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Pflegebranche in Nöten

Analyse der Arbeitsmarktsituation im Salzlandkreis zum „Tag der Pflege“ am 12. Mai



Die Uhr tickt – Fachkräftemangel in Pflege – mit der Arbeitsagentur qualifizieren und Pflegenachwuchs gewinnen

 

Betriebe in der Pflegebranche haben in den vergangenen fünf Jahren deutliche Beschäftigungszuwächse verzeichnet, das zeigt ein Blick auf die aktuelle Beschäftigungsstatistik. So gab es im letzten Jahr im Salzlandkreis 120 Betriebe in der Pflegebranche,2013 waren es noch siebenundzwanzig weniger. Im Landkreis sind im Bereich der Gesundheits-und Krankenpflege, 2.583 Beschäftigte (+221 Personen mehr als 2013) und in der Altenpflege 1.926 Beschäftigte (+284 Personen mehr als 2013) beschäftigt.

 

Der Anteil der Älteren im Salzland steigt, während der der Jüngeren sinkt. Im gleichen Maß gilt das auch für die Beschäftigten. Hier werden in den nächsten Jahren verstärkt Altersabgänge in Rente hinzukommen, die die Fachkräftebedarfe weiter steigen lassen.

 

„Dieser Fachkräftemangel wird sich unter dem demografischen Aspekt noch weiter verschärfen. Die Zuwanderung aus EU-und Drittstaaten, kann und wird den Pflegefachpersonenmangel in unserem Landkreis auch nicht annähernd lösen, sondern allenfalls ein Baustein unter vielen anderen sein“, erklärt die Agenturchefin, Anja Huth.

 

Trotz Beschäftigungswachstum Fachkräftemangel – was tun?

 

Fachkräftemangel – immer und immer wieder ist dieses Wort zu hören. Aber was genau bedeutet dies mit Blick auf Pflegeberufe? Für die Unternehmen gibt es kaum noch eine Auswahl an möglichen Bewerbern, welche die geeigneten Qualifizierungen bereits besitzen.

 

„Umso wichtiger ist es, dass wir interessierte und geeignete Männer und Frauen über die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Pflegebranche informieren und mit Qualifizierungen in den Pflegeberufen maßgeblich unterstützen,“ sagt die Agenturchefin Anja Huth.

 

Neue generalistische Pflegeausbildung ab 2020

 

2020 startet die neue generalistische Pflegeausbildung. Es werden die bisherigen Berufsausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits-und Krankenpflege und der Gesundheits-und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Ausbildung „Pflegefachfrau/-mann“ zusammengefasst.

„Risiken und Chancen birgt die neue Pflegeausbildung. Eine Herausforderung für insbesondere mobile Pflegeeinrichtungen wird das individuelle Wahlrecht, nach dem Abschluss der generalistischen Ausbildung, im dritten Ausbildungsjahr. Eine Chance könnte das Wahlrecht allerdings auch sein, wenn sich dadurch mehr Jungen und Mädchen für eine Ausbildung in der Pflege interessieren“, sagt Anja Huth.

 

Anlässlich des „Tages der Pflege“ wird die Agentur für Arbeit Bernburg ihre Veranstaltungsreihe „CARE_isma“ am Mittwoch, den 15.Mai in der Arbeitsagentur Bernburg ab 14:00 Uhr bis ca.16:00 Uhr durchführen.

 

Mehr als zehn Arbeitgeber werden über ihre Ausbildungs-und Jobperspektiven informieren. Treffen möchten sie interessierte Jugendliche, Männer und Frauen.

 

Hintergrundinformationen:

 

1.Der Internationale Tag der Pflege wird seit 1967 jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.

 

2.Schaubild zur generalistischen Ausbildung (Quelle: BMAS)




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