Bundesnetzagentur hält Stromtrassen nach Bayern für zwingend notwendig

Die Bundesnetzagentur hat heute die vorläufigen Ergebnisse zum notwendigen Stromnetzausbau bekannt gegeben. In den vorläufigen Entwürfen des Netzentwicklungsplans Strom 2024 wird die energiepolitische Notwendigkeit der Gleichstrompassage Süd-Ost von Wolmirstedt nach Gundremmingen erneut bekräftigt. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sieht sich durch die Stellungnahme der Bundesnetzagentur bestätigt. In seiner heutigen Videobotschaft (www.sachsen-anhalt.de) hatte sich Haseloff erneut zur Notwendigkeit des Netzausbaus bekannt. Er forderte Bayern auf, im Streit um den Bau neuer Stromtrassen einzulenken und sich zum Ausbau zu bekennen. Dabei sollte die Nutzung vorhandener Trassen in Vordergrund stehen. Gleichzeitig mahnte Haseloff eine schnelle Entscheidung Bayerns an. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben den aktualisierten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) 2014 zum Ausbaubedarf des deutschen Stromnetzes in den nächsten zehn Jahren veröffentlicht. Die Netzbetreiber gehen weiterhin von einem hohen Strom-Übertragungsbedarf zwischen Nord- und Süddeutschland aus, er soll hauptsächlich über vier Gleichstromtrassen, die so genannten HGÜ-Strecken, gedeckt werden. 

Dazu zählt auch die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern. Sie soll nach den jetzt vorgelegten, aktualisierten Planungen in Wolmirstedt beginnen (bisher Bad Lauchstädt) und bis ins bayerische Grundremmingen (bisher Meitingen) führen. 


Dazu erklärt Wirtschaftsstaatssekretärin Dr. Tamara Zieschang: „Eine erfolgreiche Energiewende ist nur im Paket mit dem Netzausbau zu haben. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wird schon heute zeitweise mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, als vor Ort verbraucht werden kann. Dieser Strom muss in die verbrauchsstarken Zentren in Süddeutschland transportiert werden, um die aufgrund der beschlossenen Abschaltung der dortigen Kernkraftwerke wachsende Stromnachfrage bedienen zu können. 


Daher hat die Landesregierung stets auf die Notwendigkeit einer Stromautobahn von Ost- nach Süddeutschland hingewiesen. Die Verlängerung dieser Trasse in Richtung Norden, wie sie jetzt von den Netzbetreibern angemeldet wurde, ist auch im neuen Energiekonzept des Landes genannt. Sachsen-Anhalt wird seinen Beitrag zum erforderlichen Netzausbau leisten. Dabei tritt die Landesregierung für eine möglichst effektive Trassenplanung ein, die den Aufwand für Trassenbau und Betrieb sowie die ökologischen Auswirkungen minimiert.“ In diesem Zusammenhang verwies die Staatssekretärin auch auf eine Vereinbarung zur Stärkung von Bürgerbeteiligung und Transparenz zwischen dem Wirtschaftsministerium und dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, die an diesem Donnerstag unterzeichnet werden soll.

 

Hintergrund: Die Bundesnetzagentur wird den 2. Entwurf des Netzentwicklungsplans 2014 nun zur öffentlichen Konsultation stellen und die vorgeschlagenen Projekte anschließend auf ihre energiewirtschaftliche Notwendigkeit hin überprüfen. Sachsen-Anhalt ist seit 2007 Stromexporteur. Die Nettostromerzeugung im Land lag 2013 bei 23,1 TWh und damit rund 45 Prozent über dem Stromverbrauch von 15,9 TWh. Die Differenz wird künftig noch zunehmen, da der Verbrauch stagniert, während die Stromproduktion weiter wächst.

 

Link zum Energiekonzept des Landes: http://www.mw.sachsen-anhalt.de/energieund-bergbau/energie.

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Kommentare: 1
  • #1

    Otto Ohm (Mittwoch, 05 November 2014 11:31)

    Logisch,der Stromverbrauch stagniert,er wird ja immer teurer,da ist sparen angesagt.