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Sachsen-Anhalter blicken trotz Corona optimistisch in die Zukunft

Glücksatlas - Nachhaltiger Konsum: Klimawandel bleibt trotz COVID-19 Hauptsorge der Deutschen und zeigt Wichtigkeit von Nachhaltigkeit


Trotz erheblicher Corona bedingter Einschnitte in das gesellschaftliche, wirtschaftliche und private Leben, verzeichnet das Glücksniveau in Deutschland einen relativ moderaten Rückgang. Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt das gesamtdeutsche Glücksniveau aktuell bei 6,74 Punkten und somit rund 6 Prozent (oder 0,40 Punkte) unter dem Allzeithoch aus dem Vorjahr. 2019 stand es noch bei 7,14 Punkten.Westdeutschland fällt um 0,42 Punkte von 7,17 Punkten in 2019 auf 6,75 Punkte.

 

Ostdeutschland schneidet erheblich besser ab. Dort geht das Glücksniveauum 0,30 Punktezurück und zwar von 7,00 (2019) auf 6,70 Punkte. Dadurch löst sich der Glücksabstand zwischen Ost und West nahezu auf (0,05 Punkte). 2019 betrug er noch 0,17 Punkte. Auch in Corona-Zeitenbleibt der äußerste Norden 2020 die glücklichste Region. Schleswig-Holstein und Hamburg sind ex aequo Spitzenreiter, das Schlusslicht bildet diesmal Thüringen.

 

Auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen hat die Corona Krise unterschiedlich starke Auswirkungen:

 

Frauen büßen mit minus 0,47 Punkten deutlich mehr an Lebenszufriedenheit ein als Männer (minus 0,33 Punkte). Von allen Alterskohorten sind die 45-bis 59-Jährigen am meisten betroffen (minus0,48 Punkte), während es bei den Jungen (16-bis 29-Jährige) über die Lockdown-Phase hinweg nur 0,32 Punkte sind. Bei den über 60-Jährigen sindes insgesamt 0,25 Prozent. Die Zufriedenheit mit der Gesundheit hat sich kaum verändert.

 

Bei der Zufriedenheit mit der Familie ergibt sich unterm Strich auch kaum eine Veränderung, allerdings sind Familien mit drei und mehr Kindern besonders betroffen (minus 0,9 Punkte) Als Folge von Kurzarbeit und Homeoffice sagen 32,2 Prozent der Befragten, dass sich ihre Arbeitszufriedenheit in dieser Zeit eher verringerte. Bei Frauen ist der Effekt deutlicher ausgeprägt als bei Männern. Trotz der großen Unsicherheit,wie die Pandemie weiter verlaufen wird, gehen die meisten Deutschen allerdings davon aus, dassihre Lebenszufriedenheit bereits im kommenden Jahr wieder ein ähnlich hohes Niveau wie im Vorjahr erreichen wird.

 

80 Prozent der Befragten sind froh während der Corona-Krise in einem Land wie Deutschland zu leben. 50 Prozent sagen, dass die Krise den gesellschaftlichen Zusammenhang gestärkt hat. Ranking der Regionen Weil sich die Corona Krise unterschiedlich stark in Ost-und Westdeutschland auswirkt, gleichen sich die Abstände zwischen den Ost-und Westregionen weitgehend an. Betrug der Abstand 2019 noch 0,17 Punkte, so aktuell nur noch 0,05 Punkte. Auch die Differenz zwischen der glücklichsten und der unzufriedensten Region ist mit 0,42 Punkten so klein wie nie zuvor. 2019 lag sienoch bei 0,68 Punkten.Wie schon in den Vorjahrenleben die glücklichsten Deutschen im Norden. Platz 1 teilen sich ex aequo Schleswig-Holstein und Hamburg (6,92 Punkte). Platz drei gehtan Baden-Württemberg (6,88 Punkte), gefolgt von NRW mit 6,83 Punkten. Bayern (6,81) erreicht den fünften Platz. Mit Sachsen-Anhalt (6,80) auf Platz sechs schafft es erstmals ein ostdeutsches Bundesland vor eine westdeutsche Region. Auf den hinteren Rangplätzen finden sich gleichermaßen ost- und westdeutsche Bundesländer. Hessen landet auf Platz 12 mit 6,63 Punkten, gefolgt von Rheinland-Pfalz/Saarland.

