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Arbeitsmarktzahlen: Winterpause im Salzland

Zahl der gemeldeten Arbeitslosen steigt auf 9.071, im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 746 Menschen weniger arbeitslos im Salzlandkreis gemeldet, Arbeitslosenquote steigt und liegt bei 9,5 Prozent


„Die Risiken aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld haben sich erhöht. Viele regionale Unternehmen sind international verflochten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die weltwirtschaftliche Turbulenzen - etwa durch die Unklarheiten beim Brexit, Handelszölle oder die chinesische restriktive Geldpolitik - auf die Wirtschaft im Salzlandkreis auswirken. Aktuell deutet nichts auf ein erhöhtes Risiko hin, aber wir müssen wachsam sein. Im Bedarfsfall stehen wir betroffenen Unternehmen aber mit verschiedenen Maßnahmen, wie etwa dem konjunkturellen Kurzarbeitergeld, zur Seite,“ analysiert Anja Huth den regionalen Arbeitsmarkt.

 

 

Der frostige Winter brachte im Januar nicht nur glatte Straßen, er sorgte auch für den saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Salzlandkreis.

 

„Die Arbeitslosigkeit ist im Januar im Salzland durch saisonale Einflüsse deutlich gestiegen. Auf den ersten Blick erscheint der Anstieg um 300 Personen hoch, beinhaltet jedoch eine typische Entwicklung für diese Jahreszeit und fällt im Vergleich zum Vorjahr wesentlich niedriger aus. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vorrangig den Bereich der Arbeitsagentur und zieht sich durch alle Personengruppen“, bilanziert Anja Huth, Chefin der Arbeitsagentur und ergänzt: „Der regionale Arbeitsmarkt befindet sich in einer stabilen und aufnahmefähigen Grundverfassung. Erfreulich gestaltet sich weiter die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell sind fast 750 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Alle Personengruppen konnten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren, besonders aber Langzeitarbeitslose und Ältere.“

 

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

 

Die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt war in diesem Monat eingeschränkt. Im Januar konnten nur 409 Menschen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Dies stellt zwar zum Vormonat ein Zuwachs um 46 bzw. 12,7 Prozent dar. Zum Vorjahresmonat Januar 2018 macht dies jedoch einen Rückgang um 162 bzw. 28,4 Prozent aus.

 

2.435 Menschen haben sich im Laufe des Monats erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 1.068 von ihnen aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Das sind 51 bzw. 5,0 Prozent mehr im Vergleich zum Dezember 2018 und 109 bzw. -9,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

 

Beschäftigungsentwicklung (Quartalsstichtag 30.06.2018)

 

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt ist deutlich an der Zahl der Beschäftigten im Salzlandkreis erkennbar. 62.808 Personen waren Ende Juni 2017 sozialversicherungspflichtig im Landkreis beschäftigt. Ein Jahr später waren 388 (0,6 Prozent) Männer und Frauen mehr in Arbeit (63.196 Personen). Die stärkste Zunahme an Beschäftigung ist in dem Wirtschaftsbereichen Heime und Sozialwesen zu verzeichnen (283;8,4 Prozent). Einen Rückgang um 132 (3,6 Prozent) sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hat die Arbeitnehmerüberlassung zu verzeichnen.

 

„Die Bedarfe der regionalen Wirtschaft bleiben auch im Winter bestehen. Fachkräfte haben gute Chancen auf unserem Arbeitsmarkt. Unternehmen, die jetzt wegen möglichen saisonalen Schwankungen entlassen, riskieren den Verlust ihrer Mitarbeiter. Wir werden aufgrund akuter Nachfrage der Wirtschaft unsere Vermittlungsaktivitäten auch für potentielle Wiedereinstellungs-Kandidaten nicht ruhen lassen. Wir können zeitnah interessante, alternative Stellenangebote unterbreiten“, appelliert Anja Huth an die Unternehmen.

