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Salzlandkreis schaltet Hotline zum Corona-Virus

Kreisverwaltung reagiert auf Ausbreitung in Deutschland. Landrat bekräftigt: Sind vorbereitet! Apotheken Lieferengpässe bei Mundschutzmasken und Desinfektionsmittel bis Ende März.



Der Salzlandkreis reagiert auf die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland. Auf Grund vieler Anrufe im Fachdienst Gesundheit in den vergangenen Tagen wird eine Hotline eingerichtet. Außerdem werden regelmäßig Informationen auf der Internetseite des Salzlandkreises veröffentlicht. „Wir wollen Transparenz herstellen, um unnötige Verunsicherung in der Bevölkerung zu vermeiden“, sagt Landrat Markus Bauer nach einer Abstimmung mit den zuständigen Fachdiensten.

 

Die Telefonnummer der Hotline lautet: 03471 - 6 84 26 84.

 

Die Nummer ist ab Montag, 2. März, bis auf Widerruf von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Bereits am kommenden Wochenende hat der Landkreis den Bereitschaftsdienst des Infektionsschutzes verstärkt, um im Zweifelsfall Auskunft geben zu können. Die telefonische Vermittlung erfolgt über die Leitstelle des Salzlandkreises.

 

Über Handlungsanweisungen hat der Landkreis außerdem am Freitagmittag die Städte- und Gemeinden informiert, damit diese entsprechend in ihren Kindertagesstätten und Grundschulen sensibilisieren können. Zudem wurden Sekundarschulen, Gymnasien, die Gemeinschaftsschulen, Förderschulen, Hochschulen und Forschungsinstitute sowie der Kreiswirtschaftsbetrieb, die Kreisverkehrsgesellschaft und das Jobcenter angeschrieben. Der Landrat sagt, es handele sich lediglich um Vorbereitungen auf einen möglichen Ausbruch in der Region. Er betont, die Gefahr, an einer normalen Grippe zu erkranken, sei deutlich größer.

Lieferengpässe bei Mundschutz und Desinfektionsmittel

 

Seit Dienstag dieser Woche gibt es in den Apotheken bundesweit weder Mundschutz noch Desinfektionsmittel zu kaufen. Die Lieferengpässe aufgrund des Coronavirus dauern mindestens bis Ende März. Im Januar hatte Deutschland Mundschutzmasken nach China geliefert, um humatitäre Hilfe zu leisten. Nun ist das Virus in Deutschland, aber die Lager sind leergekauft und Apotheken können die drastisch gestiegene Nachfrage nach Mundschutz-Masken nicht decken.

 

Tipps ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. 

 

Wie bei anderen Atemwegserkrankungen können durch einfachde Hygienemaßnahmen, insbesondere Husten- und Niesetikette, Händehygiene und Abstand zu Erkrankten, das Risiko vermindern, sich oder andere anzustecken. Das heißt konkret:

 

  • Husten oder niesen Sie andere nicht an.
  • Husten SIe nicht in die Hand, sondern in ein Einmaltaschentuch, ggf. in Ihren Ärmel.
  • Halten Sie beim Husten größtmöglichen Abstand zu anderen und wenden Sie sich von Ihrem Gegenüber ab.
  • Benutzen Sie Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese möglichst sofort nach einmaliger Benutzung in dicht schließenden Müllbehältern.
  • Vermeiden Sie Händekontakt.
  • Vermeiden Sie Berührungen von Augen, Nase und Mund.
  • Waschen Sie sich oft und gründlich die Hände, z.B. nach Personenkontakt, Benutzung von Sanitäreinrichtungen. Verreiben Sie die Seife 20 - 30 Sekunden zwischen den Fingern.
  • Stehen Waschgelegenheiten nicht zur Verfügung, können die Hände mit geeigneten alkoholischen Lösungen, Gels oder Tüchern desinfiziert werden.
  • Lüften Sie Räume mehrmals täglich mehrere Minuten. Dies verringert die Zahl der Keime in der Luft und verhindert das Austrocknen der Schleimheute.

 

Markus Bauer informierte in diesem Zusammenhang, dass mittlerweile auch im Fachdienst Gesundheit Personen registriert wurden, die als Verdachtsfall einzustufen sind. Entsprechende Tests sind bisher alle negativ gewesen. Wann ein Verdachtsfall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall. Bislang zählten dazu Personen, die in den vergangenen 14 Tagen aus Risikogebieten nach Deutschland zurückkehrten und entsprechende Krankheitssymptome aufweisen. Auf Grund der Ausbreitung in Deutschland muss jeder Fall anders betrachtet werden.

 

Wie im Fall eines Ausbruchs genau zu reagieren ist, regelt der Pandemie-Plan des Gesundheitsministeriums. Der Landrat betont: „Aufgrund unserer Erfahrungen in den vergangenen Jahren mit Hochwasser, Schweine- oder Vogelgrippe sind wir durchaus auf nicht alltägliche Situationen vorbereitet.“

 

Sofern Symptome einer Grippe (Husten, Fieber, etc.) auftreten:

 

- Sollte zunächst die bundesweit einheitliche Nummer 116 117 gewählt werden!

 

Hinweis: Die Notrufnummer 112 sollte nur gewählt werden, wenn es sich wirklich um einen ernsten Notfall handelt.

 

Heike Leonhardt sagt: „Zunächst sollten die Symptome telefonisch mit geschultem Personal besprochen werden. Sollte ein Arztbesuch notwendig sein, sollte dieser mit der Hausarztpraxis vorab terminiert werden.“ Grund: So können sich die Praxen darauf vorbereiten. „Es gilt, andere Menschen nicht einem unnötigen Risiko auszusetzen.“

 

Grundsätzlich gilt, dass Menschen bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen sollten. Sofern der Corona-Virus ärztlich festgestellt wurde, müssen die Betroffenen isoliert werden. Leichte Fälle sollten häuslich isoliert werden – mit entsprechender Eigenüberwachung und Dokumentation. Schwere Fälle bedürfen selbstverständlich einer klinischen Behandlung. Landrat Markus Bauer sagt: „Die Kliniken im Salzlandkreis sind gut auf den möglichen Ausbruch vorbereitet. Wir befinden uns im ständigen Gesprächen mit den Kliniken.“ Wichtig: Das Gesundheitsamt des Landkreises selbst ist für medizinische Behandlung nicht ausgelegt.

 

Ständig aktuelle Informationen finden Sie hier:

 

Robert-Koch-Institut www.rki.de

Bundesministerium für Gesundheit www.bmg.bund.de

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung www.infektionsschutz.de

Auswertiges Amt auswaertiges-amt.de

Weltgesundheitsorganisation www.who.org





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