 

Thüringen ist neues Schlusslicht. Ein Grund für das bessere Abschneiden des Ostens liegt sicherlich darin, dass die ostdeutschen Bundesländer von der Corona-Pandemie deutlich schwächer betroffen sind. Dort gibt es im Durchschnitt „nur“ 5,13 Erkrankte pro 100.000 Einwohner, die bis Anfang Juli 2020 in Verbindung mit der Krankheit Covid-19 verstarben. In Westdeutschland liegen diese Zahlen bei durchschnittlich 11,17 Toten pro 100.000 Einwohner. Auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treffen den Westen stärker. Die Zahl der „Unterbeschäftigten“, welche sowohl dieArbeitslosen als auch die Kurzarbeiter umfasst, stieg im Frühling/Sommer 2020 in Westdeutschland um 2,6 Prozentpunkte mehr als in Ostdeutschland.

 

Nachhaltiger Konsum hebt die Lebenszufriedenheit

 

Die Corona Pandemie beherrscht zwar weiterhin die Schlagzeilen, sie hat aber das andere wichtige Thema „Nachhaltigkeit“ nicht verdrängt. So machen sich 70 Prozent der Deutschen langfristig mehr Sorgen um den Klimawandel als um die Bekämpfung des Corona-Virus. Inseinemdiesjährigen Sonderteil fragt der Deutsche Post Glücksatlas, wie relevant ökologische Verantwortung und nachhaltiger Konsum für die Bevölkerung sind. Nachhaltiger Konsum fördert beim Großteil der Deutschen die Lebenszufriedenheit: 70 Prozent der Befragten gebenan, dass es ihnen ein gutes Gefühl gibt, ein Produkt zu kaufen, das nachhaltig hergestellt wurde. Unterteilt man die Befragten basierend auf ihrem Grad an nachhaltigem Konsumverhalten in drei Gruppen, dann zeigt sich: Die »konsequent Nachhaltigen« sind zu 48 Prozent sehr zufrieden mit ihrem Leben. Bei den »moderat Nachhaltigen« sind es 41 Prozent. Dagegen bezeichnen sich von den »Sorglosen« nur 29 Prozent als sehr zufrieden mit ihrem Leben.

 

Obwohl die Bevölkerung sich große Sorgen um den Klimawandel macht und ihr nachhaltiger Konsum Freude macht, verhält sie sich in der Praxis inkonsequent: Die Mehrpreisakzeptanz für nachhaltige Produkte ist eher gering. So sind nur 14 Prozent der Deutschen bereit, für nachhaltige Lebensmittel viel mehr Geld auszugeben, bei nachhaltig produzierter Kleidung sind es nur 10 Prozent, für eine umweltschonende Urlaubsreise nur 9 Prozent.Jung und Alt praktizieren nachhaltigen Konsum auf unterschiedliche Art und Weise. Während ältere Menschen eher ressourcenschonend leben, aberseltener für nachhaltige Produkte mehr zahlen möchten, sind jüngere Menschen weniger bereit zum Verzicht, aber eher gewillt, mehr auszugeben.So sind 62 Prozent der 18-bis 29-Jährigen bereit, für eine besonders umweltschonende Reise mehr zu zahlen.

 

Bei den 60-bis 65-Jährigen ist es nur ein Drittel.Trotz der generell eher niedrigen Mehrpreisakzeptanz für nachhaltige Produkte bleibt das Thema relevant: 70 Prozent der Befragten sehen in der Corona-Krise die Chance, die Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit umzubauen.Viele wollen sichin der Krise auf das Wesentliche im Lebenbesinnen. So meinen 83 Prozentder Befragten, die Krise hätte ihnen gezeigt, dass ihnen Familie und Freunde wichtig sind. 60 Prozentmeinen, dass sie weniger zum Leben brauchenund 43 Prozent haben vor, nach der Krise einige Aktivitäten wie Shoppengehen, Essengehen oder Reisen einzuschränken.

 

Deutsche Post Glücksatlas

 

Zum zehnten Mal legt die Deutsche Post nun schon den Glücksatlas vor. Er ist die aktuellste regelmäßige Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen. Die Daten für den Glücksatlas 2020stammen voneiner CATI Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom März bis Juni 2020 (4660repräsentativ Befragte ab 16 Jahren). Um statistisch gesicherte Fallzahlen zu erhalten, wurden diesmal Regionen zusammengelegt, etwa die bisherigen Regionen Nordrhein/Köln, Nordrhein/Düsseldorf und Westfalen zu NRW. Zudem befragte das Berliner Meinungsforschungsinstitut Ipsos insgesamt 2000 Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren (computergestützte Online-Befragung), in welchem Zusammenhang Einstellungen und Handlungen der Bevölkerung zum Thema Nachhaltigkeit und Konsum mit der subjektiven Lebenszufriedenheit stehen. Die wissenschaftliche Leitung des Glücksatlas haben Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, und Dr. Robert Grimm von Ipsos. Der Deutsche Post Glücksatlas 2020 ist als Buch bei Penguin erschienen und ab sofort im Handel erhältlich.


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