Di

09

Feb

2016

Vom Lazarett über Coppi Heim zum Bürogebäude

Die Geschichte des Coppi-Heimes in der Karlstraße Bernburg begann 1866. Nach dem Ende des Herzogtums Anhalt-Bernburg (1603-1863) war durch die Kinderlosigkeit des Herzogs Alexander Karl absehbar, das binnen von zwei Jahren 1860 am damaligen Stadtrand von Bernburg ein Exerzierplatz und eine Kaserne gebaut werden. Von 1858 bis 1860 baute der Staat für das II. Bataillon des Anhaltischen Infanterie-Regiments Nr. 93 ein auffallendes Gebäude im Englischen Burgenstil mit mehreren Türmen und Türmchen sowie einer Vielzahl an Rundbogenfenstern, dass heutige Kreishaus I.

Gegenüber wurde ein Lazarett ganz im Baustiel der Kaserne errichtet, deshalb wurde es auch „kleine Kaserne“ genannt. Soldaten und Offiziere wohnten in Bürgerquartieren, bald schon störten exerzierenden Soldaten in der Kaiserstraße und Lindenstraße die Fußgänger, sodass die Militärbehörde entschied, den Martinsplatz als Alternative zum Karlsplatz ab 1890 zu nutzen. Aus dem ehemaligen Lazarett in der Karlstraße 2 wurde nach großen Umbaumaßnahmen im November 1925 ein Säuglingsheim.

Die Stadt Bernburg hatte zuvor das Gebäude erhalten und nutzte dies im 2. Weltkrieg als Kinderheim für Waisenkinder. Erst nach dem Krieg im Jahr 1949 erhielt das Kinderheim den bekannten Namen Coppi-Heim. Über 40 Jahre wurde das ehemalige Lazarett als Kinderheim für die Unterbringung von Waisenkinder genutzt. Als das Gebäude 1995 an Kids e.V. übertragen wurde, waren noch 32 Kinder untergebracht. Im Jahr 2007 wurde das Gebäude der Stadt Bernburg gegen die Schlossgartenstraße 16 mit dem Landkreis getauscht.

 

Im Jahr 2008 wurde im Kreistag mehrheitlich beschlossen, dass ehemalige "Coppi-Heim" abzureißen und ein Bürogebäude an gleicher Stelle zu bauen. Für den Abriss entstanden Kosten in Höhe von ca. 60.000 Euro, der Neubau, in dessen drei Etagen zzgl. Kellergeschoss die FD Informations- und Kommunikationstechnik eingerichtet wird, schlägt mit 2.700.000 Euro zu Buche. 2014 begann man dann mit dem Abriss und Neubau, in welchem Server für die digitalen Akten des Jobcenter untergebracht werden sollen. Außerdem werden die Auszubildenden und Praktikanten des Salzlandkreises Kreishaus I hier untergebracht. Voraussichtlich in sechs bis acht Wochen wird das Verwaltungsgebäude Karlstraße 2 seiner neuen Bestimmung übergeben. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist abhängig von den Ende Januar/ Februar geplanten Funktionstests der umfangreichen technischen Anlagen. Sie soll voraussichtlich Ende des I. Quartals erfolgen.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Bernburg 1 (Dienstag, 09 Februar 2016 16:23)

    Man fragt sich für Schulen und Kindergärten ist nie was da,bzw. Es wird überall gekürzt!
    Aber für neue Ämter sind Millionen da!

  • #2

    benjamin martins (Mittwoch, 10 Februar 2016 05:38)

    bernburg 1
    das interessiert doch menschen von den komikern was aus unseren kindern wird bernburg ist und bleibt kinder und jugendfeindlich.wenn wir soviele einrichtungen hätte für unsere bernburger kidddis, wie es in den 80 und 90 jahren war. dann würde sich mancher jugendlicher freuen und und nicht auf dem marktplatz rumhängen.warten wir es mal ab ich denke so in 10 jahren ist bernburg nur noch eine ältere generations stadt.

  • #3

    Tina aus BBG (Freitag, 12 Februar 2016 09:43)

    Anscheinend ist es so, dass nur noch in neuen Ämtern gearbeitet werden kann, oder warum werden immer wieder neue Gebäude errichtet?
    Was ist mit den Nebenstellen der Stadt?
    Wie werden diese in Zukunft genutzt?
    Wahrscheinlich gar nicht mehr, sie sind, wenn sie nicht genutzt werden, dem Verfall preisgegeben und in ein paar Jahren müssen diese dann wieder für Unsummen abgerissen werden.

    Wenn jeder private Bürger so haushalten würde, dann wären alle hoffnungslos überschuldet.