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15

Feb

2012

Leichtsinnige Schlittschuhläufer im Freibad Alsleben eingebrochen

Ehrenamtliche Lebensretter der DLRG Ortsgruppe Bernburg/Saale e.V. trainieren den Ernstfall. Schrecksekunden am Alslebener Freibad: Gleich zweimal brachen dort gestern Schlittschuhläufer durch die Eisdecke. Zum Glück war alles nur gespielt - die Lebensretter der DLRG Ortsgruppe Bernburg/ Saale e.V., trainierten und zeigten ihrer Jugend wie man Verunglückte rettet, und wie Profis zu Werke gehen.

Der Schwimmeister des Alslebener Freibades, Fred Hänsel, machte es möglich, dass wir nicht nur im Sommer unser Training im Freibad absolvieren, sondern jetzt auch im Winter die Eisfläche des Bades nutzen können, erklärte die Leiterin Ausbildung Katja Schulz. Zunächst übten die ehrenamtlichen Retter das zielgenaueWurfsack werfen auf der Eisfläche bevor unterschiedliche Rettungsmethoden trainiert wurden. „ Das Wurfsack Training sei wichtig, um vor allem einer im fließenden Gewässer befindlichen Person schnell Hilfe zu kommen zu lassen, so der Leiter der Strömungsrettergruppe Oliver Berger.“  Das Eis braucht Zeit um tragfähig zu sein, bei stehenden Gewässern sollte es als Richtwert  mindestens 15 cm, bei fließenden Gewässern, wie Bächen und Flüssen sogar 20 cm dick sein“, so Oliver Berger weiter.  Auf keinen Fall gleich an den ersten frostigen Tagen das Eis betreten, lautet die Devise der Lebensretter. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorene Seen lauern, aufklären. Sollte ein Passant einen Einbruch ins Eis überleben, zählt jede Sekunde.

 

Wer durch das Eis bricht muss damit rechnen, dass es schlagartig kalt wird. Man muss all seine Energie bündeln und um Hilfe schreien um auf sich aufmerksam zu machen, erklärte Oliver Berger der Jugend der DLRG Ortsgruppe.  Man muss versuchen sich an der Einbruchkante festzuhalten und versuchen das Eis einzuschlagen, um so ans Ufer zu kommen oder ein Bein aus dem Wasser auf die Eisfläche zu heben um sich dann selbständig aus dem Loch zu ziehen und bis zum Ufer vorrobben zu können. Generell ist darauf zu achten, nicht unter das Eis zu gelangen, so Bergers eindringlicher Rat.

 

Wer beobachtet, wie ein Wintersportler einbricht, muss laut Berger, zunächst einen Notruf absetzen, damit  nach dem Retter auch noch weitere Hilfskräfte hinzukommen.  Ist man zu zweit, kann einer sofort Hilfe holen, in dem er per Telefon den Rettungsdienst alarmiert. Der Zweite sollte versuchen, dass Opfer zu beruhigen. Wenn der Eingebrochene noch aus dem Loch herausschaut und sich festhalten kann, sollte man vorsichtig auf das Eis gehen und sich flach hinlegen um den Druck auf die Eisfläche besser zu verteilen und zu dem Verunglückten hin kriechen. Dann reicht man der Person einen Ast, ein Brett, eine Jacke o.ä. als Verlängerung an und versucht, diese aufs Eis zu ziehen. Gelingt es nicht, das Opfer aufs Eis zu ziehen oder bricht das Eis weiter ein, sollte man in Ruhe verharren und warten, bis Hilfe kommt, die Betreuung des Opfers ist dabei sehr wichtig. Die ehrenamtlichen Wasserretter der DLRG Ortsgruppe Bernburg verfügen über allerhand Ausrüstung, darunter ein schwimmfähiges Spineboard welches auch im Sanitätsdienst seine Anwendung zur Verletztenrettung findet, ein Raft welches zum  Schlitten umfunktioniert werden kann und Eisdornen. Zudem tragen die Wasserretter Neoprenanzüge, spezielle Schwimmwesten und sind mit Leinen gesichert. Damit der Retter schneller, einfacher und sicherer an die Einbruchstelle kommt, legt er sich auf das Rettungsbrett und zieht sich mit den Eisdornen zur Verletzten Person hin. Nach Aufnahme der im Eis eingebrochenen Person auf das Rettungsbrett wird er von den anderen Helfern an das Ufer gezogen und kann dann dem Rettungsdienst übergeben werden.

Fotos mit der Bitte um Veröffentlichung  von der DLRG: Engelbert Pülicher

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Kommentare: 1

  • #1

    Katja Schulz (Mittwoch, 15 Februar 2012 11:31)

    Vielen Dank für die Veröffentlichung unseres Artikels. Mehr Infos über die DLRG OG Bernburg/Saale e.V. gibt es auf unserer Hompage

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