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Arbeitsmarkt im April im Salzlandkreis

Untypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III



  • 134 Männer und Frauen mehr im Rechtskreis SGB III gemeldet (insgesamt 2.469 Menschen)
  • Weniger Arbeitslose -Zahl der gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 639 Menschen zum Vormonat auf 7.884
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 1.048 Menschen weniger arbeitslos im Salzlandkreis gemeldet
  • Arbeitslosenquote sinkt und liegt bei 8,2 Prozent

 

„Auf den ersten Blick zeigt sich ein zu erwartender Frühjahrsaufschwung. Die Arbeitslosigkeit im Salzlandkreis sinkt saisontypisch. Dennoch lohnt ein tieferer Blick in die Statistik und in die Differenzierung Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. Es zeigt sich, dass erstmals seit sechs Jahren der Bestand an arbeitslosen Männer und Frauen im April im Bereich der Arbeitslosenversicherung gestiegen ist“, erläutert Anja Huth. „Der untypische Anstieg erklärt sich unter anderem durch Zugänge von freigesetzten Zeitarbeitnehmern, eingetretenen Insolvenzen und weniger Abgänge in Erwerbstätigkeit als im Vorjahreszeitraum“, erklärt die Agenturchefin.

 

Die Arbeitslosenquote sank von 8,9 Prozent im März 2019 auf 8,2 Prozent im April.

 

Ende April fand ein Vermittlungsaktionstag mit 30 regionalen Unternehmen statt.

 

„Viele Unternehmen im Landkreis produzieren für den Export und sind stark von der Weltkonjunktur abhängig. Wie die Unternehmen vor dem Hintergrund von Handelskonflikten, Brexit usw. in die Zukunft blicken, erfragen wir gerade stichprobenhaft in den regionalen Unternehmen“, erläutert Anja Huth. „Trotz aller Risiken rate ich zur Gelassenheit. Die Arbeitsmarktentwicklung blieb bis zuletzt weitestgehend auf Kurs. Der Anteil von Dienstleistungen an der Wirtschaftsleistung legt immer mehr zu. Jobs in diesem Sektor sind nicht als Folge einer guten Konjunktur entstanden. Gerade Boom Branchen wie Pflege oder Erziehung hängen praktisch nicht von der Konjunktur ab.“

 

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

 

Im Berichtsmonat konnten 1.090 Menschen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Dies stellt zum Vormonat ein Zuwachs um 351 bzw. 47,5 Prozent dar. Zum Vorjahresmonat April 2018 macht dies einen Rückgang um 128 bzw. -10,5 Prozent aus.

 

1.930 Menschen haben sich im Laufe des Monats erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 688 von ihnen aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Das sind 90 bzw. 15,1 Prozent mehr im Vergleich zum März 2019 und 30 bzw. 4,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

 

Stellenmarkt

 

266 Stellen sind der Agentur für Arbeit Bernburg im Monat April zur Besetzung gemeldet worden, 92 bzw. -25,7 Prozent weniger als im Vormonat und 15 bzw. -5,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf 1.076 Stellen, 471 bzw. -30,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

 

Die meisten Stellen sind sozialversicherungspflichtige Jobangebote (97,9 Prozent). Gesucht werden erneut Mitarbeiter/*innen in der Produktion und Fertigung (437), im Gesundheitsbereich (169) und in der Lager– und Logistikbranche (161).

 

Unterbeschäftigungsquote

 

Nicht jeder Arbeitssuchende schafft direkt den Sprung in den Arbeitsmarkt. Diese Personen sind allein aufgrund ihrer Teilnahme an Maßnahmen nicht arbeitslos und werden über die „Unterbeschäftigung“ erfasst.

 

Betrachtet man die Zahlen der Arbeitslosen unter Berücksichtigung dieser laufenden Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt, so zeigt sich auch hier ein leichter Abwärtstrend. Von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im engeren Sinne betroffen waren insgesamt 12.123 Personen und damit 167 bzw.-1,4 Prozent weniger als im Vormonat und 973 bzw. -7,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 12,3 Prozent, im Vorjahresmonat lag die Quote bei 13,1 Prozent.

