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Maßregelvollzug Bernburg, Polizei fahndet nach Flüchtige

Die Polizei sucht mit dem Hubschrauber am Sonntagabend nach zwei Patienten, die aus dem Maßregelvollzug Bernburg beim unbegleiteten Gruppenausgang entflohen sind.


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Ein 24-jähriger und ein 34-jähriger Patient des Maßregelvollzugs für suchtkranke Täter in Bernburg haben am 25. März 2018 einen unbegleiteten Gruppenausgang zur Entweichung missbraucht. Sie waren im Rahmen ihrer Lockerungsstufe gemeinsam mit einem Mitpatienten im offenen Umfeld der Klinik unterwegs. Als Letzterer sich nach einem Toilettenbesuch der Kleingruppe wieder anschließen wollte, waren die beiden anderen verschwunden. Der Mitpatient kehrte sofort in die Klinik zurück und meldete den Vorfall gegen 17.15 Uhr. Die Polizei wurde umgehend informiert und leitete die notwendigen Maßnahmen ein. Die Fahndung läuft.

 

Bei dem 24-jährigen handelt es sich um einen alkoholabhängigen Täter, der wegen besonders schwerem Raub verurteilt wurde. Er ist seit Dezember 2014 nach § 64 StGB im Landeskrankenhaus für Forensische Psychiatrie Bernburg untergebracht. Der 34-jährige Flüchtige ist drogenabhängig und wurde wegen Diebstahl in besonders schwerem Fall und Unterschlagung verurteilt. Er befindet sich seit Dezember 2016 in der Einrichtung.

 

Kurz informiert

 

Das Landeskrankenhaus für Forensische Psychiatrie Bernburg ist eine Einrichtung zur Besserung und Sicherung von suchtkranken Straftätern nach § 64 StGB. Hier werden Menschen untergebracht und therapiert, die von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln abhängig sind und deshalb straffällig wurden. Zwischen Sucht und Tat muss ein ursächlicher Zusammenhang festgestellt worden sein. Eine gerichtliche Einweisung in den Maßregelvollzug ergeht aber nur, wenn eine hinreichend konkrete Aussicht auf Therapieerfolg besteht und davon auszugehen ist, dass die Behandlung zur Vermeidung erneuter Straftaten beiträgt. Der Komplex der Forensischen Klinik Bernburg verfügt über 179 Plätze.

 

Patienten des Maßregelvollzugs durchlaufen im Rahmen ihrer Therapie je nach Behandlungsfortschritt verschiedene Lockerungsstufen. Sie sollen dadurch schrittweise lernen, in einem weniger geschützten Raum wieder selbst Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, soziale Kontakte zu pflegen und auch mit Versuchungen souverän umzugehen, wie sie z.B. in jedem Supermarkt an den Alkoholregalen lauern. Bei erfolgversprechend verlaufender Therapie erhalten sie auch die Möglichkeit, sich beispielsweise durch Praktika in der Arbeitswelt zu erproben. Das Training von Alltagskompetenzen und Belastungsfähigkeit sind Schritte zur Vorbereitung auf die Entlassung.



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