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In Sachsen-Anhalt wird mehr gearbeitet als im Bundesdurchschnitt

Pro-Kopf-Arbeitszeit 2016 betrug 1 418 Stunden in Sachsen-Anhalt - 59 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt


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Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilte, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Millionen Stunden auf 1 430,3 Millionen Stunden (- 0,4 %). Gleichzeitig nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2016 um 3 200 Personen auf 1,009 Millionen Personen (+ 0,3 %) zu. Die Hauptursachen für die Abnahme des Arbeitsvolumens lagen im Rückgang der selbstständigen Beschäftigung und der Vollzeitbeschäftigung sowie der Zunahme der Teilzeitbeschäftigung. Ein weiterer Einflussfaktor war der Anstieg der Ausfallszeiten durch Krankheit. Nach der Stellung im Beruf betrachtet sank, hauptsächlich bedingt durch den Rückgang um 600 Personen (- 0,6 %), die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen um 1,7 Millionen Stunden auf 181,3 Millionen Stunden (- 0,9 %).

 

Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verringerte sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 3,9 Millionen Stunden auf 1 249,1 Millionen Stunden (- 0,3 %). Die Arbeitnehmerzahl nahm dagegen um 3 800 Personen (+ 0,4 %) zu. Im Jahr 2016 betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen 1 418 Stunden, 10 Stunden weniger als im Vorjahr, aber 59 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt. Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen lag die Pro-Kopf-Arbeitszeit bei 1 986 Stunden, das waren 6 Stunden weniger als im Vorjahr, jedoch 28 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt. Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer betrug die durchschnittliche geleistete Jahresarbeitszeit 1 361 Stunden, 10 Stunden weniger als im Vorjahr, aber 68 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt.

 

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+ 4,4 %), Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+ 0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (+ 0,1 %) zunahm, sank es in den anderen Wirtschaftsbereichen. Den stärksten Rückgang hatte das Verarbeitende Gewerbe (- 2,2 %) zu verzeichnen.

 

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 645 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 363 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

 

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

 

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2016 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom August 2017. Dabei wurden auch die Jahre ab 2013 überarbeitet.

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