 

Arbeitslosigkeit nach Personenkreisen

 

Ältere Arbeitslose über 50 Jahre

 

Im April sank die Zahl arbeitsloser älterer Menschen um 267 Personen (-7,6 Prozent) und lag damit bei 3.234 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen Rückgang um 139 Personen (-4,1 Prozent).

 

Jugendarbeitslosigkeit

 

Ende April waren 474 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 60 oder -11,2 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum April 2018 sank die Jugendarbeitslosigkeit um 46 Personen (-8,8 Prozent).

 

Langzeitarbeitslose

 

Bei den langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind) ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bernburg zu verzeichnen. Ihre Zahl sank von März auf April um 177 (-6,4 Prozent) auf 2.609 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2018 sinkt die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen damit deutlich um 577 Personen (-18,1 Prozent).

Jeder Dritte (33,1 Prozent) der arbeitslos gemeldeten Menschen gehörte dieser Gruppe an.

 

Veränderungen vor Ort

 

Die Arbeitslosenquoten verringerten sich im gesamten Agenturbezirk Bernburg im Vergleich zum Vormonat.

 

Vor Ort liegen die Arbeitslosenquoten im Landkreis zwischen 7,3 Prozent in Schönebeck und 10,0 Prozent in Aschersleben. Dazwischen liegen mit 7,4 Prozent Bernburg und 9,0 Prozent Staßfurt.

 

Verteilung nach Rechtskreisen

 

Im April war im Bereich der Arbeitslosenversicherung ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. 2.469 Personen (96 bzw. -3,7 Prozent weniger als im Vergleich zum Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 134 Personen bzw. um 5,7 Prozent.

 

Im Bereich der Grundsicherung sank die Arbeitslosigkeit um 543 Personen (-9,1 Prozent) unter dem Niveau des Vormonats. 5.415 Menschen waren Ende April hier arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl erneut unter dem Niveau des Vorjahresmonats (-1.182 Personen bzw. -17,9 Prozent).

 

Arbeitsmarktsituation in den Regionen

 

Region Bernburg:

 

In Bernburg waren insgesamt 2.149 Menschen arbeitslos, damit 406 (-15,9 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

 

In und um Bernburg war im April eine Senkung der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 628 Menschen (46 bzw. -6,8 Prozent weniger als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 13 bzw. -2,0 Prozent weniger als im April 2018.

 

In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.521 Personen waren Ende April arbeitslos (160 bzw. -9,5 Prozent weniger als im März 2019). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 393 Personen (-20,5 Prozent) weniger arbeitslos.

 

Region Aschersleben:

 

In Aschersleben waren insgesamt 1.737 Menschen arbeitslos, damit 113 (-6,1 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

 

In und um Aschersleben war im April ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 499 Menschen (51 bzw. 11,4 Prozent mehr als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 51 bzw. 11,4 Prozent mehr als im April 2018.

 

In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.238 Personen waren Ende April arbeitslos (84 bzw. -6,4 Prozent weniger als im März 2019). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 164 Personen (-11,7 Prozent) weniger arbeitslos.

 

Region Staßfurt:

 

In Staßfurt waren insgesamt 1.981 Menschen arbeitslos, damit 199 (-9,1 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

 

In und um Staßfurt war im April eine Senkung der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 651 Menschen (70 bzw. -9,7 Prozent weniger als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 54 bzw. 9,0 Prozent mehr als im April 2018.

 

In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.330 Personen waren Ende April arbeitslos (108 bzw. -7,5 Prozent weniger als im März 2019). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 253 Personen (-16,0 Prozent) weniger arbeitslos.

 

Region Schönebeck:

 

In Schönebeck waren insgesamt 2.017 Menschen arbeitslos, damit 330 (-14,1 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

 

In und um Schönebeck war im April eine Senkung der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 691 Menschen (31 bzw. -4,3 Prozent weniger als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 42 bzw. 6,5 Prozent mehr als im April 2018.

 

In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.326 Personen waren Ende April arbeitslos (191 bzw. -12,6 Prozent weniger als im März 2019). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 372 Personen (-21,9 Prozent) weniger arbeitslos.



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