 

Stellenmarkt

 

219 Stellen sind der Agentur für Arbeit Bernburg im Monat Januar zur Besetzung gemeldet worden, 11 bzw. -4,8 Prozent weniger als im Vormonat und 59 bzw. -21,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf 1.006 Stellen, 551 bzw. -35,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die meisten Stellen sind sozialversicherungspflichtige Jobangebote (97,6 Prozent). Gesucht werden insbesondere Mitarbeiter in der Produktion und Fertigung (429), im Gesundheitsbereich (140) und in der Lager– und Logistikbranche (161).

 

Veränderungen vor Ort

 

Die Arbeitslosenquoten im Vergleich zum Vorjahresmonat verringerten sich im gesamten Agenturbezirk Bernburg. Vor Ort liegen die Arbeitslosenquoten in einem Bereich zwischen 8,5 Prozent in der Geschäftsstelle Bernburg und 11,1 Prozent in der Geschäftsstelle Aschersleben. Bezogen auf die Kreisstruktur liegen die Quoten bei 10,4 Prozent in Staßfurt und in Schönebeck bei 8,7 Prozent.

 

Verteilung nach Rechtskreisen

 

Im Januar war im Bereich der Arbeitslosenversicherung ein Zuwachs der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. 2.830 Personen (463 bzw.19,6 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 32 Personen bzw. um 1,1 Prozent.

 

Im Bereich der Grundsicherung stieg die Arbeitslosigkeit um 292 Personen (4,9 Prozent) über dem Niveau des Vormonats. 6.241 Menschen waren Ende Januar hier arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl erneut unter dem Niveau des Vorjahresmonats (-778 Personen bzw. -11,1 Prozent).

 

Arbeitsmarktsituation in den Regionen

 

Region Bernburg:

 

In Bernburg waren insgesamt 2.470 Menschen arbeitslos, damit 244 (-9,0 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. In und um Bernburg war im Januar ein Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 762 Menschen (102 bzw. 15,5 Prozent mehr als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 4 bzw. -0,5 Prozent weniger als im Januar 2018. In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.708 Personen waren Ende Januar arbeitslos (93 bzw. 5,8 Prozent mehr als im Dezember 2018). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 240 Personen (-12,3 Prozent) weniger arbeitslos.

 

Region Aschersleben:

 

In Aschersleben waren insgesamt 1.927 Menschen arbeitslos, damit 221 (-10,3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. In und um Aschersleben war im Januar ein Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 540 Menschen (107 bzw. 24,7 Prozent mehr als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 15 bzw.-2,7 Prozent weniger als im Januar 2018. In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.387 Personen (63 bzw. 4,8 Prozent mehr als im Vormonat) waren Ende Januar arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 206 Personen (-12,9 Prozent) weniger arbeitslos.

 

Region Staßfurt:

 

In Staßfurt waren insgesamt 2.279 Menschen arbeitslos, damit 185 (-7,5 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. In und um Staßfurt war im Januar ein Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 776 Menschen (168 bzw. 27,6 Prozent mehr als im Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 55 bzw.7,6 Prozent mehr als im Januar 2018. In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.503 Personen (105 bzw. 7,5 Prozent mehr als im Vormonat) waren Ende Januar arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 240 Personen (-13,8 Prozent) weniger arbeitslos.

 

Region Schönebeck:

 

In Schönebeck waren insgesamt 2.395 Menschen arbeitslos, damit 96 (-3,9 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. In und um Schönebeck war im Januar ein Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) zu verzeichnen. 752 Menschen (86 bzw.12,9 Prozent mehr als Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Das sind 4 bzw. -0,5 Prozent weniger als im Januar 2018. In der Grundsicherung (Zuständigkeit des Jobcenters Salzlandkreis) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 1.643 Personen (31 bzw. 1,9 Prozent mehr als im Vormonat) waren Ende Januar arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 92 Personen (-5,3 Prozent) weniger arbeitslos.



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