A14 Großbaustelle, umfangreiche Bauarbeiten bei Bernburg und Halle 

Gleich nach den Osterfeiertagen beginnen auf Sachsen-Anhalts Autobahnen an mehreren Stellen planmäßige Sanierungsarbeiten. Der Zustand verschiedener Autobahnabschnitte erfordert sofortiges handeln, so informierte heute die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Schwerpunkte sind dabei die A 14 Bernburg - Plötzkau und A 14 Halle-Tornau und Halle-Trotha. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, bleibt als Alternative nur die Vollsperrung der BAB. Bisher wurden 30 km Richtungsfahrbahn ersetzt, 23 km kommen dieses Jahr dazu. Bis 2024 sollen alle 248 km geschädigte Autobahn erneuert werden. Unter anderem werden vorhandene Betondecken aus den Jahren 1998 - 2000 abgetragen und komplett erneuert. Grund hierfür sind die starken Schäden der Alkali-Kieselsäure-Reaktion, sogenannter Betonkrebs. Von 478 Autobahnkilometer sind in Sachsen-Anhalt 248 km geschädigt. Ziel ist bis 2024 zu erneuern. Erste Schäden wurden hier bereits 2007 festgestellt, seitdem wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um das Aufhalten des Schadensfortschrittes aufzuhalten. Trotz verschiedener Maßnahen wie das Aufbringen transparenter Applikationen (Hydrophobierung, Leinölfirnis) und dünner Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise war seit 2011 / 2012 ein fortschreitendes Schadensbild zu verzeichnen. 

Deshalb werden nun in den betreffenden Bauabschnitten die Betondecken durch Asphalt-Oberbau ersetzt. Außerdem wird der Einbau der Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht in Kompaktasphaltbauweise mit dem Modulfertiger über die gesamte Fahrbahnbreite erfolgen. Außerdem müssen teilweise schadhafte Regenwasserleitungen erneuert, Entwässerungsmulden profiliert und Fahrzeugrückhaltesysteme erneuert werden. Zwischen 33.000 bis 38.000 Fahrzeuge benutzen täglich die A14, davon ca. 25% Schwerlastverkehr. Insgesamt sollen 70 Mio. Euro in die Sanierung der BAB und noch einmal 70 Mio. Euro in das Bundesstraßennetz investiert werden.  

 

Die Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Behinderungen einstellen. Besonders freitags, vor allem an den Nachmittagen, ist an allen Baustellen mit Rückstauerscheinungen zu rechnen. Es wird darauf hingewiesen, unbedingt die Beschilderung und Geschwindigkeiten zu beachten, da es immer wieder auf den Zufahrten zu Unfällen kommt.

A14 Bernburg und Plötzkau

Bereits ab Dienstag (07.04.) werden auf der A 14 zwischen der Saalebrücke bei Plötzkau und der Anschlussstelle (AS) Bernburg (Salzlandkreis) Baustelle und Verkehrsführung für die in Kürze geplanten Arbeiten eingerichtet, so dass dann nur noch ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung steht. Hier soll dann ab dem 20. April der AKR-geschädigte Beton auf knapp viereinhalb Kilometern der Richtungsfahrbahn Magdeburg komplett beseitigt und durch eine neue Asphaltbefestigung ersetzt werden. Außerdem werden die Schutzeinrichtungen erneuert. Die Gesamtkosten betragen rund fünf Millionen Euro.

 

Für diese Arbeiten müssen die Richtungsfahrbahn Magdeburg voll gesperrt und der gesamte Verkehr jeweils einspurig über die Gegenfahrbahn (Halle) an der Baustelle vorbei geführt werden. Die AS Plötzkau kann während der Bauarbeiten – voraussichtlich ab 17. April – in Fahrtrichtung Magdeburg nicht genutzt werden. Umleitungen sind ausgeschildert, führen in der Regel aber über die davor bzw. dahinter liegende AS.

 

Bei planmäßigem Verlauf der Bauarbeiten unter guten Witterungsbedingungen kann der Autobahnabschnitt Ende Juli dieses Jahres wieder für den Verkehr frei gegeben werden. Anschließend soll der gleiche Abschnitt in Richtung Dresden in identischer Art und Weise saniert werden.

A 14 Halle-Tornau und Halle-Trotha

Auch zwischen den A 14-AS Halle-Tornau und Halle-Trotha werden in Kürze, ab Montag (13.04.), alle Vorbereitungen für die 1. Phase der AKR-Sanierung getroffen. Hier wird auf rund fünf Kilometer der Richtungsfahrbahn Magdeburg für rund sechs Millionen Euro der ebenfalls schadhafte Beton komplett beseitigt und dafür eine neue Asphaltbefestigung eingebaut. Im Zuge der Arbeiten steht auch die Sanierung der Brückenbeläge an.

 

Mit Beginn der 17. Kalenderwoche (20./21.04.) kann also auch auf diesem Autobahnabschnitt je Richtung nur noch ein Fahrstreifen auf der Richtungsfahrbahn Halle/Dresden genutzt werden. Während der Baumaßnahme ist an der AS Halle-Tornau die Auffahrt in Richtung Magdeburg gesperrt. Abfahren aus Richtung Dresden/Leipzig/Halle kommend ist weiterhin möglich. Die Arbeiten zwischen Tornau und Trotha dauern planmäßig ebenfalls bis Ende Juli an. Anschließend wird in einer 2. Phase der gleiche Abschnitt der Gegenfahrbahn (Richtungsfahrbahn Dresden) in gleicher Art und Weise saniert.


