Solvay Bernburg: „Qualifizierte Mitarbeiter sind Lebensversicherung des Werks“

Markus Bauer, Landrat des Salzlandkreises, besuchte heute das Bernburger Solvay-Werk. Ausbildung und Fachkräftemangel waren Schwerpunktthemen des rund zweistündigen Gesprächs.


„Das Werk durchläuft einen Generationswechsel“, sagte Werkleiter Patrick Sivry. „Viele unserer rund 400 Mitarbeiter arbeiten seit 30, 40 Jahren hier und gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand.“ Diesen Übergang zu gestalten und den Verlust an Wissen und Erfahrung auszugleichen sei eine enorme Herausforderung. Die Ausbildung und die fortwährende Qualifizierung seien daher Schlüsselaufgaben.

 

„Die Arbeit ist anspruchsvoll und verlangt Spezialkenntnisse“, betonte Sivry. „Fachkräfte wie Chemikanten können wir über den Arbeitsmarkt kaum gewinnen.“ Das sei auch ein Grund, warum Solvay verstärkt in die Ausbildung investiere und zum Beispiel über Schulkooperationen wie mit dem Campus Technikus oder dem Gymnasium Carolinum frühzeitig den Kontakt zum Nachwuchs suche. Rund 40 Auszubildende sind zurzeit im Werk beschäftigt; die Ausbildungsquote liegt bei rund zehn Prozent. Solvay bildet nach Bedarf aus. Jedes Jahr werden im Durchschnitt zehn Plätze besetzt; in diesem Jahr starteten acht junge Männer aus der Region ihre Ausbildung im Werk: vier Chemikanten und vier Industriemechaniker.

 

„Erstklassige Fach- und Führungskräfte sind die Lebensversicherung des Werks“, sagte Sivry. Das gelte jetzt um so mehr, weil sich das Werk in einem harten Wettbewerb behaupten müsse. Weltweite Überkapazitäten und hoher Preisdruck kennzeichnen den Markt. „Grundstoffe wie Soda und Bicarbonat verkaufen sich nur über den Preis.“ Hohe Kosten für die Wasserabgabe und die Umlage für erneuerbare Energien schwächen die Position des Werks zusätzlich. Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter seien daher ein zentraler Standortvorteil.

 

Landrat Markus Bauer besichtigte bei einem Rundgang die Produktion, das Labor und die Ausbildungswerkstatt. Jungen Menschen eine Berufsausbildung zu ermöglichen und die Ausbildungsquote im Salzlandkreis zu steigern, liege ihm besonders am Herzen. Bauer unterstrich den Wert einer soliden Ausbildung. Solvays Anstrengungen seien zudem wichtig, um die Region als Wirtschafts- und Industriestandort attraktiver zu gestalten. Wenn sich die jungen Leute hier vor Ort in ein international ausgerichtetes Unternehmen einbringen, stärke dies auch die Region als Wohnstandort und den Familienzusammenhalt.

 

Das Werk Bernburg

 

In Bernburg beschäftigt Solvay mehr als 400 Mitarbeiter (inkl. ca. 40 Auszubildende). Seit über 130 Jahren wird hier Soda hergestellt. Heute produziert das Werk zudem Natriumbicarbonat, Wasserstoffperoxid und hochreine Phosphorsäure. Diese Stoffe sind für viele Bereiche des täglichen Lebens unverzichtbar. Sie werden zur Herstellung von Glas, Lebensmitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in der Metallverarbeitung verwendet. Zudem werden sie in der Pharmazie, der Elektro- und Computerchip-Industrie sowie im Umweltschutz genutzt. Bei allen in Bernburg hergestellten Produkten zählt die Solvay-Gruppe zu den Weltmarktführern.

 

Solvay ist eine internationale Chemiegruppe, deren vielseitige Spezialitäten zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. In enger Partnerschaft mit Kunden entwickelt die Gruppe weltweit Innovationen für ganz unterschiedliche Anwendungen, etwa in Flugzeugen, Autos, Mobilgeräten und Medizintechnik, in Batterien oder bei der Förderung von Mineralien und Öl. Solvay trägt zur Nachhaltigkeit bei - mit leichten Werkstoffen für eine sauberere Mobilität, mit Rezepturen, die den Ressourcenverbrauch optimieren und mit Hochleistungschemikalien, die Luft- und Wasserqualität verbessern.

 

Die Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter in 58 Ländern und erzielte 2016 einen Umsatz von 10,9 Mrd. Euro, 90 Prozent davon mit Geschäftsaktivitäten, in denen die Gruppe weltweit zu den Top 3 gehört.

 

Solvay S.A. (SOLB.BE) ist an der Euronext in Brüssel und Paris gelistet (Bloomberg: SOLB.BB - Reuters: SOLB.BR). In den USA werden Aktienzertifikate der Gruppe (SOLVY) über ein Level-1-ADR-Programm gehandelt.

 

In Deutschland arbeiten fast 2.000 Beschäftigte an zehn Standorten. 2016 erzielte die Solvay-Gruppe hier rund 1 Mrd. Euro Umsatz (alle Zahlen ohne die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte). Zu den Hauptprodukten zählen Fluor-, Barium- und Strontium-Spezialitäten, Hochleistungskunststoffe, Soda, Natriumbicarbonat sowie Wasserstoffperoxid.

 



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