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Erster Corona Fall im Salzlandkreis bestätigt

Der Fachdienst Gesundheit des Salzlandkreises meldet den ersten Corona-Fall in der Region. Dabei handelt es sich um einen 35-Jährigen Mann aus Aschersleben.


Laut Sozialministerium sind vier Männer in Sachsen-Anhalt mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

 

42 Jahre, LK Börde, Rückkehr aus Tirol

33 Jahre, LK Börde, Grippensymtome

36 Jahre, LK Salzlandkreis, Rückkehr aus Tirol

20 Jahre, Halle, Rückkehr aus Tirol

 

Der Fachdienst Gesundheit des Salzlandkreises meldet den ersten Corona-Fall in der Region. Dabei handelt es sich um einen 35-Jährigen Mann aus Aschersleben. Er hielt sich nach eigenen Angaben Anfang März in Tirol auf, einem vom Robert-Koch-Institut bisher nicht geführten Risikogebiet. Dort habe er viele Kontakte mit Italienern gehabt. Nach seiner Rückkehr habe er sich auf Grund von grippeähnlichen Symptomen am 7. März allein in der Notaufnahme im Klinikum in Aschersleben vorgestellt. Informiert wurde der Salzlandkreis über das positive Testergebnis am Montagabend.

 

Im Klinikum sei er unter entsprechenden Schutzvorkehrungen getestet und anschließend in häusliche Quarantäne entlassen worden. „Der Mann ist aktuell weitestgehend symptomfrei“, informiert der Landrat. Er lobte das umsichtige Vorgehen des Mannes. Ebenfalls in häuslicher Quarantäne befindet sich seit Montag das persönliche Umfeld des Infizierten. Diese Kontaktpersonen werden heute im Laufe des Tages auf den Virus getestet. Ein Ergebnis wird morgen erwartet.

 

Landrat Markus Bauer mahnt trotz des ersten Corona-Falls im Salzlandkreis zur Besonnenheit. Er erklärt, man werde nun alles dafür tun, um eine weitere Ausbreitung des Virus zumindest zu verzögern. In diesem Zusammenhang informiert er, dass mehrere Personen bereits im Fachdienst Gesundheit bekannt sind, die unmittelbar Kontakt mit dem infizierten Mann nach seiner Rückkehr aus Tirol hatten. „Alle werden in den nächsten 14 Tagen zu Hause bleiben und täglich von uns kontaktiert.“ Ziel sei, die Infektionsketten zu unterbrechen.

 

Der Landrat erklärte erneut: „Wir wollen Transparenz herstellen, um unnötige Verunsicherung in der Bevölkerung zu vermeiden.“ Seit Tagen steht dafür die Telefonhotline 03471 684 - 26 84 zur Verfügung (von Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr und am Freitag 8 bis 12 Uhr). Am Wochenende übernimmt die Integrierte Leitstelle die telefonische Vermittlung. Daneben gibt es stetig aktualisierte Informationen auf der Internetseite des Salzlandkreises. Allerdings bittet der Landrat darum, die Hotline nur mit entsprechendem Anlass zu nutzen.

 

Ansonsten hat der Landrat die Städte- und Gemeinden sowie die Schulen in eigener Trägerschaft in dieser Woche erneut darum gebeten, verstärkt auf die allgemeinen Hygieneregeln zu achten. „Mehr ist aus unserer Sicht aktuell nicht geboten“, sagt Markus Bauer. Ein Verbot etwa von Großveranstaltungen sind aktuell noch kein Thema.

 

Wichtig ist nach Angaben der für Gesundheit zuständigen Fachdienstleiterin Heike Leonhardt, dass Hände stets gründlich waschen und gegebenenfalls  zu desinfizieren und unnötiger Hautkontakt mit anderen zu vermeiden ist. Bei Husten und/oder Niesen sollte am besten stets ein Taschentuch genutzt werden.

 

Sofern Symptome einer Grippe auftreten, sollte zunächst die bundesweit einheitliche Nummer 116 117 außerhalb der Praxiszeiten und am Wochenende gewählt werden. Die Notrufnummer 112 nur wählen im Falle eines ernsten Notfalls. Heike Leonhardt sagt: „Zunächst sollten die Symptome telefonisch mit geschultem Personal besprochen werden. Sollte ein Arztbesuch notwendig sein, sollte das mit der Hausarztpraxis vorab telefonisch terminiert werden.“ Grund: So können sich die Praxen darauf vorbereiten.

 

Grundsätzlich gilt, dass Menschen bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen sollten. Sofern der Corona-Virus-Verdacht entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ärztlich festgestellt wurde, müssen die Betroffenen isoliert werden. Leichte Fälle sollten häuslich isoliert werden – mit  Eigenüberwachung und Dokumentation. Schwere Fälle bedürfen selbstverständlich einer klinischen Behandlung.

 

Landrat Markus Bauer sagt: „Die Kliniken im Salzlandkreis sind gut auf den möglichen Ausbruch vorbereitet. Wir befinden uns im ständigen Gespräch mit den Kliniken.“ Wichtig: Das Gesundheitsamt des Landkreises selbst ist für die Diagnostik und medizinische Behandlungen nicht ausgelegt.

 

Aktuelle Informationen auch auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts unter www.rki.de.





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