Stadtentwicklung Bernburg, Häuser am Saalplatz sollen saniert werden

Wenn man „damals und heute“ in der Stadt Bernburg vergleicht, beschleicht einen häufig Wehmut. Denn oft neigt man dazu, sich nach dem Postkartenidyll der „guten alten Zeit“ zu sehnen. Gerade an der Nahtstelle unserer Stadt, dem Saalplatz, ist das mehr als verständlich, und schmerzlich zugleich. Denn Tristesse, Leere und verfallende Gebäude prägen dieses Areal, welchen zugleich Potenzial besitzt, eines der attraktivsten Wohnensembles der Innenstadt zu werden. Doch diese Situation wird sich in diesem Jahr grundlegend ändern. Denn die Bernburger Wohnstättengesellschaft mbH setzt sich in Zusammenarbeit mit der Stadt Bernburg ein entscheidendes Zeichen zur Erneuerung dieses Platzes. Auch im Bereich des Marktes stehen 9 der insgesamt 27 Gewerbeobjekte bzw. 30% der Gewerbeeinheiten leer. Vor Ort ist ein Auseinanderdriften von Attraktivität und Anmut der Ladenlokale in der Erdgeschosszone spürbar.  Qualitätsvolle Einrichtungen der traditionell ortsansässigen Händler und Handwerker wechseln mit leer stehenden Ladenlokalen. Die Ursachen für den Leerstand am Markt sind vielfältig. Neben der weiteren Sättigung des Bedarfs an Gewerbeflächen sind es nicht die marktfähigen Objektgrößen oder unzureichende Objektausstattungen. 

Wesentlich prekärer ist die Situation am Saalplatz. Hier stehen mehr als 60% der Gewerbeflächen leer, ausnahmslos weil die Gebäudesubstanz schwerste bauliche Schäden aufweist und in Folge dessen ohne umfassende Modernisierung bzw. baulichen Ersatz keiner Nutzung zugeführt werden kann. Die Gewerbeeinrichtungen im modernisierten Gebäude Saalplatz 16 und eine gastronomische Einrichtung am Saalplatz 3 sind die einzigen stabilisierend wirkenden Eckpfeiler des Saalplatzes. Sämtliche Gebäude dazwischen sind dem Verfall preisgegeben.


In diesem Jahr will die Bernburger Wohnstättengesellschaft mit der Sanierung des Saalplatzes 15, der ehemaligen SPOWA beginnen und in diesem Areal weitere Grundstücke erwerben. Dabei liegt der Anspruch, am Saalplatz wertigen und modernen Wohn- und Gewerberaum in einer spannenden Mischung aus Alt- und Neubau anzubieten – damit nach Fertigstellung alle Wehmut in Bezug auf „damals und heute“ verflogen ist. 

 

Stadtgeschichtlich gehört das Gebiet „Fokus-Saale“ zu den ältesten Siedlungskernen Bernburgs. Aus einem fast 2000 Jahre alten Lager- und Handelsplatz an der Saale entwickelte sich das heutige Erscheinungsbild: dicht bebaute Stadtquartiere, die überwiegend von repräsentativen Geschäftsbauten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt sind. Jedoch erfüllen heute nur wenige dieser Bauten ihre ursprüngliche Funktion. Ein großer Teil der alten Kauf- und Geschäftshäuser steht leer und ist dem Verfall preisgegeben. Spätestens mit dem Umbau der Lindenstraße zur Fußgängerzone in den 1980er Jahren verloren der Markt und der Saalplatz ihre Vorrangstellung als Geschäftsbereich. 

Zudem waren die Uferquartiere mit dem ökologischen Zusammenbruch der Saale in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts dem Verfall ausgeliefert. Seit den 1990er Jahren hat die Stadt entscheidende Schritte zur Aufwertung ihres historischen Kerns unternommen. Mit Hilfe der Städtebauförderung wurden die Oberflächen der zentralen Plätze erneuert und die Saaleufer zugänglich gemacht. Seit jüngstem wird die Saale auch in diesem innerstädtischen Abschnitt als wichtiger Erholungs- und Freizeitbereich neu entdeckt. 

 

In einer Verwaltungsvereinbarung „Städtebauförderung 2012“ wird eine Bürgerbeteiligung für die Erstellung eines „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ vorgeschrieben. Diese besagt, dass Städte, welche zukünftig Finanzhilfen des Bundes erhalten möchten, ein Konzept unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu erstellen ist!


Quelle: Stadt Bernburg (Saale)

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Kommentare: 4
  • #1

    BBGer (Donnerstag, 09 Januar 2014 09:53)

    Das find ich mal gut, dass man solche Objekte nicht an irgendwelche windigen Investoren mit noch so tollen Nutzungskonzepten verscherbelt und dass man es hier an einen "heimischen" vergibt.#
    Das die BWG das kann, ist an vielen Objekten erkennbar. Weiter so!!!

  • #2

    christine meyer (Dienstag, 17 März 2015 08:47)

    Finde ich auch ganz prima,weiter so.

  • #3

    Michael Dohnke (Dienstag, 17 März 2015 10:58)

    Schön, das Bernburg zu seinen Wurzeln findet. Meinen Großvater Architekt Franz Stoye, (Erbauer der Villen in der Solbadstr. , Fredericken Gymnasium und vieles mehr) hätte das garantiert auch erfreut. Eine Stadt wie Bernburg lebt von seiner Historie.

  • #4

    benjamin martins (Mittwoch, 18 März 2015 17:34)

    Na da reibt sich aber wieder einer die Hände unser OB bestimmt,da kann er die historischen Gebäude die uns BBGer ans Herz gewachsen sind an westliche Investoren für ein Euro verscherbeln.Ich finde auch das die bernburger Wohnungsgesellschaft verstanden hat, aus den Objekten was zu machen.( prima weiter so ) da kann sich die geldgierige Wohnstättengesellschaft Bernburg mal eine scheibe abschneiden.