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01

Feb

2012

Schmallenberg-Virus hat den Salzlandkreis erreicht

Nach der Einsendung von Proben aus zwei Schafhaltungsbetrieben aus dem Salzlandkreis an das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) in Stendal wurden diese Proben positiv auf das Schmallenberg-Virus (SBV) der Gruppe Orthobunyavirus getestet und der Verdacht auf Infektion mit SBV ausgesprochen. Zur Absicherung der Diagnose wurden die Proben an das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) übersandt. 

Die Infektion ereignete sich hier im Herbst auf den Elbwiesen bei Schönebeck und Barby. Die in Europa neu aufgetretene Infektionskrankheit der Rinder, Schafe und Ziegen wird durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen und ist bisher in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Deutschland und Frankreich aufgetreten. Es besteht keine Anzeige- oder Meldepflicht, dennoch wird darum gebeten, dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt den Verdacht auf diese neue Erkrankung anzuzeigen.

 

In Deutschland wurde bisher in über 140 Betrieben das Schmallenberg-Virus festgestellt. Bei Schafen wurde das Schmallenberg-Virus hauptsächlich bei missgebildeten Lämmern im Gehirn festgestellt. Die Missbildungen sind eine Spätfolge der Infektion zu einem früheren Stadium der Trächtigkeit im Sommer/Herbst 2011. Man rechnet mit Verlusten an Lämmern zwischen 20 und 25 %. Neben Aborten und mumifizierten Feten sind insbesondere Früh- oder Totgeburten sowie die Geburt lebensschwacher, missgebildeter Lämmer und Kälber beschrieben. In den betroffenen Beständen sind vor allem die Missbildungen an den Beinen von Lämmern sowie Verkürzungen der Unterkiefer charakteristisch. Derart fehlgebildete Lämmer sind häufig auch für Geburtskomplikationen verantwortlich. Für die Rinderbestände rechnet man mit ähnlichen Schwierigkeiten, die aufgrund der längeren Trächtigkeit ab etwa April zu erwarten sind.

 

Eine Übertragung von Tier zu Tier ist für diese Gruppe von Viren nicht beschrieben. Die Gefahr einer Übertragung auf den Menschen ist als gering einzustufen. Wirksame Impfstoffe stehen für eine Vakzinierung gegen das Schmallenberg-Virus derzeit nicht zur Verfügung.

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