Die Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes im Juli 2015

„Im Juli ist die Arbeitslosigkeit saisontypisch angestiegen, da zahlreiche junge Menschen ihren Schulbesuch oder eine Berufsausbildung beendet haben“, so der Agenturchef Thomas Holz. “Junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung sind in der Regel in kurzer Zeit in Arbeit vermittelbar. Die gemeldeten Stellenangebote zeigen einen klaren Trend hin zur Suche der Unternehmen nach qualifizierten Mitarbeitern. Insofern ist davon auszugehen, dass die jungen ausgebildeten Fachkräfte mit ihren umfangreichen Kenntnissen ihre Arbeitslosigkeit auch kurzfristig wieder beenden werden“, so Holz. Im aktuellen Berichtsmonat sind im Salzlandkreis insgesamt 11.083 Personen arbeitslos gemeldet, 525 (5,0 Prozent) mehr als im Juni und 296 (-2,6 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. 

Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat Juni um 0,6 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent. Sie liegt 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Juli 2014. Im Vorjahr lag sie noch bei 11,2 Prozent. 




Der Arbeitslosenbestand der Jüngeren (15 bis unter 25 Jahre) beträgt 492 Personen und ist um 24,9  Prozent (98 Personen) gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber Juli 2014 sank der Bestand um 7,0 Prozent (37 Personen). Der Bestand an Arbeitslosen von 50 Jahren und älter liegt bei 4.476 Personen und stieg damit um 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat reduzierte sich der Bestand um 163 Personen (-3,5 Prozent). 3.471 Menschen sind im Juli langzeitarbeitslos im Bestand (Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos waren), das sind 555 weniger gegenüber dem Vorjahresmonat. Aktuell befinden sich 1.198 Stellen im Bestand, von denen 1.192  sozialversicherungspflichtig sind, das entspricht einem Anteil von 97,0 Prozent.

 

Dynamik auf dem Arbeitsmarkt

Im Berichtsmonat Juli meldeten sich 2.679 Personen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 379 Personen (16,5 Prozent) mehr als im Juni 2015 und 123 Personen (4,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Ihnen standen 2.153 Abgänge aus Arbeitslosigkeit gegenüber. Das waren 492 Personen (-18,6 Prozent) weniger als im Vormonat und 831 Personen (-27,8  Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 3.022 Personen, das sind 163 Personen mehr als im Vormonat und 188 Personen weniger als im Vorjahr.

 

Im Rechtskreis SGB II waren 8.061 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 362 Personen mehr als im Juni 2015; im Vergleich zum Juli 2014 waren es 108 Personen weniger. Im Juli meldeten sich 1.100  zuvor erwerbstätige Personen arbeitslos, 215 (24,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 818 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 414 (33,6 Prozent) weniger als im Juli 2014. Im Land Sachsen-Anhalt beträgt die Arbeitslosenquote 10,0 Prozent, im Vergleich zum Juni ist das ein Zuwachs um 0,2 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote liegt damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Niveau des Juli 2014.

 

Arbeitsmarktsituation in den Regionen

 

Im Juli lag die Spanne der Arbeitslosenquote im Salzlandkreis zwischen 9,7 Prozent (Geschäftsstelle Schönebeck) und 12,8 Prozent (Geschäftsstellen Aschersleben). Insgesamt stieg in der Agentur für Arbeit Bernburg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozentpunkte auf einen Wert von 11,1 Prozent. 



Region Bernburg:

 

Die Arbeitslosigkeit hat sich von Juni auf Juli um 189 auf 3.183 Personen angestiegen. Das war 1 Arbeitsloser mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 10,5 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 10,4 Prozent. Dabei meldeten sich 766 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 60 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 578 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-205). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB III von Juni auf Juli um 38 auf 924 Personen gesunken. Das waren 2,6 Prozent weniger als vor einem Jahr (–25). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB II von Juni auf Juli um 151 auf 2.259 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Zuwachs um 26 Personen. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 4.990 Arbeitslosmeldungen, das ist sind 218 Personen weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 5.310 Abmeldungen von Arbeitslosen, das sind 274 Personen weniger im Vergleich zum Juli 2014. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juni um 11 Stellen auf 360 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 115 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 71 neue Arbeitsstellen, 19 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 681 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 103.

 

Region Schönebeck:

 

Die Arbeitslosigkeit ist von Juni auf Juli um 168 auf 2.778 Personen angestiegen. Das waren 84 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 9,7 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,8 Prozent. Dabei meldeten sich 824 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 22 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 657 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-337). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB III von Juni auf Juli um 68 auf 722 Personen gestiegen. Das waren 11,6 Prozent weniger als vor einem Jahr (–95). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB II von Juni auf Juli um 100 auf 2.056 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Zuwachs um 11 Personen. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 5.231 Arbeitslosmeldungen, das ist sind 494 Personen weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 5.476 Abmeldungen von Arbeitslosen (–647). 

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 15 Stellen auf 446 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 4 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 115 neue Arbeitsstellen, 14 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 915 Arbeitsstellen ein, analog den Vorjahreszeitraum.

