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Friseurbesuch mit Corona: Nichts wird mehr so sein wie vorher

Am 04.05. dürfen in Sachsen-Anhalt Friseur-, Kosmetik-, Fußpflege- und Nagelstudios wieder öffnen, ohne Termin keinen Chance, die Auflagen sind enorm und die Preise steigen um bis zu zehn Euro pro Haarschnitt, Kundenkontaktdaten sowie Zeitpunkt des Betretens/Verlassens sind zu dokumentieren.



Ab Montag dürfen in Sachsen-Anhalt Friseurbetriebe, Kosmetik-, Fußpflege- und Nagelstudios unter strengen Auflagen öffnen. Die BGW hat für die Wiedereröffnung Arbeitsschutzstandarts wegen SARS-CoV-2 für Friseursalons entwickelt, um Risiken einer Ansteckung durch das Corona-Virus bei Friseurtätigkeiten zu reduzieren.

 

Die Auflagen für Friseurbetriebe, Kosmetik-, Fußpflege- und Nagelstudios wegen Covid-19 sind enorm und führen zwangsläufig zu höhreren Kosten für einen Friseurbetrieb von 5 - 10 Euro zusätzlich. Vor allem sind Kundenkontaktdaten sowie Zeitpunkt des Betretens/Verlassens des Salons zu dokumentieren. Die Erhebung dieser Daten ist nach Art. 6 Abs.1 lit. f) Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zulässig. Es bestehen Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO. Die Kundschaft muss über die Maßnahmen informiert werden, die aktuell im Salon zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 gelten (Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, Händehygiene, Einhalten Husten-Nies-Etikette etc.).

 

Für Kunden bedeutet das:

 

  • Betreten nur mit Mundschutz
  • nach Betreten des Salons die Hände waschen oder desinfizieren
  • zu Beginn die Haare waschen
  • Kundschaft mit Symptomen einer Infektion der Atemwege kein Zutritt
  • Kunde muss einen Umhang tragen
  • Keine Getränke
  • Keine Zeitschriften
  • Haare dürfen nicht selbst geföhnt werden
  • Der Mindestabstand (1,5 Meter) zwischen Kunden und Beschäftigten muss eingehalten werden
  • auch an den Waschbecken und auf den Wegen dorthin
  • Lediglich der jeweilige Kunde und zuständige Beschäftigte darf sich unter konsequenter Einhaltung der Schutzmaßnahmen für die Dauer der Friseurtätigkeiten nähern
  • Wartebereiche sind geschlossen
  • Spielecken sind geschlossen
  • Zutritt der Kunden mit anderer Person untersagt

 

Für Inhaber bedeutet das:

 

  • Schutzausrüstung wie Gesichtsmaske, Handschuhe, Kittel, ggf. Visier
  • Einrichtung von Hygienestationen im Eingangsbereich
  • Kennzeichnung der einzelnen Bewegungsräume
  • Schutzschild zwischen Kundschaft und Kasse
  • Dokumentation der behandelten Kunden mit Kontaktinformationen
  • Umstellung auf Schichtarbeit in gleichbleibenden Teams
  • Steuerung des Zutritts zur Vermeidung von Warteschlangen
  • Generelle Reduzierung der Frequenz des Kundenkontakts
  • Anbringung von Abstandshinweisen/ Plakaten
  • Vorübergehend kein Angebot von Getränken
  • gereinigte/unbenutzte Arbeitsmaterialien nur je Kunde verwenden
  • Lüftung der Friseur-, Pausen- und Sanitärräume, selbst bei ungünstiger Witterung
  • Tätigung von Terminvereinbarungen
  • Kontaktflächen wie Friseurstuhl und Ablagen sind mit einem fettlösenden Haushaltsreiniger je Kunde zu reinigen
  • abgeschnittene Haare sind nicht mit Föhn, Pinseln oder Ähnlichem zu entfernen
  • Arbeitsmittel/ Werkzeuge Arbeitsutensilien wie Kämme, Bürsten, Wickler und Ähnliches dürfen erst am gewaschenen Haar der Kundschaft verwendet werden
  • Eine Mehrfachverwendung ohne Zwischenreinigung für mehrere Personen ist auszuschließen
  • Alle Materialien sind nach jedem Kunden, jeder Kundin mit einem fettlösenden Haushaltsreiniger zu reinigen
  • Geräte sind am Ende der Schicht und bei sichtbarer Verschmutzung mit Blut sofort zu reinigen und zu desinfizieren
  • versetzte Arbeits- und Pausenzeiten oder Schichtbetrieb
  • zu Arbeitsbeginn ist ein enges Zusammentreffen mehrerer Beschäftigter zu vermeiden
  • Umhänge müssen nach jeder Kundenbehandlung der Wäsche zugeführt werden
  • Einmalumhänge werden am Ende der Behandlung entsorgt
  • Umhänge müssen den Kundenkörper und mögliche Kontaktpunkte mit der Friseurin, dem Friseur vollständig bedecken
  • Wäsche muss am Arbeitsende im Salon bleiben
  • Auch private Oberbekleidung für die Arbeit soll im Salon bleiben und in der Salonwaschmaschine gewaschen und getrocknet werden
  • Wartezeiten im Salon müssen vermieden werden

  • Anzahl der Kunden muss sich nach der Größe des Salons und den Gegebenheiten vor Ort richten

  • Kundenkontaktdaten sowie Zeitpunkt des Betretens/Verlassens des Salons sind zu dokumentieren, damit eine etwaige Infektionskette nachvollzogen werden kann.

 

Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass Corona-Viren sich an Haaren anlagern und weitergegeben werden. Bei jedem Kunden, bei jeder Kundin müssen deshalb zu Beginn die Haare gewaschen werden. Beschäftigte tragen verpflichtend Einmalhandschuhe – von der Begrüßung der Kundschaft bis nach dem obligatorischen Haarewaschen.

 

Nach jedem Kundenkontakt sind die Hände zu desinfizieren oder zu waschen. Wegen der hohen Hautbelastung durch vermehrtes Tragen von flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen und intensivem Händedesinfizieren und -waschen muss verstärkt auf Hautschutz und Hautpflege geachtet werden. Händedesinfektion ist dem Händewaschen vorzuziehen, da sie hautschonender ist. Das Händedesinfektionsmittel muss mindestens „begrenzt“ viruzid sein.

 

Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden. Eine Bewirtung wird nicht empfohlen. Es sind zum Schutz von Kundschaft und Beschäftigten notwendige Hygieneauflagen strikt einzuhalten. Auch Zeitschriften sollen nur unter Hygieneauflagen zur Verfügung gestellt werden. Kundinnen und Kunden dürfen sich derzeit die Haare nicht selbst föhnen, um Kontakte mit Geräten so gering wie möglich zu halten.

 




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