte Gesellschaft kann nur eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft sein“, betonte Haseloff. Ausdrücklich sprach sich der Ministerpräsident gegen eine Schlussstrichmentalität aus: „Keine Gesellschaft und kein Staat können ohne Gedächtnis und Erinnerung leben. Die Berliner Mauer ist keine abstrakte Geschichte und keine ferne Epoche. Sie ist vielmehr ein Sinnbild für die Gefahren des Totalitarismus. Diese Gefahren sind gegenwärtig und sie können uns auch zukünftig begegnen. Was einmal möglich war, bleibt denkbar. Wir müssen wachsam bleiben.“ Kultusminister Stephan Dorgerloh: Mauerbau war Bankrotterklärung der DDR. Kultusminister Stephan Dorgerloh hat den Bau der Berliner Mauer als „ideologische und wirtschaftliche Bankrotterklärung der DDR“ bezeichnet. Der am 13. August 1961 begonnene Mauerbau habe letztendlich den Zerfall des Staates eingeleitet. „Die Mauer ist von einem totalitären Regime errichtet und 28 Jahre später von den Menschen, die eingemauert wurden, eingerissen worden“, sagte Dorgerloh vor dem morgigen 50. Jahrestag des Mauerbaus. Die Erinnerung an beide Ereignisse gelte es wachzuhalten und gerade auch jungen Menschen immer wieder nahezubringen. Als Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt eröffnet Dorgerloh morgen die Gedenkveranstaltung des Landes „50 Jahre Mauerbau“ am Grenzdenkmal Hötensleben (Beginn 11 Uhr). „Wir brauchen diese Erinnerungstage und Erinnerungsorte“, sagte der Kultusminister. „Wir sollten uns aber auch unabhängig davon unablässig der schlimmen Folgen des Mauerbaus erinnern und der Toten, der Zwangsumgesiedelten, der getrennten Familien und der politisch Verfolgten gedenken.“
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