 

Region Aschersleben:

 

Die Arbeitslosigkeit hat sich von Juni auf Juli um 148 auf 2.301 Personen angestiegen. Das waren 133 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 12,8 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 13,1 Prozent. Dabei meldeten sich 483 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 13 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 335 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-204). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB III von Juni auf Juli um 50 auf 582 Personen gestiegen. Das waren 3,0 Prozent weniger als vor einem Jahr (–18). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB II von Juni auf Juli um 98 auf 1.719 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang um 115 Personen. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 3.458 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Rückgang um 50 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 3.831 Abmeldungen von Arbeitslosen, 240 Personen weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 12 Stellen auf 218 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 57 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Juli 58 neue Arbeitsstellen, 3 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 354 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 125. 

 

Region Staßfurt:

 

Die Arbeitslosigkeit hat sich von Juni auf Juli um 20 auf 2.821 Personen erhöht. Das waren 80 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 12,1 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 12,4 Prozent. Dabei meldeten sich 606 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 72 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 583 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–85). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB III von Juni auf Juli um 7 auf 794 Personen gestiegen. Das waren 5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr (–50). Die Arbeitslosigkeit ist im Rechtskreis SGB II von Juni auf Juli um 13 auf 2.027 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang um 30 Personen. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 4.354 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Zuwachs von 98 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 4.679 Abmeldungen von Arbeitslosen, ein Rückgang um 97. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 15 Stellen auf 174 gestiegen; im Vergleich zum  Vorjahresmonat gab es 2 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 52 neue Arbeitsstellen, 22 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 305 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 5.

 

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

(Arbeitslosenversicherung SGB III und Grundsicherung SGB II)

 

Jugendarbeitslosigkeit

 

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher im Alter von 15 bis unter 25 Jahren hat sich um 98 auf 492 Personen erhöht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist jedoch ein Rückgang um 37 Personen (-7,0 Prozent) zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen zwischen 15 bis unter 25 Jahren liegt damit bei 7,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Zuwachs um 0,2 Prozentpunkte. Die Arbeitslosigkeit für die 15 bis unter 25-Jährigen ist im Rechtskreis SGB III von Juni auf Juli um 70 auf 297 Personen angestiegen. Das waren 9,5 Prozent weniger als vor einem Jahr (–31). Die Arbeitslosigkeit für die 15 bis unter 25-Jährigen ist im Rechtskreis SGB II von Juni auf Juli um 28 auf 195 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang um 6 Personen (-3,0 Prozent). Der Landeswert (Sachsen-Anhalt) liegt für diese Personengruppe aktuell bei 10,2 Prozent und 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

 

Ältere Arbeitslose über 50 Jahre

 

Der Bestand an Arbeitslosen von 50 Jahren und älter stieg im Vergleich zum Vormonat um 233 auf 4.476 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist ein Rückgang um 163 Personen (-3,5 Prozent) zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote in dieser Personengruppe liegt damit aktuell bei 11,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Zuwachs um 0,6 Prozentpunkte, im Vorjahresmonat betrug die Arbeitslosenquote 12,4 Prozent. Die Arbeitslosigkeit für Personen ab 50 Jahre und älter ist im Rechtskreis SGB III von Juni auf Juli um 71 auf 1.608 Personen gestiegen. Das waren 9,7 Prozent weniger als vor einem Jahr (–172 Personen). Die Arbeitslosigkeit für Personen ab 50 Jahre und älter ist im Rechtskreis SGB II von Juni auf Juli um 162 auf 2.868 Personen ebenfalls gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Zuwachs um 9 Personen (0,3 Prozent).

 

Ausbildungsmarkt

 

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Bernburg 1.257 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 10 Jugendliche mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 913 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Rückgang von 12 Ausbildungsstellen. Ende Juli hatten 338 gemeldete Bewerber noch keine Ausbildungsstelle und 310 Ausbildungsstellen waren noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der unversorgten Bewerber um 52 Jugendliche zurückgegangen   (-13,3 Prozent) und die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war ebenfalls rückläufig mit 18,4 Prozent (-70).  

 

Von den 1.257 gemeldeten Jugendlichen werden 717 ihre Schule 2015 beenden. 526 haben die Schule bereits in den Vorjahren verlassen (+14). Unter diesen Altbewerbern haben 312 die Schule schon 2013 oder früher verlassen, das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 16 Personen (4,9 Prozent). „Die Anzahl der Jugendlichen ohne Ausbildungsvertrag und der unbesetzten Ausbildungsstellen sind im Vergleich zu Vorjahr zurückgegangen. Wir gehen nun in die Endphase für die Ausbildungsvermittlung 2015. Unternehmen des Salzlandkreises suchen vorrangig noch Azubis für das verarbeitende Gewerbe, aber auch in vielen anderen Bereichen. Einen Überblick über alle aktuell freien Stellen und ihre Anforderungen können sich Lehrstellensuchende in der Jobbörse oder im persönlichen Beratungsgespräch verschaffen, “ sagt Thomas Holz.

 

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

 

Die bundesweite Rufnummer lautet 0800 4 5555 00. Dieser Anruf ist für Sie kostenfrei.

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