A 14 AS Löbejün und Könnern

Am Dienstag (07.04.) wird die A 14-Richtungsfahrbahn Magdeburg auch zwischen den AS Löbejün und Könnern im Bereich des Brückenbauwerkes über das Plötzetal gesperrt. Grund dafür ist, dass an der Autobahnbrücke die Fahrbahndecke und die Fahrbahnübergangskonstruktion erneuert werden

müssen. Ende April (planmäßig am 29.04.) sollen diese Arbeiten beendet sein, um gleich danach die Gegenrichtung (bis voraussichtlich Ende Mai) in Angriff nehmen zu können. Der Verkehr wird mit einem Fahrstreifen je Richtung über die jeweilige Gegenfahrbahn an der Baustelle vorbei geführt. Die Kosten für diese Reparaturmaßnahme betragen rund 1,2 Millionen Euro. Eine weitere Baumaßnahme an der A 14, die jedoch hauptsächlich in den Nachtstunden realisiert wird, beginnt ebenfalls gleich am kommenden Dienstag (07.04., ca. 18 Uhr) zwischen den AS Schönebeck und Magdeburg-Stadtfeld. Betroffen sind beide Richtungsfahrbahnen, wo für knapp zweieinhalb Millionen Euro der Fugenverguss und die Fugenkanten auf dem rund 20 Kilometer langen Abschnitt erneuert werden müssen.

 

Die Fahrzeuge werden auf jeweils einem Fahrstreifen an der Baustelle vorbei geführt. Lediglich für das Anheben einzelner Betonplatten könnten auch tagsüber Sperrungen erforderlich sein. Voraussichtlich Mitte Juli sind die Arbeiten hier planmäßig beendet.

 

A 2 im Bereich der AS Burg-Ost

Ab Mittwoch (08.04.) müssen auch Autofahrer auf der A 2 im Bereich der AS Burg-Ost mit Behinderungen rechnen. Für rund 300.000 Euro wird die Fahrbahndecke (Asphalt) der knapp 18 Jahre alten Rampen der AS erneuert. Dazu muss die AS in Fahrtrichtung Berlin voll gesperrt werden.

 

Aus Richtung Magdeburg kommende Fahrzeuge, die die A 2 ursprünglich in Burg-Ost verlassen wollen, fahren weiter bis zur AS Theeßen, wenden hier und fahren auf der Gegenfahrbahn (Richtung Magdeburg/Hannover) zurück zur AS Burg-Ost. Wer von Burg-Ost aus nach Berlin unterwegs ist, nutzt zunächst die Auffahrt in Richtung Magdeburg/Hannover und wechselt an der nächsten AS (Burg-Zentrum) die Fahrtrichtung (Berlin).

 

Die Bauarbeiten sollen hier knapp zweieinhalb Wochen dauern, so dass die AS Burg-Ost Fahrtrichtung Berlin voraussichtlich ab 25. April 2015 wieder für den Verkehr frei gegeben werden kann.

 

Anschließend (vom 27.4. bis voraussichtlich 16.5.) erfolgt in gleicher Art und Weise die Sanierung der AS Burg-Ost in Fahrtrichtung Hannover. Dazu werden auch hier die Auf- und Abfahrten für den Verkehr gesperrt. Die benachbarten AS stehen hier analog zur Verfügung.

 

Bundesstraße (B) 246a AS Burg-Ost

Zeitgleich wird je nach Baufortschritt an der AS die untenliegende Bundesstraße (B) 246a saniert. Der Verkehr wird hier wechselseitig mittels Ampelregelung an der Baustelle vorbei geführt. Auch hier ist die erhöhte Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer gefordert. Der durchgehende Autobahnverkehr ist von diesen Sanierungsmaßnahmen nur bedingt betroffen.

 

A9 Dessau

Geplant sind 2016 insgesamt 13 km BAB Erneuerung im Bereich Dessau.  

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Kommentare: 3
  • #1

    Tina aus Bernburg (Donnerstag, 02 April 2015 12:25)

    Steuergelder "Ade".
    Wenn man den Bericht in der Thüringer-Allgemeine liest, was Forscher aus Weimar über das Thema Alkali-Kieselsäure-Reaktion (Betonkrebs) herausgefunden haben und hätte man sich nach den Richtlinien gerichtet, wären teure Straßenschäden zu vermeiden gewesen.
    Nun fragt man sich, warum man nicht diese Fachleute beim Bau der BAB zurate gezogen hat.
    Auf Thüringer Autobahnen gibt es laut Landesamt für Bau und Verkehr keine Probleme mit bröckelndem Beton, diese wurden in der Asphaltbauweise errichtet.
    Bleibt zu hoffen, dass wenn nun insgesamt 140 Millionen Euro investiert werden dann die BAB und Bundesstraßennetz eine höhere Lebensdauer haben.

  • #2

    Oma Else (Donnerstag, 02 April 2015 20:06)

    Hallo Tina,Asphaltbauweise ist teurer als Beton.Aber wie heißt es so treffend?WER BILLIG BAUT,BAUT DOPPELT!
    Traurig ist,es kann niemand in Regress genommenwerden.Die Entscheidungsträger(für mich das dümmste Wort unter der Sonne)
    ,meistens Beamte,haben dank ihrer Stellung ja Narrenfreiheit.Armes Deutschland,wie soll das noch enden!

  • #3

    Hans (Freitag, 24 Juli 2015 14:26)

    Bau'mer auf und reiss'mer nieder ham'mer Arbeit immer wieder.

    Was lange hält bringt keehn Geld.

    Klar soweit?