Blitz-Marathon 2015 - 1.796 Verstöße festgestellt

Beim europaweiten Blitz-Marathon am 16. April sind durch Sachsen-Anhalts Polizei insgesamt 1.796 Verstöße registriert worden. An 229 Stellen im Land hatten die Beamten in der Zeit von 6 bis 24 Uhr Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Innenminister Holger Stahlknecht zog ein insgesamt positives Fazit. Er betonte, dass mit der Aktion das Ziel verfolgt wurde, die Aufmerksamkeit auf überhöhte Geschwindigkeit als Unfallrisiko zu lenken. Stahlknecht: „Wer zu schnell fährt, gefährdet sich und andere. Das wollen wir mit dieser Maßnahme in die Köpfe bekommen. Wenn das nicht klappt, müssen wir den Umweg über Sanktionen gehen.“ 


Im Bereich des Polizeireviers Salzlandkreis wurde  zum diesjährigen Blitzermarathon an 18 Messstellen kontrolliert (4 davon durch Messwagen), es waren 24 Beamten eingesetzt, 38,5 Messstunden wurden mit Handlasermessgeräten / 20 Stunden mit Großmessgeräten geleistet, es wurden 6158 Fahrzeuge angemessen, insgesamt wurden 244 Verstöße (22 Bußgelder 222 Verwarngelder) festgestellt und geahndet. Bilanz insgesamt positiv. Jeder 25‘ste (4%) immer noch (trotz Ankündigung) zu schnell!

Der Minister für Inneres und Sport hatte am gestrigen Vormittag an einer Messstelle in Magdeburg an den Kontrollen teilgenommen. Über den gesamten Zeitraum der Aktion, in die 370 Beamte involviert waren, wurden 68.894 Fahrzeuge gemessen. Das Verhältnis der festgestellten Verstöße betrug zur Anzahl der Messungen demnach 2,61 Prozent. Beim Blitzmarathon im September 2014 lag dieser Wert bei 3,54 Prozent.

 

Stahlknecht: „Dass der bereits hohe Anteil jener gestiegen ist, die sich an die Vorschriften halten, ist für mich eine sehr positive Nachricht. Zudem ist es gelungen, einige wirklich schwarze Schafe aus dem Verkehr zu ziehen.“ Trotz der langfristigen und bundesweiten Ankündigungen des Blitzmarathons und der Veröffentlichungen der Messstellen im Vorfeld, wurden auch am gestrigen Tag einige gravierende Verstöße gegen bestehende Geschwindigkeitsgrenzen festgestellt.

 

So kam es gleich zu mehreren erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Bundesautobahn 9 bei Dessau-Roßlau. Statt der erlaubten 120 km/h wurden hier gleich drei Pkw-Fahrer mit Werten von über 200 km/h (210 km/h, 202 km/h, 201 km/h) gemessen. Auf der Bundesautobahn 14 in Höhe des Parkplatzes Petersberg war ein PKW-Fahrer mit einer Geschwindigkeit von 178 km/h bei erlaubten 80 km/h deutlich zu schnell unterwegs.

 

Aber auch innerhalb geschlossener Ortschaften erwischte die Polizei einige Raser. So fuhr in Ascherleben eine Frau mit 97 km/h durch die Stadt und war somit 47km/h zu schnell. In Halberstadt und Hergisdorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) wurden Fahrzeuge mit 94 km/h und 93 km/h statt der erlaubten 50 km/h gemessen. Besonders eilig hatte es auch ein Fahrzeugführer auf der Bundesstraße 182 bei Bad Schmiedeberg. Dieser fuhr statt erlaubter 60 km/h rasante 123 km/h. 

 

Weitere Informationen: Im vergangenen Jahr nahm die Anzahl der Verkehrsunfälle um vier Prozent ab, jedoch stieg die Anzahl der Verunglückten um 3,1 Prozent. Insgesamt verunglückten bei mehr als 73.000 Verkehrsunfällen über 10.600 Personen auf den Straßen Sachsen-Anhalts. Dabei wurden 138 Personen getötet und 2.318 schwerverletzt. Bei den Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden - also Unfällen, bei denen mindestens eine Person getötet oder schwerverletzt wurde - ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit mit einem Anteil von 25 Prozent die Unfallursache Nr. 1.

 

Der nunmehr zum dritten Mal durchgeführte bundesweite „Blitz-Marathon“ wurde erstmalig auch europaweit durchgeführt. Insgesamt nahmen 21 weitere europäische Staaten an der Aktion teil. Aufgrund der heutigen zentralen Trauerfeier in Köln zum Gedenken der Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen, hatten sich die Bundesländer zuvor verständigt, die Aktion mit Ablauf des 16. Aprils um 24 Uhr zu beenden.

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Kommentare: 1
  • #1

    Tina aus BBG (Samstag, 18 April 2015 08:51)

    Blitz-Marathon 2015: Trotz Ankündigung zu schnell!
    Bei diesen Messungen wo die Messpunkte nun auch noch bekannt gegeben worden sind kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen, dass es sich hier um ständig zu schnell fahrende Fahrzeugführer handelt. Verwarn- und Bußgelder scheinen hier keine Wirkung zu zeigen.
    Es ist traurig, dass diese Autofahrer nur ihr eigenes zu schnelles Vorankommen im Auge haben und nicht die Sicherheit.
    Was könnte weiter getan werden?
    Tempo runter!
    Wenn es auch für die "vernünftig fahrenden Verkehrsteilnehmer" eine Zumutung wäre, aber innerorts sollten dann nur noch 30km/h gefahren werden dürfen.
    Jeder Unfall der passiert ist ein Unfall zu viel.
    Oft genug sieht man, wie gefährlich es für Radfahrer und vor allem für unsere älteren Mitbürgern ist.
    Jugendlich laufen provokativ langsam über die Straße, aber ältere Menschen versuchen schnell über die Straße zu gehen, um die Autofahrer nicht auszubremsen, und sie stehen dann auf der anderen Straßenseite nach Luft ringend. Traurig ist es, so etwas mit ansehen zu müssen.