Wasserkraft Bernburg - Wasserturbine wird generalüberholt

Heute wurden Teile einer Turbine mit einem großen 200 Tonnen Kran durch das Dach der Wasserkraftanlage in Bernburg heraus gehoben. Bereits in den letzten vierzehn Tagen wurden einzelne Elemente der 21 Jahre alten Wasserturbine entfernt, nun ist diese völlig demontiert und soll in den nächsten zehn Wochen generalüberholt werden. Nach einer Laufzeit von 21 Jahren muss die Turbine auseinander gebaut und die einzelnen Bestandteile wie der Propeller mit einem Durchmesser von 2 Metern, das Laufrad und das größte Teil, der Leitapparat mit einem Durchmesser von 3,30 Meter und einem Gewicht von 6 Tonnen überholt werden. Diese Teile werden von einem Spezialunternehmen aufgearbeitet. Die nun auseinander gebaute Anlage vermittelt einen Einblicke in die Funktion- und Wirkungsweise der Wasserkraftanlage und damit auch die Verbindung von Tradition und moderner Technik. Auf der Wasserkraftanlage, ehemalige Papierfabrik Bernburg wird die Kraft des Wassers bereits seit 1880 genutzt. 

Durch das Aufstauen der Saale am Wehr wird die Kraft des Wassers genutzt. Damals wurden die Maschinen über große Lederriemen angetrieben. 1900 wurde die Anlage elektrifiziert und die Turbinen lieferten elektrischen Strom für die Papierfabrik. 1993 ging die Wasserkraftanlage wieder in den Betrieb, nachdem 3 nagelneue Turbinen verbaut wurden. Das Wasser, welches am Wehr durchschnittlich 3,50 m aufgestaut wird, schießt durch die Turbinenschächte, in denen ein Propeller mit einem Durchmesser von 2 Metern angetrieben wird. Diese Energie des Wassers wird schließlich über Lederriemen auf Generatoren übertragen, welche den Strom produzieren. Insgesamt werden in den Standorten Papierfabrik und Saalemühle ca. 11 Mio. kw/h  Strom im Jahr produziert und an die Stadtwerke Bernburg verkauft.


Der Tag der Erneuerbaren Energien wurde im Jahr 1996 durch die sächsische Kommune Oederan ins Leben gerufen und hat sich mittlerweile zu einer deutschlandweiten Initiative entwickelt. Im Vordergrund stehen die praktische Nutzung und Anwendungsformen Erneuerbarer Energien. Der Verband der Wasserkraftwerksbetreiber Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. beteiligt sich seit mehreren Jahren am Tag der Erneuerbaren Energien mit der Öffnung von Wasserkraftanlagen in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Alleine in Bernburg konnten im vergangenen Jahr ca. 200 Besucher begrüßt werden.

 

Im April findet der Tag der Erneuerbaren Energien statt, der auf eine Initiative der Stadt Oederan aus dem Jahr 1996 zurückgeht und sich mittlerweile im 19. Jahr seines Bestehens deutschlandweit etabliert hat. Im Mittelpunkt des Tages der Erneuerbaren Energien, der offen für Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen, Agenda 21 Gruppen und Unternehmen ist, steht die erlebbare Nutzung der Erneuerbaren Energien als Grundlage einer zukünftigen Energieversorgung. An diesem Tag besteht die Möglichkeit, die vielen Nutzungsformen der Erneuerbaren Energien vor Ort einer breiten Öffentlichkeit aus privaten, gewerblichen und kommunalen Energienutzern vorzustellen, zu diskutieren und im gemeinsamen Dialog Erfahrungen und Erwartungen zum Thema Erneuerbare Energien auszutauschen. 

 

In Sachsen-Anhalt und Sachsen werden die Wasserkraftanlage der Papierfabrik Bernburg, die Wasserkraftanlage Pögritzmühle in Wettin-Löbejün, die Entertainer Wasserkraftanlage in Rübeland, die Wasserkraftanlage River Rider an der Talsperre Wendefurth, die Wasserkraftanlage Tharandt, die Wasserkraftanlage Liebethaler Grund in Pirna, die Wasserkraftanlage Flossmühle in Borstendorf, die Wasserkraftanlage Hammermühle in Wolkenburg, die Wasserkraftanlage Eisenmühle Oderwitz in Elstertrebnitz, das Wasserkraftwerk Bremenwerk in Rothenburg und die Wasserkraftschnecke an der Wasserkraftanlage Hetzdorf in Flöha OT Falkenau geöffnet sein.