Dass die Geschichte der Stadt Bernburg auch eng mit der Geschichte des Kalibergbaus verbunden ist, gehört zum Allgemeinwissen in unserer Region. Technische Daten und die Lage der ehemaligen und noch in Betrieb befindlichen Schächte sind bekannt. Weniger bekannt dagegen sind die vielen lustigen und traurigen, spannenden und interessanten Geschichten, die Bergleute im Familienkreis mündlich überliefern. Selten sind sie zu Papier gebracht worden, um so auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.
Karl-Heinz Runge, viele Jahrzehnte im Kaliwerk Bernburg tätig, zuletzt als Obersteiger, erzählt in diesem Büchlein einige dieser Begebenheiten. Er nimmt seine Leser mit auf eine unterhaltsame Reise in die Schächte rund um Bernburg und öffnet ihnen auf verständliche Art seine ihm vertraute Welt. Man erfährt, was eine Notfahrung ist, ein Orlaßverschluss und was ein schwedischer Kirunatruck auf einer Betonstraße bei Aderstedt zu suchen hatte. Interessantes hat der Autor auch über seine Arbeit am Erdfall von Bernburg zu berichten und mit einem Schmunzeln erzählt er auf von seiner Reise mit dem Notstromaggregat, bei dem erklärt wird, was ein Rasierapparat und ein Flugzeugtriebwerk miteinander zu tun haben.
Karl-Heinz Runge widmet sich aber auch den traurigen Ereignissen, die seine Zeit beim Bergbau überschatteten. Er beleuchtet für uns das schwere Eisenbahnunglück bei Gnölbzig und den tödlichen Unfall von Zielitz. Dabei verbindet er die Erzählungen allgemein verständlich mit der technischen Erklärung von Vorgängen und Prozessen. Für Freunde des Bergbaus und heimatgeschichtlich Interessierte sind die Erzählungen Runges eine wahre Fundgrube, die es zu erschließen lohnt. Anliegen des Baalberger Schuster Verlages ist es, mit diesem Buch ein wenig zur Bewahrung der jüngeren Bergbaugeschichte und Bergbautradition in und um Bernburg beizutragen. „Wieder der Schacht“ ist unter der ISBN-Nummer 9-783-98113121-7-1 ab sofort im Handel erhältlich und kostet 7,90 Euro.
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