Polizeibewerber - spielen Schulnoten künftig keine Rolle mehr?

Die Polizei ist eine der wichtigsten Einrichtungen, damit öffentliche Sicherheit und Ordnung jederzeit und überall gewährleistet sind, so steht es auf der Internetseite der Polizei Sachsen-Anhalt. Doch die Polizei hat Bewerberprobleme, die rückläufigen Zahlen sind auch dem demographischen Wandel geschuldet. Daher ist die Polizei bestrebt, mehr junge Leute für den Polizeidienst zu gewinnen. Das wurde am vergangenen Samstag auf der Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt in Aschersleben deutlich. Zum Tag der offenen Tür, bei dem mit Unterstützung der Polizeibehörden und -einrichtungen ein sehr umfangreiches und interessantes Programm zusammengestellt wurde, kamen ca. 3000 Besucher. Dieser Tag stand im Zeichen der Berufsinformation und der Werbung für zukünftige Polizeianwärterinnen und -anwärter. Um die Vielseitigkeit des Polizeiberufes für die Besucher deutlich zu machen, wurden die Organisatoren durch die Behörden sowie die Landesbereitschaftspolizei unterstützt. Dadurch konnten sich die Besucher ein Bild über die vielfältigen Karriere- und Einsatzmöglichkeiten in der Landespolizei machen. 

Onlinebewerbungen für die Einstellung zum 01. März 2016  und zum 01. September 2016 in den Polizeivollzugsdienst der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt und Polizeivollzugsdienst der Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt werden immer noch angenommen. Aufgrund der Rückläufigen Bewerberzahlen sollen nun die Hürden für Polizeianwärter gesenkt wurden sein. Das Verfahren zur Auswahl bleibt nach Angaben der Polizei zwar sehr anspruchsvoll, jedoch spielen nun Schulnoten bei der Auswahl keinerlei Rolle mehr. 

 

Höhepunkt war in diesem Jahr zweifelsohne die Vorführung des Spezialeinsatzkommandos (SEK). Die Demonstration des taktischen Vorgehens bei einer Geiselnahme fand unter den Augen hunderter Besucher großes Interesse. Vieles gab es zu entdecken. Für die Berufsinteressenten waren sicher allgemeine Informationen zu den Einstellungsvoraussetzungen am Stand der Berufsinformation und Teile des Auswahlverfahrens interessant. Ob beim Wissens-, Sport- oder Deutschtest, hier konnten sie erfahren, in welchen Bereichen sie schon fit sind und wo es noch Trainingsbedarf gibt. Wichtige Informationen zur gesundheitlichen Eignung wurden im Polizeiärztlichen Zentrum gegeben.

 

Die Vorführungen der Diensthundführereinheit, die Demonstrationen aus der Einsatzbezogenen Selbstverteidigung und des Polizeilichen Handlungstrainings quittierten die Zuschauer mit viel Applaus. Wer wollte, konnte mit Farbmarkierungswaffen schießen. Auch zu Fragen der Kommunikation und der Stressbewältigung wurden Angebote unterbreitet. Ein kleiner Steppke war von der Lehrwache und den Gewahrsamsräumen begeistert. Wen möchte er dort wohl gern mal unterbringen?

 

Viele Fragen wurden an den verschiedenen Präsentationsständen beantwortet und so manches ausprobiert. Vor allem die kleinen Besucher waren von der Spezialtechnik der Polizei begeistert. Vom Sondereinsatzwagen bis zum Boot der Wasserschutzpolizei durfte alles hautnah betrachtet werden. Geschicklichkeit wurde bei der Bewältigung des Fahrradparcours der Verkehrswacht gefordert.

 

Das Präventionsmobil des Landeskriminalamtes bot Lösungen zur besseren Sicherheit rund ums Haus an. Aus der gleichen Behörde informierten Kollegen des Personenschutzes über ihre Aufgaben und die eingesetzte Technik. Die Tatortgruppe dokumentierte ihre Einsatzmöglichkeiten. Über die kriminalpolizeiliche Tatortarbeit und weitere spannende Themen aus Sicht der Kriminalpolizei gab es Informationen in den Kriminalistikkabinetten. Welche Ausrüstung den Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes und der Landesbereitschaftspolizei sowie der CRB-Einheit zur Verfügung steht, wurde den Neugierigen gezeigt. Ein Besucher resümierte: „Respekt, wer das trägt, der muss körperlich fit sein!“ So wird geblitzt! Das zeigten Vertreter des Polizeireviers Salzlandkreis. Dabei gab es so manche Offenbarung von den Besuchern. Zu den Inhalten der Ausbildung und des Studiums wurden am Dozentenpoint und dem Stand der Polizeiseelsorge Auskunft gegeben. Das Internationale Zentrum präsentierte sich und informierte über die Beteiligung von Polizeibeamten an Friedenseinsätzen.

 

Musikalisch nahmen die „Barbarossa Pipes and Drums“ die Zuhörer mit auf eine Reise nach Schottland. In typischer traditioneller Kleidung, mit Dudelsack und Trommeln, boten sie eine Kostprobe ihres Könnens.

 

http://www.fh-polizei.sachsen-anhalt.de/online-bewerbung/

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