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Sachsen-Anhalt hat Impfungen mit Astra Zeneca für Menschen unter 60 Jahren ausgesetzt

Wie mit geplanten Impfterminen verfahren werde und ob gegebenenfalls ein anderer Impfstoff angeboten werden könne, werde in den Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte derzeit geprüft, so die Ministerin. Terminabsagen würden sich aber nicht überall vermeiden lassen.


Sachsen-Anhalt hat Impfungen mit AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren ausgesetzt und folgt damit einem Beschuss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von gestern Abend. „Die Impfzentren sind gestern Abend noch informiert worden, dass sie ab heute entsprechend handeln“, so Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne. Hintergrund der Entscheidung der Gesundheitsministerinnen und -minister ist eine neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die STIKO reagiert damit darauf, dass nach Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland inzwischen 31 Fälle der seltenen Hirnvenenthrombosen registriert wurden.

 

Grimm-Benne betonte, AstraZeneca sei ein hochwirksamer Impfstoff, insbesondere auch für ältere Menschen. Das zeigen Studien. „Er hilft, schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.“ Angesichts der dritten Welle hoffe sie, dass in den Impfzentren schnell entsprechend der neuen Vorgaben umgesteuert werden könne, und dass sich Impfberechtigte auch für eine Impfung entscheiden.

 

Wie mit geplanten Impfterminen verfahren werde und ob gegebenenfalls ein anderer Impfstoff angeboten werden könne, werde in den Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte derzeit geprüft, so die Ministerin. Terminabsagen würden sich aber nicht überall vermeiden lassen.

 

Grimm-Benne sagte, Impfungen mit AstraZeneca seien in den Impfzentren für Menschen über 60 Jahren möglich. Auch für sie würden aber die allgemeinen Vorgaben der Impfpriorisierung nach der Impfverordnung des Bundes gelten. Geimpft werden kann in Sachsen-Anhalt derzeit, wer zur Priorität 1 gehört; in immer mehr Landkreisen ist auch die Priorität 2 bereits geöffnet. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte die Möglichkeit eröffnet, dass die Länder selbst entscheiden können, die Impf-Priorisierung bei AstraZeneca für die Menschen über 60 Jahren aufzuheben. Sachsen-Anhalt will davon derzeit keinen Gebrauch machen. Grimm-Benne: „In Sachsen-Anhalt warten noch viele Menschen über 70 Jahren auf eine Impfung.“

 

Zudem haben die Gesundheitsministerinnen und -minister gemäß STIKO-Empfehlung beschlossen, dass sich Menschen der Priogruppen 1 und 2 unter 60 Jahren weiterhin impfen lassen dürfen, wenn dies gemeinsam mit einem Arzt so entschieden wird. Diese Impfungen sollen in den Arztpraxen vorgenommen werden. Grimm-Benne: „Wer sich für AstraZeneca entscheidet, sollte es auch bekommen können.“


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