Mi
16
Nov
2011
Forschen fetzt: Schüler bauen Roboter
Die Stadt Magdeburg und Forschungseinrichtungen der Landeshauptstadt haben den Wettbewerb "Spurensuche 2.0" ins Leben gerufen. Ziel ist es, junge Leute und Wissenschaft zusammen zu bringen. Schülerteams ab 8. Klasse können sich bis 31. Dezember bewerben.
Das Konstruieren und Programmieren von Robotern ist nicht nur Sache von Technikern und Wissenschaftlern. Selbst Schüler ab zehn Jahren können heute schon intelligente Robotersysteme entwickeln. Die Robo-Kids treten sogar in internationalen Wettkämpfen gegeneinander an. Soviel Spaß an der Technik will das Magdeburger Fraunhofer IFF nun aufgreifen, um noch mehr Schüler für die Ingenieurwissenschaften zu begeistern. Dafür unterstützt das Forschungsinstitut die Gründung von Roboter-Arbeitsgemeinschaften. Schulen aus ganz Sachsen-Anhalt können sich von heute an bewerben.
Wie setzt man Elektromotoren, Sensoren, Zahnräder und jede Menge programmierbare Elemente aus einem handelsüblichen Roboterbaukasten so zusammen, dass ein funktionstüchtiger Roboter entsteht? Das Tüfteln und Testen macht Spaß, funktioniert aber am besten in Teamarbeit. Die Robotik-Experten des Fraunhofer IFF in Magdeburg wollen darum bei jungen Leuten mehr Begeisterung für Wissenschaft und Technik wecken und gemeinsam mit Schülern und Lehrern an Sachsen-Anhalts Schulen und anderen Bildungseinrichtungen 20 neue Roboter-Arbeitsgemeinschaften gründen. Mitmachen und bewerben können sich Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren. Startschuss für die Bewerbung ist der 8. November 2011. Eine kompetente Fachjury entscheidet über die Teilnahme. Weitere Informationen zur Anmeldung und den Roboter-AGs gibt es unter www.robags.de.
Für sein Projekt mit dem Namen RobAGs stattet das Fraunhofer IFF die 20 Arbeitsgemeinschaften mit Roboter-Baukästen aus. Die künftigen AG-Leiter werden durch das Fraunhofer IFF in eintägigen Workshops fitgemacht. Diese werden durch das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt. Sie erhalten neben einer Einführung in die Programmierung der Roboter wichtige Praxistipps für den Aufbau einer neuen Arbeitsgemeinschaft in der Schule, im Nachmittagsunterricht oder in einer Projektwoche. Lotto Sachsen-Anhalt unterstützt das Jugend-Projekt finanziell.
»Roboter zu bauen, ist eine Faszination, der sich junge Technikfreaks nur schwer entziehen können. Die neuen Roboter-AGs bieten technikbegeisterten jungen Leuten ein Forum, das sie herausfordert. Das Projekt RobAGs weckt Begeisterung für die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – und ist insofern auch vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels eine gute Idee: Vielleicht regt es den einen oder anderen an, eines dieser Gebiete für die Berufswahl auszusuchen«, so Kultusminister Stephan Dorgerloh, der die Schirmherrschaft für RobAGs übernommen hat.
Der Verein Deutscher Ingenieure VDI rechnet für 2011 mit 65.000 fehlenden Ingenieuren in Deutschland. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Berechnungen. Lange nicht so viele Fachkräfte rücken nach, wie aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Daher fordern Wirtschaftsverbände seit Jahren, die Schulpolitik und die Unterrichtsgestaltung zu ändern. Die Naturwissenschaften und damit viele Ingenieurberufe müssen deutlich attraktiver werden.
Das Fraunhofer IFF fördert deshalb seit Jahren Kinder und Jugendliche mit naturwissenschaftlichem Interesse in verschiedenen Projekten und nimmt dabei wertvolle gesellschaftliche Verantwortung wahr: »Wir wollen Kinder und Jugendliche für Technik begeistern. Wenn Kindern das Lernen mit uns Spaß macht, motiviert es sie, sich intensiver mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Wollen wir, dass Deutschland auch in Zukunft in einem Zug mit Innovation und Fortschritt genannt wird, müssen wir unseren Nachwuchs für Ingenieursberufe
gewinnen«, erklärt Institutsleiter Professor Michael Schenk. Schließlich ist auch das Fraunhofer IFF immer auf der Suche nach hochqualifiziertem, wissenschaftlichem Nachwuchs. Es hofft darum auf rege Teilnahme durch die Schüler. Und vielleicht gelingt es sogar einem der Teams, schließlich einen der vorderen Plätze in einem großen Roboterwettbewerb, wie etwa der FIRST Lego League und dem RoboCup Junior, zu ergattern.
Mehr findet Ihr unter: http://www.forschung-findet-stadt.de
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