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Was passiert mit dem historischem Regierungsgebäude?

Schon 1,72 Mio. Euro in das Regierungsgebäude am Markt 28 investiert, doch ein Nutzungskonzept gibt es bisher nicht


Die Kosten für die Sanierung des ehemaligen Regierungsgebäude in Bernburg schießen immer weiter in die Höhe, und das, obwohl es bisher nicht mal ein Nutzungskonzept gibt. Die Stadt Bernburg als Eigentümer verfolgt bisher nur ein Sanierungskonzept, die künftige Nutzung steht aber bisher in den Sternen.

 

Insgesamt wurden seit 2019 bisher über 1,7 Mio. Euro für ein neues Dach, Schwamm- und Taubenkotbeseitigung sowie Sicherungsmaßnahmen in das 1745 errichtete Gebäude investiert. Für eine Komplettsanierung muss wohl nochmals diese Summe investiert werden.

 

Vor einigen Wochen konnten die Zimmerarbeiten des neuen Dachstuhl sowie seinen 14 hölzernen Dachgauben fertig gestellt werden und das Schutzgerüst zurück gebaut werden. Was noch nicht wieder zu sehen ist, der 40 Tonnen schweren Ziergiebel, auf welchem das anhaltische Wappen und die 2,5 Meter hohe Göttin aus Sandstein steht.

Zuletzt waren in dem ehemaligen Regierungsgebäude Arztpraxen untergebracht. Jetzt hofft die Stadt Bernburg auf einen privaten Investor. Das Dachgeschoß verfügt über rund 140 qm Nutzugsfläche sowie eine 40 qm große Terrasse mit einem fantastischen Blick über die Saale zur Alten Bibel. So gewaltig das Gebäude von Außen wirkt, innen gibt es viele Wände bis einer Stärke von einem Meter sowie ein gewaltiges Treppenhaus. Die Nutzungsfläche pro Etage sind nur rund 2 mal 80 Quadratmeter.

 

Wünschenswert wäre wieder ein Ärztehaus, vielleicht mit Dachgeschosswohnung, im Erdgeschoss könnten wieder kleine Geschäfte mit Schaufenster entstehen. Auch die historischen Balkone könnten durch moderne Elemente ersetzt werden, doch dies setzt eine endgültige Nutzung voraus. Möglich ist auch eine Veräußerung an die Bernburger Wohnstätten GmbH, die in unmittelbarer Nähe bereits mehrere Häuser von der Stadt gekauft und diese saniert hat.

Das Regierungsgebäude im Wandel der Zeit

 

Im Jahr 1745 im barocken Stil als Regierungsgebäude des Fürstentum Anhalt-Bernburg sowie als Landesarchiv und Landesbibliothek erbaut. Zwischen 1849 und 1863 diente das Gebäude als Sitz des fürstlichen Stadt- und Landgerichtes und später ab 1885 als Post-, Oberbergamt und Forstinspektion. 1985 erfolgte die Umnutzung zum Ärztehaus und Verwaltungsgebäude mit entsprechenden Innenausbau. Bis zum Jahr 2016 diente das Gebäude somit überwiegend der gewerblichen Nutzung.


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