So

03

Jan

2016

Zehn-Punkte-Plan soll Arbeitsmarktintegration von Asylbewerbern beschleunigen

Zur gezielten Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und Asylsuchenden wollen Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen und kommunale Spitzenverbände eng zusammenarbeiten. Arbeitsminister Norbert Bischoff berichtete am Dienstag im Kabinett über Ergebnisse einer ersten Arbeitstagung zum Thema „Integration und Arbeitsmarkt“, die unter seiner Leitung standfand. Dabei hatten sich Vertreter von gut 20 Verbänden, Organisationen und Institutionen auf einen Zehn-Punkte-Plan zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und Asylsuchenden verständigt. Zum einen sollen Asylsuchende mit guter beruflicher und Hochschulbildung und guter Bleibeperspektive schneller eingebunden werden. Zweite Zielgruppe sind ausländische Jugendliche, die eine Ausbildung benötigen.

 

Bischoff sagte nach der Kabinettsitzung: „Eine möglichst schnelle Integration von anerkannten Flüchtlingen und Asylsuchenden mit guter Bleibeperspektive in Ausbildung und Arbeit ist eine zentrale Voraussetzung für eine insgesamt erfolgreiche Integration der zu uns kommenden Menschen. Wenn uns das gut gelingt, dann ist die Zuwanderung auch eine einmalige Chance für Sachsen-Anhalt. Integration ist Arbeit und Arbeit ist Integration.“ Bischoff dankte den Beteiligten.

10 Punkte Plan zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und Asylsuchenden

 

Zielgruppe: Asylsuchende mit beruflicher Bildung / Hochschulabschluss und einer guten Bleibeperspektive

1. Optimierung der Analyse von beruflichen Kompetenzen und Potenzialen – um eine schnellere und gezieltere Vermittlung in den Ausbildung- und Arbeitsmarkt zu erreichen

 

2. Zugang zu Sprach- und Integrationskursen unmittelbar nach Verteilung auf die Kommunen - Flexiblere Gestaltung und Umsetzung der Sprachkurse, vor allem im Hinblick auf die Kombination mit Arbeitserprobungen und fachlicher Qualifizierung

 

3. Ausbau der Willkommensbegleitung im Rahmen der Landesinitiative Fachkraft im Fokus

 

4. Beschleunigung der Anerkennungsverfahren bei „Schwerpunktberufen“

 

5. Stärkung der interkulturellen Kompetenzen aller Beteiligten

 

6. Verbesserung des Informationsflusses und der Koordinierung der Akteure: Entwicklung und Implementierung einer Koordinierungsstelle zur besseren Arbeitsmarktintegration von Asylsuchenden (Kompetenzzentrum)

 

7. Spezifische Unterstützung von Frauen und Mädchen bei der Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt

 

Zielgruppe: Junge Geflüchtete im Alter von 15 bis 27 Jahren

 

8. Nutzung der Kompetenz- und Interessenerkundung des Landesprogramms BRAFO für junge Geflüchtete der Altersgruppe 15-27 Jahre unter Berücksichtigung der Fachkräftebedarfe in den Regionen

 

9. Einführung einer flexiblen mehrjährigen Ausbildungsvorbereitungsphase für 15- bis 27-jährige Flüchtlinge. Erforderlich ist ein verlässliches und flächendeckendes Angebot mit Sprachförderung, betrieblichen Praxisanteilen und der Möglichkeit zum nachträglichen Erwerb eines Schulabschlusses.

10. Ausweitung des Auftrags der Landesnetzwerkstelle RÜMSA, um die regionalen Akteure bei einer optimalen individuellen Verzahnung vorhandener Fördermöglichkeiten zu unterstützen.

 

In der Arbeitsgruppe unter Leitung des Arbeits- und Sozialministeriums wirken des Weiteren mit:

 

• Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen

 

• Bundesamt für Migration

 

• Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt

 

• Allgemeiner Arbeitgeberverband für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt

 

• Industrie- und Handelskammer Halle

 

• Industrie- und Handelskammer Magdeburg

 

• Handwerkskammer Magdeburg

 

• Handwerkskammer Halle

 

• Deutscher Gewerkschaftsbund

 

• Städte- und Gemeindebund

 

• Landkreistag

 

• Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt

 

• Verband Deutscher Privatschulverbände

 

• LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt

 

• Förderservice GmbH der Investitionsbank Sachsen-Anhalt

 

• Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung“ Sachsen-Anhalt

 

• Staatskanzlei

 

• Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft

 

• Ministerium für Inneres und Sport

 

• Kultusministerium