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26

Feb

2016

Polizeiliche Kriminalstatistik  der PD Sachsen-Anhalt Nord 2015

Polizeiliche Kriminalstatistik  der PD Sachsen-Anhalt Nord 2015

Rückgang im Kriminalitätsaufkommen auf 88.191 Fälle  (- 1,6 %)

Aufklärungsquote (AQ) bei 56,2 %  (- 1,8 %-Pkt.)

35.158 Tatverdächtige insgesamt ermittelt  (-0,1 %)


Entgegen dem Landestrend sank die Anzahl der erfassten Straftaten gegenüber dem Vorjahr auf 88.191 Fälle (2014: 89.587 Fälle), was einem Rückgang um - 1,6 % entspricht. Von den erfassten Straftaten konnten 49.576 Fälle aufgeklärt werden (AQ 56,2 %). Im Vorjahr lag die AQ bei 58,0 %.

 

Insgesamt konnten 35.158 Tatverdächtige ermittelt werden (26.077 männlich, 9.081 weiblich). Das entspricht in etwa der im  Vorjahr ermittelten Anzahl von Tatverdächtigen (2014: 35.200). 7.711 Tatverdächtige waren 2015 nichtdeutscher Herkunft (2014: 4.684). Das entspricht einem Anstieg von 64,6 %. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtanzahl aller ermittelten Tatverdächtigen betrug im Jahr 2015 21,9 % (2014: 13,3 %).

 

Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren nahm geringfügig zu und liegt jetzt bei 17,7 % (6.225 Tatverdächtige). Im Jahr 2014 betrug dieser Anteil noch 17,5 %. Von den unter 21-Jährigen wurden 1.120 Kinder (bis unter 14 Jahre), 2.332 Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) und 2.773 Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) als Tatverdächtige ermittelt.

 

Erfasste Fälle in den Straftatenhauptgruppen/ausgewählte Straftaten

Im Jahr 2015 (46 Fälle) wurden insgesamt vier  Straftaten gegen das Leben  mehr als im Vorjahr (2014: 42 Fälle) erfasst. Darunter sieben Morde. Fünf dieser Fälle wurden aufgeklärt. Die Zahl der erfassten Sexualdelikte ist auf 603 Fälle gesunken, 96 Fälle weniger als im Vorjahr. Insgesamt konnten 504 Fälle aufgeklärt werden, was einer AQ von 83,6 % entspricht. Die Anzahl der erfassten Rohheitsdelikte, zu denen u. a. Körperverletzungen und Raubdelikte zählen, stieg leicht um 13 auf 11.326 Fälle (0,1 %). Die Gruppe der Raubstraftaten, mit 603 Fällen, sank um 16 Fälle gegenüber 2014. Davon konnten 354 Fälle aufgeklärt werden. Die AQ lag bei 58,7 %.

 

Die Zahl der Körperverletzungsdelikte stieg um 112 Fälle. 7.126 Fälle wurden im Jahre 2015 erfasst (2014: 7.014 Straftaten). Die AQ lag bei 90,5 %. Die Anzahl der Diebstahlsdelikte sank auf 37.249 Fälle (- 3,6 %). Nach wie vor hat dieser Deliktsbereich mit 42,2 Prozent den höchsten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen im Bereich der PD Sachsen-Anhalt Nord.

 

Weiter auf sehr hohem Niveau sind die Fallzahlen beim Fahrraddiebstahl. Die Fallzahlen verringerten sich marginal zum Jahr 2015. Die AQ beläuft sich auf 15,1 %. Insbesondere im Zuständigkeitsbereich des PRev Magdeburg ist bereits seit Jahren ein hohes Niveau bei den Fallzahlen von Fahrraddiebstählen zu verzeichnen. Die Ermittlungen ergaben, dass in Magdeburg hauptsächlich Intensivtäter eine Vielzahl der Straftaten im Deliktsbereich der Fahrradkriminalität begehen, um u. a. ihren BtM-Konsum zu finanzieren. Ebenfalls ein Anstieg musste bei den Tageswohnungseinbrüchen (TWE) verzeichnet werden. Gegenüber dem Jahr 2014 (437 Fälle) stiegen die Einbrüche in der Zeit zwischen 06.00 Uhr und 21.00 Uhr um 7,3% auf 469 Fälle im Jahr 2015. Es handelte sich dabei um 262 Einfamilienhäuser (2014: 198 Fälle). Dies entspricht einer Steigerung um 32,3%.

