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Zeitraffer Baustelle Campus Technicus Bernburg

HINTERGRUND - Im Jahr 2003 verließen fast 20% der Bernburger Sekundarschüler die Schule ohne Abschluss. Längst kann der Fachkräftebedarf der ansässigen Unternehmen nicht mehr vom Nachwuchs aus der Region gedeckt werden. Dem setzt die Stadt Bernburg ein neues Schulkonzept entgegen. Bis 2012 werden die drei Bernburger Sekundarschulen zur Ganztagsschule „Campus Technicus“ verschmelzen, der als neuer, innerstädtischer Schulkomplex das historische Stadtzentrum beleben wird. Pädagogen haben gemeinsam mit Bildungsexperten, Wirtschaftsvertretern sowie dem Salzlandkreis und im Austausch mit Eltern und Schülern ein neues, praxisorientiertes Lernkonzept entwickelt. Zudem erhielt die Musikschule, eine der wichtigsten kulturellen Bildungseinrichtungen der Stadt, ein neues Domizil im Schloss.

 

PLANUNG - In zentraler Lage von Bernburg (Saale), zwischen Karlsplatz und Schlossbezirk, soll das Projekt der Ganztagsschule „Campus Technicus“ realisiert werden. Im neu entstehenden Campus werden zwei Sekundarschulen zu einer Ganztagsschule mit spezieller Ausrichtung auf eine praxisorientierte, technische Bildung zusammengefasst. Das Projekt umfasst die Modernisierung sowie bauliche Erweiterung / Ergänzung der historisch wertvollen und unter Denkmalschutz stehenden Schulgebäude in der Leipziger Straße (Heinrich-Heine-Schule) und Schlossstraße (ehemalige Handelsschule). Die Heinrich-Heine-Schule in der Leipziger Straße (BGF 2640 m²) soll mit einem Erweiterungsbau (BGF 1000 m²) ergänzt werden. In unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Schulgebäude ist in städtebaulich sensibler Lage ein Sporthallenneubau (BGF 1270 m²) und eine Schulfreisportanlage (GF 3000 m²) einzuordnen. Am Standort der ehemaligen Handelsschule in der Schlossstraße (BGF 1650 m²) ist eine bauliche Erweiterung (BGF 1700 m²) und die Einordnung eines Neubaus für das so genannte „Treibhaus“ (BGF 2300 m²) vorgesehen. Der praxisorientierte, unter der Nutzung lokaler Kompetenzen organisierte, Ganztagsschulbetrieb und der außerschulische Bildungsbedarf sollen hier zu einem gemeinsamen Aktionsraum verschmelzen. Das Vorhaben ist mit einem Baukostenrahmen in Höhe von 15,7 MIO EUR  zu realisieren. Das Gesamtvorhaben ist Bestandteil der Internationalen Bauausstellung in Sachsen-Anhalt „IBA Stadtumbau 2010“. Für alle Teile des Vorhabens gilt ein hoher Anspruch an die architektonische Entwurfs- und bauliche Ausführungsqualität.

FINANZIERUNG - Vor dem Hintergrund der umfangreichen Herausforderungen, denen sich die IBA Stadtumbau 2010 angenommen hat, hat das Land Sachsen-Anhalt keine gesonderten Finanzmittel ausgewiesen. Von insgesamt 206,9 Mio. Euro Investitionsgeldern kamen 121,9 Mio. Euro aus Mitteln des Stadtumbau Ost Aufwertung (Bund und Landesanteil) und 19,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung 2007 ­ 2013 (EFRE). Weitere 40,6 Mio. Euro wurden aus den Kassen der Städte aktiviert und rund 25 Mio. Euro von privaten Investoren bereitgestellt.

 

IBA-ORGANISATION - Mit dem Nachtragshaushalt 2002 hat der Landtag von Sachsen-Anhalt für den Zeitraum 2003 bis 2010 für die IBA Stadtumbau 2010 jährlich eine Million Euro für die Organisation des Gesamtvorhabens und die Betreuung der Projekte bewilligt.

 

IBA-PROJEKTFÖRDERUNG - Die IBA Stadtumbau 2010 ist kein Förderprogramm. Die Förderung der Projekte vor Ort erfolgt ressortübergreifend aus den laufenden Förderprogrammen, unter anderem aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“. Die Landesregierung hat beschlossen, im Rahmen dieser Förderprogramme IBA-Projekte vorrangig zu unterstützen.

 

IBA-PARTNER - Neben den Städten, den internationalen Kooperationspartnern sowie den im Kuratorium und im Lenkungsausschuss vertretenen Kammern, Verbänden und Institutionen bemüht sich die IBA-Büro GbR um die aktive Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Partnern für die Durchführung von Projekten ebenso wie für das Sponsoring von IBA-Aktionen.

 

BÜRGERENGAGEMENT - Neben den finanziellen Mitteln wurden im Prozess der IBA Stadtumbau 2010 sehr unterschiedliche Ressourcen mobilisiert, vor allem überdurchschnittliches Engagement und ehrenamtliche Leistungen von Bürgern und Mitarbeitern verschiedener Institutionen, deren primäre Aufgabe nicht die Stadtentwicklung ist. Die relativ geringe finanzielle Ausstattung der IBA und die Nutzung von nicht-monetären Ressourcen war daher ein wichtiges Element bei dem experimentellen Umgang mit dem Problem des sozio-ökonomischen und demografischen Wandels. Auch auf diese Weise hat sich IBA Stadtumbau 2010 den Realitäten des „Weniger ist Zukunft“ gestellt.