Di

05

Jan

2016

Salzlandkreis - Zahl der Flüchtlinge steigt

Im vergangenen Jahr musste der Salzlandkreis insgesamt 2.940 Flüchtlinge aufnehmen. 2015 stieg die Zahl der zugewiesenen Menschen von 88 im Januar auf 640 im Dezember. Die Prognose für dieses Jahr fällt allerdings von Anfang an höher aus, so Fachbereichsleiterin Stephanie Reingard vom Fachbereich III für Sicherheit und Ordnung.

 

Sie geht 2016 möglicherweise von wöchentlich 250 dem Salzlandkreis zugewiesenen Flüchtlingen aus, wovon zusätzlich zu den derzeit 2.400 Flüchtlingen für weitere 3.513 Personen Unterkünfte geschaffen werden müssen. Zuletzt wurde Mitte Dezember zur Bewältigung der Flüchtlingssituation den Kommunen die Unterbringung in den freien Kapazitäten der Landesaufnahmeeinrichtungen  aufgrund der leicht entspannten Lage bei den Zugangszahlen angeboten. Ziel war es, das Flüchtlinge nicht mehr in Zelte, Sport- oder Mehrzweckhallen untergebracht werden.

 

Dennoch liegt der Ausländeranteil laut Salzlandkreis per 04.12.2015 nur bei 2,99 %, das entspricht eine Anzahl von 5.888 Personen. Das die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge 2016 stark steigen könnte, werden weiterhin Unterkünfte benötigt und Wohnungen angemietet und hergerichtet. Zuletzt wurde durch den Salzlandkreis das ehemalige Parkhotel Parforcehaus in Bernburg angemietet. Hier kommen derzeit 200 Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft unter, weitere 180 sollen folgen. Insgesamt wurden durch den Salzlandkreis sechs Gemeinschaftsunterkünfte angemietet. Davon drei in Bernburg, zwei in Aschersleben und eine in Schönebeck, hinzu kommen über 350 Wohnungen.

 

Auch die Bernburger Wohnstätten mbH als Tochtergesellschaft der Stadt Bernburg stellte bisher 60 Wohnungen zur Erstunterbringung von Flüchtlingen dem Salzlandkreis zur Verfügung. Die Wohnungen werden zu einer ortsüblichen Miete an den Landkreis vermietet. In den Wohnungen kommen vor allem Flüchtlingsfamilien unter. Die Einstreuung von Flüchtlingen verteilt auf das gesamte Stadtgebiet soll für eine bessere Integration sorgen. Zusätzlich wurden in Bernburg 10 Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge vermietet. Anerkannte Flüchtlinge gelten wenn ein Duldungs- oder Bleibestatus vorliegt. Dann erfolgt die Zuständigkeit von der Ausländerbehörde zum Jobcenter. Insgesamt verwaltet die Bernburger Wohnstätten mbH 3.680 Wohnungen, wovon 350 Wohnungen derzeit leer stehen. Davon sollen rund 100 Wohnungen saniert und 80 Wohnungen abgerissen werden. 70 Wohnungen werden für die Unterbring von Flüchtlingen hergerichtet.  

 

Die Gesamtkosten der Unterbringung betragen rund 1,5 Millionen Euro, für die Erweiterung von Gemeinschaftsunterkünfte in Aschersleben und Bernburg müssen weitere 1,9 Millionen Euro aufgewendet werden. Hinzu kommen ca. 3,0 Millionen Euro für die Beschaffung von Ausstattungsgegenständen. Der Kreistag hatte im Dezember der Bechlussvorlage: „Beschaffung von Ausstattungsgegenständen zur Herrichtung von Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber/Flüchtlinge im Kreisgebiet“ zugestimmt.