Aktuelle Schlagzeilen


Am häufigsten wurde registriert, dass die Täter durch Einschlagen/Einwerfen der Fensterscheiben bzw. der Terrassentür bzw. durch Aufbrechen/Aufhebeln der Tür mittels diverser Werkzeuge in das Innere gelangen und die Räumlichkeiten gezielt nach Wertgegenständen durchsuchen. Zur Bekämpfung des Phänomens erfolgt seit mehreren Monaten die gezielte Bestreifung der betroffenen Bereiche sowie Kontrollen und Überprüfungen auffälliger Personen und Fahrzeuge durch uniformierte und zivile Kräfte.

 

Ein Rückgang um – 4,1 % der Fallzahlen ist für den Bereich Diebstahl an/aus Kfz zu verzeichnen. Sie sanken innerhalb eines Jahres von 5.270 auf 5.052. Ebenfalls ein Rückgang ist bei den Einbrüchen in Boden/Keller zu verzeichnen. So wurden im Jahr 2015 mit 3.948 Kellereinbrüchen, 24 Keller weniger angegriffen als im vorangegangenen Jahr (2014: 3.972), was einem Rückgang von -0,6 % entspricht.

 

Zurückgegangen sind die Fallzahlen der Diebstähle in/aus Dienst-, Büro-, Fabrik-, Werkstatt- und Lagerräumen. 3.139 Diebstähle aus 2014 stehen 2.611 Fällen im Jahr 2015 gegenüber.

 

Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist ein Rückgang der Fallzahlen um – 16,5 % auf 11.807 Fälle festzustellen (2014: 14.141 Fälle). Bei den hierzu zählenden Betrugshandlungen ist ein Rückgang um 1.651 Fälle auf 8.672 Fälle zu verzeichnen. Hierzu gehört die Deliktsgruppe Erschleichen von Leistungen, deren Fallzahlen um 788 Straftaten auf nunmehr 461 Fälle (-63,1) sanken.

 

Die Fallzahlen im Deliktsbereich Sachbeschädigung stieg im Jahr 2015 um 19 auf 8.840 Fälle (+ 0,2 %). 2014 waren es noch 8.821 Fälle. Sachbeschädigungen stellen einen Anteil von 10,0 % an der Gesamtkriminalität dar. Die Anzahl der Fälle von Sachbeschädigungen durch Graffiti ist mit 1.044 Straftaten niedriger als 2014 mit 1.078 Fällen. Die AQ beträgt 25,6 %.

 

Die Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftkriminalität stiegen von 3.166 auf 3.167 Straftaten. Die AQ im Bereich der Rauschgiftkriminalität betrug 94,1 %. Den höchsten Anteil bilden dabei die allgemeinen Verstöße gegen das BtM-Gesetz mit Cannabis mit 1.008 Fällen (2014: 1.046 Fälle) und mit Amphetaminen in flüssiger und fester Form mit 735 Fällen (2014: 704 Fälle).

 

Ebenfalls ein Anstieg war im Bereich des illegalen Anbaus von BtM zu verzeichnen. Die Fallzahlen stiegen von 159 im Jahre 2014 auf 169 in diesem Berichtsjahr. Ein Bestandteil der Rauschgiftkriminalität ist die direkte Beschaffungskriminalität. Hier wurden im Berichtsjahr 2015 22 Fälle und im Jahr 2014 9 Fälle registriert. Die AQ lag im Jahr 2015 bei 27,3 %.

 

Im Hinblick auf den im vergangenen Jahr erfolgten Zustrom von Asylbegehrenden und Kriegsflüchtlingen haben auch in der PD STN (ca. 36 600 zugewiesene Flüchtlinge) die Ver-stöße gegen das Aufenthaltsgesetz, das Asylgesetz oder das Freizügigkeitsgesetz, also Taten, die grundsätzlich nur durch Ausländer begangen werden können, deutlich zugenommen. Betrug die Anzahl dieser ausländerspezifischen Delikte im Jahr 2014 noch 2.446 Taten, wies die Statistik für das vergangene Kalenderjahr 5.125 Fälle aus.

 

Neben diesen ausländerspezifischen Verstößen wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015 von der Personengruppe der Asylbegehrenden, Duldungsinhaber, Flüchtlinge und der sich illegal im Land Aufhaltenden insgesamt 1.634 Straftaten gezählt, im Jahr 2014 waren es 1075 Delikte. Den Großteil bildeten dabei die Diebstahlsdelikte mit 640 Fällen. Hierunter war der Ladendiebstahl mit 540 Fällen am häufigsten vertreten. Darüber hinaus waren überwiegend die Straftatengruppe der Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 443 Fällen (davon 310 Körperverletzungsdelikte) sowie die Betrugsdelikte mit 134 Fällen vertreten. 20 Straftaten richteten sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung.




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