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Eine geschlechterspezifische Analyse des Arbeitsmarktes

Knapp 31.000 Frauen (49 Prozent) arbeiten im Salzlandkreis beitragspflichtig (von mehr als 63.100 SvB insgesamt).


Anlässlich des „Internationalen Frauentages“ am 8.März analysiert die Agentur für Arbeit Bernburg den Arbeitsmarkt für Frauen im Salzlandkreis.

 

„Frauen sind am regionalen Arbeitsmarkt gefragter denn je und sie profitieren von den insgesamt guten Jobchancen“, erklärt Arbeitsagenturchefin, Anja Huth. „Dabei sind Frauen in der Praxis anders gefordert als Männer. Grund sind oft familiäre Betreuungspflichten, wodurch Frauen in der Regel ihre Erwerbstätigkeit häufiger unterbrechen oder reduzieren. Mit Flexibilität auf beiden Seiten - Familie auf der einen und Arbeitgeber auf der anderen - kann hier vieles gelöst werden.“

 

Zuwachs an Beschäftigung

 

Immer mehr Frauen sind im Salzlandkreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ende Juni 2018 waren 30.986 Frauen in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung tätig. Ein Jahr zuvor waren es knapp 200 Frauen weniger. Fast 60 Prozent der geringfügig Beschäftigten sind weiblich (4.460 Frauen),92 weniger als zum Vorjahresstichtag am 30.Juni 2017.

 

Anja Huth, Leiterin der Arbeitsagentur Bernburg: „Die Erwerbsbeteiligung der Frauen im Salzlandkreis wächst zunehmend. Fast die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind in unserer Region weiblich. In anderen Regionen Deutschlands würde man das als Erfolg bewerten. Ich bin überzeugt, dass Frauen im Salzlandkreis irgendwann einmal mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im Landkreis ausmachen, entsprechend ihren Bevölkerungsanteil von 51 Prozent, wenn Sie sich weiter dem Arbeitsmarkt öffnen und das Spartendenken „typisch Männerberuf“ aufweichen.“

 

Frauen haben stabilere Beschäftigungsverhältnisse

 

Analysiert man den Zeitraum Oktober 2016 bis zum September 2017 haben 3.869 Männer und 2.493 Frauen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen.75 Prozent der Frauen waren nach 6 Monaten noch in beitragspflichtiger Beschäftigung und nur 70 Prozent der Männer. Nach weiteren 6 Monaten waren nur noch 52,1 Prozent der Männer beschäftigt, aber knapp 60 Prozent der Frauen.

 

Weniger Frauen sind arbeitslos

 

Die Arbeitslosenquote für Frauen ist geringer als die Quote der Männer. Im Salzlandkreis beträgt die Arbeitslosenquote der Frauen 8,6 Prozent im Februar 2019 (9,3 Prozent im Vorjahresmonat). Die Quote der Männer liegt mit 9,8 Prozent um 0,5 Prozentpunkte höher. Insgesamt betrug die Arbeitslosenquote im letzten Monat 9,2 Prozent.

 

Vor mehr als zehn Jahren stellte sich die Situation noch anders dar.2008 betrug die Arbeitslosenquote noch insgesamt 13,1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die Quote der Frauen betrug 15,1 Prozent, die der Männer 12,9 Prozent. Erst seit 2016 ist die Frauenarbeitslosigkeit mit 10,3 Prozent niedriger, als die der Männer (10,7 Prozent).

 

Anja Huth, Chefin der Bernburger Arbeitsagentur ergänzt: „Der Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Familien- oder Pflegephase ist für Frauen ein wichtiger Punkt im Leben. Wunsch und Wirklichkeit der wöchentlichen Arbeitszeit und der Erwerbsmöglichkeiten von Frauen divergieren leider nach wie vor. Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich MINT öffnen den Blick für neue Möglichkeiten und stellt damit die Weichen für gute berufliche Perspektiven.“

 

Frauen verdienen im Salzlandkreis fast genauso viel wie Männer

 

Auffällig ist, dass im Salzlandkreis die Bruttoarbeitsentgelte von Frauen fast identisch mit denen von Männern sind. Frauen verdienen im Schnitt 2.337 Euro, während Männer 2.381 Euro Brutto bekommen.

 

„Den Ausgleich zu der weniger guten bezahlten Dienstleistungsbranche schaffen Frauen, welche zahlreich im öffentlichen Dienst, in der Gesundheitsbranche und im Bereich der Erziehung tätig sind. Diese werden häufig besser entlohnt als typische Männerberufe“, erklärt Anja Huth.



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