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So soll Sie aussehen, die Rendezvoushaltestelle in Bernburg

Das beherrschende Thema zur letzten Stadtratsitzung am Donnerstag war die Rendezvoushaltestelle am unteren Karlsplatz. Mit dem Bau soll die Mobilität vor Ort auch künftig gewährleistet werden.



Im Ergebnis eines Busverkehrskonzeptes soll es künftig ein regelmäßiges Fahrtenangebot mit konsequentem Taktverkehr der Stadtbusse und der Regionallinien mit direkten Anschluss-, d.h. Umsteigemöglichkeiten geben. Für die Umsetzung dieses Konzeptes ist daher ein zentral gelegener Umsteigeknoten für vier Stadtbusse sowie mindestens zwei Regionalbusse erforderlich (sogenannte Rendezvoushaltestelle). Anhand eines Standortvergleiches wurde der untere Karlsplatz (Busbahnhof) als geeignet bewertet, da er deutliche Vorteile gegenüber den untersuchten Alternativen aufweist. Die Haltestelle muss für die Umsetzung des Konzeptes zu einem Inselbussteig mit mehr Halteplätzen als derzeit umgebaut werden.

 

Aufgrund des demografischen Wandels (abnehmende und zunehmend ältere Bevölkerung) und vergleichsweise niedriger Fahrgastzahlen in der Region Bernburg wurde durch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt (MLV) und die Nah-verkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) die TRAMP – Traffic and Mobility Planning GmbH aus Magdeburg mit der Erarbeitung eines Busverkehrskonzeptes beauftragt. Mit diesem Konzept sollten Strategien entwickelt werden, mit der die Mobilität vor Ort auch künftig gewährleistet werden kann. Mit einem gut ausgebauten Bus- und Bahnangebot soll deren Nachfrage stabilisiert und sollen die Betriebskosten begrenzt werden.

 

In die Erarbeitung (2014-2015) waren neben der Stadt Bernburg (Saale) der Salzlandkreis, die Kreisverkehrsgesellschaft Salzland mbH, die Agentur für Arbeit, das MLV und die NASA sowie Nachbarkommunen eingebunden.

 

Dabei wurde ein Angebotskonzept erarbeitet, das ein regelmäßiges Fahrtenangebot montags bis freitags ungefähr von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr im Regionalverkehr bzw. bis 20.00 Uhr im Stadtverkehr vorsieht. An Wochenenden besteht ein vermindertes, aber regelmäßiges Fahrtenangebot.

 

Der Stadtbus besteht aus zwei sich in der Innenstadt treffenden Linien (Bernburg Süd – Strenzfeld sowie Gröna – Dröbel – Latdorf). Sie werden künftig im 30min-Takt bedient und erschließen große Teile der Kernstadt.

 

Neben den beiden Stadtbuslinien verkehren Regionalbusse, die in einem 2h-Takt die Kernstadt Bernburgs mit allen Grundzentren sowie etlichen Bernburger Ortsteilen verbinden. Die Regionalbuslinien erschließen in der Kernstadt Bernburg weitere Stadtgebiete. Nach Nienburg und Könnern ist der Regionalbusverkehr zum Bahnangebot zeitlich versetzt, so dass ein stündliches Fahrtenangebot besteht.

 

Aus den übrigen Ortsteilen gibt es zu den Grundzentren bzw. Ortsteilen mit Regionalbus im klassischen Linienverkehr ein darauf abgestimmt flächenhaftes Rufbus-Fahrtenangebot im 2h-Takt. Soweit Schülerverkehr nicht durch Linienfahrten abgedeckt werden kann, fahren zusätzliche Schülerlinien.

 

Die Buslinien sind zumeist als durch das Stadtzentrum hindurch verlaufende Linien konzipiert, wodurch die Zahl der umsteigefrei erreichbaren Ziele steigt, ebenso werden Wendefahrten und Abstellflächen in der Innenstadt erspart. Durch Fahrerwechsel unterwegs gibt es zudem weniger Leerfahrten vom und zum Betriebshof, im Ergebnis eine Betriebskostenersparnis.

 

Mit der Umsetzung des Konzeptes werden nennenswerte Fahrgastzuwächse erwartet. Es ist davon ausgehen, dass hinsichtlich der Fahrgastzahlen die Einwohnerrückgänge zumindest ausgeglichen werden können. Darüber hinaus werden Nachfrageeffekte im Einkaufs-, Freizeit- und Versorgungsverkehr erwartet, ebenso im Ausbildungsverkehr (bspw. Hochschule Anhalt).

 

Das Angebotskonzept sieht einen konsequenten Taktverkehr der Stadtbusse sowie der Regionallinien mit Anschluss-, d.h. Umsteigemöglichkeit an einer sogenannten Rendezvoushaltestelle vor. Wichtig für die Umsetzung des Busverkehrskonzeptes ist daher ein zentral gelegener Umsteigeknoten für vier Stadtbusse (zwei Linien, je zwei Richtungen) sowie  mindestens zwei Regionalbusse.

 

Anhand einer Reihe von Kriterien wurde die Eignung verschiedener Standorte für die Rendezvoushaltestelle verglichen. Die Bewertung erfolgte nach verkehrlichen Kriterien (Lage zu den Zielen der Kernstadt, Umsteigequalität und -sicherheit für die Fahrgäste, Pkw- Stellplatzbilanz und Fahrzeit), nach betriebswirtschaftlichen Kriterien (Fahrzeugbedarf und Wegeaufwand) sowie dem Umbauaufwand.

 

Im Ergebnis des lang andauernden Standortvergleiches, der im Nachgang zu dem ursprünglichen Busverkehrskonzept mit einer 2017 durch die Stadt Bernburg (Saale) beauftragten vertiefenden Untersuchung abgeschlossen wurde, weist der Standort am unteren Karlsplatz deutliche Vorteile gegenüber den untersuchten Alternativen auf. Mit einem Umbau der Haltestelle zu einem Inselbussteig ist der direkte Umstieg der Fahrgäste zwischen den Buslinien quasi von Tür-zu-Tür möglich, ohne Fahrbahnen mit Kfz-Verkehr queren zu müssen. Hinsichtlich der Verkehrsführung der Busse durch die Innenstadt können bestehende Straßenräume weitgehend unverändert genutzt werden. Vorteilhaft ist auch, dass der Standort bereits heute als Busbahnhof in Betrieb ist und eine Umorientierung der Fahrgäste nicht erforderlich wird.

 

Erst mit dem Umbau kann eine ausreichende Zahl von Halteplätzen für Busse geschaffen werden, die einen direkten Umstieg zwischen den Linien ermöglichen. Auch entfällt durch die direkte Zufahrtsmöglichkeit aus der Karlstraße und Umfahrung der Haltestelleninsel das zeitund betriebskostenaufwendige Umfahren des Quartiers zwischen Liebknechtstraße und Karlsplatz. Über die Bedeutung für den Busverkehr hinaus kann die Rendezvoushaltestelle auch städtebauliche Akzente setzen und der Entwicklung des Umfeldes neue Impulse geben.

Entwurf Rendezvoushaltestelle
Entwurf Rendezvoushaltestelle




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Kommentare: 1
  • #1

    Anton (Dienstag, 03 Dezember 2019 13:27)

    Grundsätzlich ist das Konzept zu begrüßen, jedoch bedarf es meiner Meinung nach dann auch kleinere Busse, da sich die Fahrgäste dann mehr zeitlich verteilen. Die Kosten werden dadurch gesenkt und die Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer in der Stadt minimiert wird. Sehr langfristig wird dann vielleicht die Benutzerzahl steigen.