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19

Sep

2012

Widerspruch zur Situation im Asylbewerberheim Bernburg

Das Aufnahmegesetz des Landes Sachsen-Anhalt verpflichtet den Salzlandkreis zur Aufnahme von Asylbewerbern, Flüchtlingen und sonstigen bleibeberechtigten Ausländern. Der Salzlandkreis hat diese Aufgabe nach Ausschreibung an den AWO-OrtsvereinBernburg und Umgebung e.V. (AWO) übertragen. Die AWO sichert diese Aufgabe mit großem Engagement vertragsgemäß unter Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Davon hat sich auch das Landesverwaltungsamt als Fachaufsicht bei seinen regelmäßigen Kontrollen der Gemeinschaftsunterkünfte überzeugen können. Die in den Medien der vergangenen Tage dargestellten Missstände in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) im Teichweg Bernburg können vom Salzlandkreis und der AWO nicht unwidersprochen bleiben.

Fakt ist, der Kakerlakenbefall, der auch nach gezielter Ursachenforschung bezüglich der Bausubstanz (Hohlräume u.ä.) und regelmäßiger Vernichtungsaktionen bislang noch nicht zum Erfolg führte. Augenscheinliche Ursache ist das „Vermüllen“ einiger (weniger) Heimbewohner in ihren Zimmern. Das heißt, dass immer ein latenter Herd in der GU vorhanden ist. Bislang wurde aus Respekt vor der Privatsphäre der Bewohner von Zwangsmaßnahmen in den Zimmern Abstand genommen (Entfernen von Sperrmüllmöbeln u.a.). Dazu soll es jetzt gezielt Gespräche mit uneinsichtigen Ausländern geben, mit Unterstützung der „Kritiker“, damit alle Heimbewohner ihren Reinigungspflichten auf ihren Zimmern nachkommen.

 

Bei einer gemeinsamen Begehung des Landesverwaltungsamtes und des Salzlandkreises am 18.09.2012 wurden weitere Bekämpfungsaktionen zur Kakerlakenvernichtung in 4 Wochen vereinbart. Des Weiteren wird der Hausmeister wöchentlich die Zimmer kontrollieren und mit Desinfektionsmittel evt. noch vorhandene Schädlinge beseitigen. Weitere Missstände wurden bei der Begehung nicht festgestellt.

 

Von sämtlichen über 5 Etagen verteilten Küchenherden war lediglich 1! Kochplatte defekt. Von sämtlichen, nach Geschlecht getrennten und abschließbaren Duschen, waren 3 defekt. Bei zwei dieser Duschen wurde der Duschkopf gestohlen. Festzustellen war, dass nachts fremde, in Wohnungen untergebrachte Ausländerfamilien, in der GU duschen.

 

Zeitnah werden Familien und Alleinstehende mit Kindern in Wohnungen untergebracht. Lediglich bei kurz bevorstehenden Familienzusammenführungen oder Abschiebungen natürlich nicht. Im Fazit bleibt festzustellen, dass sowohl der Salzlandkreis seiner Aufsichts- und Verteileraufgabe als auch die AWO als GU-Betreiber seiner Unterbringungsverpflichtung voll umfänglich nachkommt. Die AWO wird auch weiterhin Sommer-, Weihnachts- und sonstige Feste auf eigene Kosten für die Bleibeberechtigten in der GU veranstalten, für eine ordnungsgemäße Unterbringung und einen menschlichen Umgang mit allen GU-Bewohnern Sorge tragen.

 

Abschließend bleibt festzustellen, dass der Versuch, eine landesweite grundsätzliche Unterbringungspolitik zu erreichen, nicht mit unfairen und unwahren Argumenten am Beispiel einer Gemeinschaftsunterkunft in Sachsen-Anhalt forciert werden kann.

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Kommentare: 1
  • #1

    hopser (Donnerstag, 20 September 2012 15:31)

    Es betrifft das Putzen der Unterkünfte : zuerst hat eine dazu verdonnerte 1-Euro-Kraft dort putzen müsssen und anschließend hat diese Arbeit eine Reinigungsfirma übernommen. Nur leider hat auch diese den Dienst quittiert. Nur mit dem leichten Unterschied, das man den Mitarbeitern nicht das wenige Geld gekürzt hat.