Katastrophenschutzübung - Flugzeug rast in Terminal

Katastrophenschutzübung "Ikarus" simulierte am Samstageinen Flugunfall auf Airport Magdenburg-Cochstedt international. In Übereinstimmung mit der Einheitsgemeinde Stadt Hecklingen und mit Unterstützung des Airport Magdeburg-Cochstedt international wird der Salzlandkreis am kommenden Samstag den 20. Oktober eine Vollübung durchführen. Ziel dieser Übung ist die Überprüfung der Funktionstüchtigkeit der kreislichen Konzepte „Sonderplan Flugunfall“ und „Sonderplan Massenanfall von Verletzten“. Der Flughafen wurde ausgewählt, da der Passagierflugverkehr ein nicht zu unterschätzendes Gefährdungspotential für den Salzlandkreis darstellt. Die mit den örtlich zuständigen Feuerwehren, der gemeindlichen Gefahrenabwehrbehörde und dem Airport gemeinsam entwickelten Einsatzpläne sollen hierbei zum ersten Mal auf Herz und Nieren geprüft werden.

Somit ist als Schwerpunkt der Übung, neben der erstmaligen komplexen Erprobung des neuen Behandlungsplatzes 50, das Zusammenwirken aller Einsatzkräfte unter Nutzung dieser Sondereinsatzpläne. Gleichzeitig erfolgt die Überprüfung der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) durch die Einbindung von Bundeswehrkräften, insbesondere dem Sanitätsregiment 32 aus Weißenfels und dem Kreisverbindungskommando Salzland. Die Übungsausgangslage ist ein geplanter Landeanflug eines mit 18 Personen besetzten Flugzeuges. 34 im Terminal befindliche Personen warten auf die angekündigte Maschine, um damit weiterzufliegen bzw. handelt es sich hierbei um Beschäftigte des Flughafens. Im Rahmen einer Truppenverlegung sind 35 Bundeswehrsoldaten im östlichen Bereich in der Nähe des Hangar 1 vorübergehend stationiert. Sie warten auf den für den Mittag geplanten Abflug in ihr Einsatzgebiet. Der anfänglich normale Landeanflug endet dann allerdings in einem durch die Übungsleitung inszeniertem Desaster.

 

Durch einen Bruch der Radaufhängung kippt das Flugzeug ab und zerstört teilweise das Terminal des Flughafens. Teile des Triebwerks brennen. Abgelenkt durch die Geschehnisse auf dem Flughafengelände verliert der Fahrer eines Tanklastwagens die Kontrolle über sein Fahrzeug, welches dann durch eine Kollision umkippt und durch auslaufendes Kerosin ebenfalls in Brand gerät. Dies geschieht leider in dem Bereich, in dem die Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Dieses verheerende Gesamtbild beherbergt insgesamt 87 Verletzte, die es nun zu retten und zu versorgen gilt. Gespielt werden diese Verletzten durch Personen der Kreisverwaltung, des Jobcenters, deren Familienangehörige und Bundeswehrsoldaten. Die Verletzungsmuster sind vielfältig, hauptsächlich werden es mechanische und thermische Verletzungsmuster sein, die durch realistische Unfalldarsteller vom

Jugendrotkreuz Magdeburg und der Bundeswehr geschminkt werden.

 

Damit alles möglichst echt wirkt, werden Kameraden der Feuerwehr Bördeland und des Technischen Hilfswerkes der Ortsverbände im Salzlandkreis ein Trümmerfeld aufbauen und auch, dank der Unterstützung der Bundeswehr, Rauchkörper zum Einsatz bringen. Die Alarm- und Ausrückordnung sieht bei so einem Szenario vor, dass Einsatzkräfte der Feuerwehren der Einheitsgemeinde Stadt Hecklingen, Aschersleben, Egeln und Staßfurt zur Einsatzstelle geschickt werden. Weiterhin erfolgt der Einsatz der Rettungsdienste aus den Wachen in Aschersleben, Bernburg, Calbe, Schönebeck und Staßfurt und der Katastrophenschutzeinheiten des Salzlandkreises aus den Standorten Bernburg, Schönebeck und Staßfurt.

Nach erfolgter Rettung der Personen aus ihren Zwangslagen durch die Kameraden derFeuerwehren (eingeklemmt unter Trümmern, bewusstlos im Flugzeug, panisch im Terminal) werden sie medizinisch behandelt, transportfähig gemacht und abtransportiert. Hier wird dann auch das erste Mal eine intensive Zusammenarbeit zwischen zivilen Rettungsdienstlern / Notärzten / Sanitätern und der Bundeswehr

stattfinden. Die Bundeswehr beteiligt sich an der Übung, in dem sie den Behandlungsplatz des Salzlandkreises durch eine Rettungsstation personell wie materiell verstärken wird.

 

Gelenkt und geleitet wird der gesamte Einsatz durch die Technische Einsatzleitung und den Katastrophenschutzstab des Salzlandkreises. Das Zusammenwirken bei einer Vollübung wird auch hier in dieser Form das erste Mal trainiert. Bisher fanden Ausbildungen und Übungen immer getrennt voneinander statt. Diese bis dato größte Katastrophenschutzübung des Salzlandkreises wird durch die Teilnahme der

Katastrophenschutzbasis des Landesverwaltungsamtes und des Ministerium für Inneres und Sport komplettiert.

 

Für das leibliche Wohl der rund 400 Teilnehmer sorgen die Betreuungsdienste des Salzlandkreises aus Aschersleben, Bernburg und Schönebeck, sowie die Bundeswehr.

 

Wer sich diese Übung anschauen möchte, kann dies von der alten Zufahrtsstraße aus gern ab 10:00 Uhr tun. Die Polizei wird präsent sein und Hinweise zu den Parkmöglichkeiten geben.


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Kommentare: 1
  • #1

    leo (Sonntag, 21 Oktober 2012 17:01)

    ich war dabei! es war sehr interessant aber mehr als unrealistisch. einige ärzte kamen mit fertigen patientenkarten (komplett ausgefüllte orangenfarbene karten) und umgingen damit die nötigen diagnosen.
    orientierungslosigkeit bei den einsatzkräften und auch bei den organisatoren kommen dazu. krankenwagen wussten nicht wo sie hin sollen, feuerwehrleute mussten (kostbare) minuten warten, um zu erfahren welches opfer sie als nächstes transportieren sollen um anschließend nochmals zeit zu verschwenden weil nicht geklärt werden konnt wohin das opfer gebracht werden sollte.
    viele opfer warteten vergebens auf ersthilfe, während bei wenigen gleich mehrere ärzte ihr glück mit rate-diagnosen versuchten.
    sauerstoffmasken, tropf, und verschiedene verbandssorten sollten sich die patienten vorstellen, da diese nur in sehr begrenzter stückzahö vorhanden waren.
    schnittverletzungen wurden einfach ignoriert oder als brandverletzung eingestuft, bewusstlose patienten wurden so lange gefragt was sie haben bis sie es dann verraten haben.

    es wahr erschreckend wie uninteressiert einige einsatzkräfte an diese übung herangegangen sind.
    gleichermaßen wurde mir gezeigt, dass man nur hoffen kann, dass ein solcher fall bei der derzeitigen organisation, vorbereitung und besetzung der entscheider (feuerwehrleiter, ärzte, usw) niemals eintritt.

    positiv ist jedoch zu erwähnen, dass die bundeswehr (trotz des eigentlich freien tages) die übung voll und ganz wahrgenommen hat.
    interesse, schauspielerische leistung und organisation waren bemerkenswert.