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2011
Gesundheitsprobleme bei jungen Arbeitnehmern
Aschersleben, 03.11.2011. Der Krankenstand im Salzlandkreis ist 2010 unverändert geblieben. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen mit 4,5 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Damit waren in der Region an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK - versicherten Arbeitnehmern 45 krankgeschrieben. Den niedrigsten Krankenstand in Sachsen-Anhalt verzeichnete die Region Altmarkkreis Salzwedel und Landkreis Stendal mit 4,0 Prozent. Den höchsten Wert hatte der Landkreis Mansfeld-Südharz mit 5,1 Prozent.
Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für den Salzlandkreis hervorgeht, gab es den größten prozentualen Unterschied bei Erkrankungen des Atmungssystems. Erkältungen und Bronchitis sorgten für rund 15 Prozent weniger Krankschreibungen als im Vorjahr. Auch psychische Erkrankungen gingen um rund zwei Prozent zurück. Die Region lag bei dieser Diagnose unter dem Landesschnitt. Um rund sieben Prozent angestiegen sind hingegen Beschwerden des Verdauungssystems. Ein leichtes Plus von drei Prozent wurde zudem bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen verzeichnet. Die Diagnose blieb damit die häufigste im Landkreis.
„Die Höhe des Krankenstandes im Salzlandkreis ist ein Signal“, kommentierte DAK-Chef Andreas Umlauf die Ergebnisse. „Auf dem Weg zu einem gesünderen Leben sind Bewegung, Entspannung und die richtige Ernährung wichtig. Wenn es um den Krankenstand in einem Unternehmen geht, können auch die Arbeitgeber handeln. In Sachen betrieblicher Prävention bieten wir unsere Beratung und Kompetenz an.“ Einen besonderen Akzent setzt die DAK in diesem Jahr mit einer Aufklärungskampagne zu speziellen Gesundheitsproblemen bei jungen Arbeitnehmern.
Nach einer repräsentativen Befragung beurteilen zwar 76 Prozent der erwerbstätigen Sachsen - Anhaltiner unter 30 Jahren ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. „Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten in ihrem Job unterfordert, was langfristig zu Stress und Krankheiten führen kann“, erklärt Umlauf. „Junge Menschen wollen ihr Potential ausschöpfen, was Arbeitgeber beim Einsatz ihrer Mitarbeiter beachten sollten. Motivierte Kollegen sind in der Regel weniger krank.“
In Sachsen-Anhalt empfinden 23 Prozent der befragten jungen Erwerbstätigen ihren Arbeitsalltag als „sehr belastend“. Stress und dauerhaft starke Anforderungen können die Belastbarkeit überstrapazieren und gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Nach der DAK-Studie hatten junge Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zwölf Monaten vor allem Muskelverspannungen (52 Prozent), Kopfschmerzen (30 Prozent) oder Konzentrationsschwierigkeiten (24 Prozent).
Junge Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt häufiger krank als ältere
Junge Arbeitnehmer werden im Vergleich zu ihren älteren Kollegen häufiger krankgeschrieben, dafür aber meist nur aufgrund von kurzen und akuten Erkrankungen wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. Auffällig: Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend auch Jüngere. Hier ist die häufigste Diagnose bei den 15- bis 29-Jährigen die „Somatoforme Störung“, unter der fast jeder zehnte junge Erwerbstätige leidet. Bei diesem Krankheitsbild kann z.B. für körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Herzprobleme keine organische Ursache gefunden werden. Begleitet sind diese Störungen oft von Depressionen, die zunehmend bei jungen Arbeitnehmern in Sachsen-Anhalt festgestellt wurden.
Für viele Befragte gehört regelmäßiger und starker Alkoholkonsum dazu, um sich nach der Arbeit zu entspannen. Beliebt ist das „Rauschtrinken“: 34 Prozent der jungen Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt trinken mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke in kurzer Zeit. Das entspricht dem bundesweiten Durchschnitt.
„Der Start ins Berufsleben ist für viele junge Menschen offensichtlich mit größeren körperlichen und psychischen Belastungen verbunden“, betont „Umlauf“. „Der Schlüssel zur Gesundheit liegt neben Elternhaus und Schule in dieser Lebensphase auch immer im Betrieb.“ Außer der betrieblichen Gesundheitsförderung empfiehlt die DAK jungen Arbeitnehmern neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem DAK-Servicezentrum oder unter www.dak.de
Die DAK hat rund 125.000 Versicherte im Land Sachsen-Anhalt, davon fast 16.000 im Salzlandkreis.
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