· 

Lebenswelt Schule, ein Filmbeitrag zum Campus Technicus

Gute Bildung hat in Bernburg (Saale) Tradition. Schon im 19. Jahrhundert, in den großen Umbruchzeiten der Industrialisierung, zeichnete sich die Stadt an der Saale durch ihre guten Ausbildungsstätten aus. Nicht von ungefähr listet das „Brockhaus Konversationslexikon“ von 1908 in seinem Eintrag über Bernburg (Saale) diese schulischen Einrichtungen auf: „Karls-Gymnasium, Realgymnasium, höhere Mädchenschule, Knabenmittel-, Mädchenbürger-, Volks-, katholische und Industrieschule, Fachschule der Innungen, kaufmännische Unterrichtsschule“. An diese Tradition knüpft die Stadt an. Um ein neues Klima des Lernens, der Kultur und der Bildung zu schaffen, suchte die Stadt gemeinsam mit dem Salzlandkreis, den drei Sekundarschulen der Stadt, der BTZ-Bildungsgesellschaft mbH und der Musikschule Bernburg e. V. nach neuen Wegen.

Die Stadt will damit junge Leute in die Innenstadt ziehen, um diese zu beleben. Die Idee vom „Campus Technicus“ führt diese beiden Ziele konzeptionell zusammen, indem sie die Entwicklung einer lokalen Bildungslandschaft mit der städtebauliche Aufwertung der Innenstadt verbindet. Die Stadt selbst wird zum Bildungsraum. Erste gute Erfahrungen, Sekundarschüler zu besseren Leistungen zu motivieren und sie auf ihre Berufswahl gezielter vorzubereiten, hatten die Bernburger Sekundarschulen bereits in Zusammenarbeit mit der BTZ-Bildungsgesellschaft mbH gesammelt. Daran knüpfte 2005 / 2006 die Stadt an, als sie dem Landkreis Bernburg als Schulträger den Vorschlag unterbreitete, in der Innenstadt einen neuen Sekundarschulstandort, den „Campus Technicus“, mit praxis- und berufsorientierenden Bildungsangeboten zu entwickeln. Mit dem Vorschlag war auch der Gedanke verbunden, drei Schulen in eine gemeinsame zu überführen, anstatt eine Schule wegen rückläufiger Schülerzahlen schließen zu müssen. Im Jahr 2006 beauftragte das IBA-Büro die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Renate Girmes von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, gemeinsam mit Pädagogen aus drei Bernburger Sekundarschulen die Grundzüge eines pädagogischen Konzeptes für den „Campus Technicus“ zu entwerfen. Skandinavische Modelle, wie die schwedische „Futurum- Schule“, wurden vorgestellt und diskutiert.