Gute Chancen für Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt

Sachsen-Anhalt setze auf vier tragende Säulen: Das Erlernen der deutschen Sprache, Maßnahmen für Verbesserung der beruflichen Qualifikation, das Öffnen von Wegen in die Berufsausbildung für junge Geflüchtete sowie Maßnahmen zur Unterstützung und Begleitung von Geflüchteten und Unternehmen bei der betrieblichen Integration.


Sachsen-Anhalt sieht gute Chancen für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und in das System der beruflichen Ausbildung. „Wenn Integration gelingen soll, ist Arbeit ein wichtiger Schlüssel“, sagte Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, die über das Thema im Kabinett informiert hatte. Sachsen-Anhalt setze auf vier tragende Säulen: Das Erlernen der deutschen Sprache, Maßnahmen für Verbesserung der beruflichen Qualifikation, das Öffnen von Wegen in die Berufsausbildung für junge Geflüchtete sowie Maßnahmen zur Unterstützung und Begleitung von Geflüchteten und Unternehmen bei der betrieblichen Integration.

 

Über 5.000 Männer und Frauen aus Asylzugangsländern sind aktuell in Maßnahmen wie geförderten Aus- und Weiterbildungen, geförderten Arbeitsgelegenheiten, Sprach- oder Integrationskursen, gegenüber dem Vorjahr ist das mehr als eine Verfünffachung. 816 sind derzeit schon sozialversicherungspflichtig beschäftigt, weitere 382 gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach und 58 sind in einer dualen Berufsausbildung. Das zeigen die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Sachsen-Anhalt.

 

Es sei gelungen, innerhalb kurzer Zeit ein wichtiges Netzwerk von Unterstützungsmaßnahmen auf Seiten der Jobcenter, der Arbeitsagenturen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und wichtiger Landes- und Bundesprojekte aufzubauen, sagte Grimm-Benne. „So entstehen sinnvolle Maßnahme- und Prozessketten von der ersten Sprachförderung bis zur abschließenden erfolgreichen Integration in Arbeit.“

 

Das Programm „BRAFO für junge Geflüchtete“ kombiniere beispielsweise Berufsorientierungsmaßnahmen mit Maßnahmen zur Sprachförderung im Rahmen von Jugendintegrationskursen, hier werde es Projekte in verschiedenen Regionen Sachsen-Anhalts geben. „Aber: Bei der Arbeitsmarktintegration können Erfolge nicht über Nacht messbar sein.“ Fast zwei Drittel der Asylsuchenden seien unter 25 Jahre alt. Daraus folge, dass der Großteil noch keine abgeschlossene Berufsausbildung habe, viele hätten auch keine abgeschlossene Schulausbildung. Grimm-Benne „Wenn wir es gut anfangen, können diese jungen Menschen hier die deutsche Sprache lernen und eine Ausbildung absolvieren. Sie können in gute Jobs starten, echte Perspektiven haben.“

 

Eine sofortige Vermittlung von Flüchtlingen aus SGBII-Bezug in Arbeit scheitere in der Regel, weil Sprachkompetenzen fehlten und berufliche Qualifikationen meist nicht ohne weiteres auf die Verhältnisse des deutschen Arbeitsmarkes passten. Doch gebe es gute Rahmenbedingungen, wie die beste Arbeitsmarktlage seit 1991. Die Beschäftigungsentwicklung sei positiv, die Arbeitslosigkeit insgesamt weiter gesunken und aus der Wirtschaft werde zunehmender Fachkräftedarf signalisiert. Zudem sei die Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren, die sich um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt bemühten, heute insgesamt viel schneller und effektiver als noch vor einigen Monaten. Verzahnung von Regelungen, Instrumenten und Förderketten bleibe die große Aufgabe.

 

„Viele Flüchtlinge haben hohe Potentiale, viele sind jung, gut motiviert und wollen starten, andere verfügen über erhebliche berufliche Erfahrungen, an die angeknüpft werden kann. Daran müssen wir mit unseren Angeboten anknüpfen.“

 

Hintergrund: Die seit 2013 eingereisten Geflüchteten zeigen eine hohe Bildungsorientierung. Es gibt viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg. Das sind zentrale Ergebnisse einer Mitte November vorgestellten repräsentativen Befragung von mehr als 2300 geflüchteten Menschen über 18 Jahren, die gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und dem Sozio-oekonomischen Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführt wurde. 58 Prozent der erwachsenen Geflüchteten haben danach in ihren Herkunftsländern zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht: 73 Prozent der Geflüchteten waren vor dem Zuzug nach Deutschland erwerbstätig, im Durchschnitt 6,4 Jahre. Die Arbeitsmarktdaten zu Personen aus Asylzugangsländern für Sachsen-Anhalt von Oktober 2016 zeigen: Unter 777.116 sozialversicherungspflichtig Beschäftigen sind 18.748 Ausländerinnen und Ausländer, davon kommen 816 aus Asylzugangsländern, 335 aus Syrien.



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