Ackerbausysteme – Die Schachzüge zu einer Strategie verbinden

„Weniger ist mehr“ – steht derzeit über allen ackerbaulichen Trends: Weniger Kulturen, reduzierte Bodenbearbeitung, dünnere Saaten und geringere Aufwandmengen bei Düngung und Pflanzenschutz. Konsequenz: weniger Erosion, verminderte Auswaschung, niedrigere Kosten und höhere Einkommen. Soweit die Theorie. Tatsächlich ist die Welt komplexer: Fruchtfolge, Pflugverzicht und Einzelkornsaat beeinflussen Pflanzenschutz, Düngung sowie Betriebslogistik – und umgekehrt. Diese Bausteine hängen zusammen wie die Figuren im Schachspiel. Bei jedem Zug wird ein Baustein in die Hand genommen, abgeklopft und als Teil einer überlegten Strategie wieder neu eingesetzt. Denn obwohl ackerbauliche Fehler eine Zeitlang kompensiert werden können – irgendwann werden sie sichtbar und teuer. Dies rechtzeitig zu erkennen und die ackerbaulichen Maßnahmen optimal in das System einzupassen, ist die eigentliche Kunst im Ackerbau.

Hier setzt die Pflanzenbautagung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) am 11. Juni 2015 in Bernburg-Strenzfeld (Sachsen-Anhalt) an. Sie steht unter dem Thema „Ackerbausysteme – Die Schachzüge zu einer Strategie verbinden“ und wird gemeinsam mit der Hochschule Anhalt und der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) des Landes Sachsen-Anhalt durchgeführt. Eröffnet wird die Veranstaltung von DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer und Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens (Magdeburg) um 9.00 Uhr.

 

Die Agrarpolitik greift über „Greening“ in die Fruchtfolgen ein und platziert so gesellschaftliche Ansprüche. Ist „Greening“ ein ökologisches Feigenblatt oder pflanzenbaulicher Mehrwert? Detlev Dölger von der Hanse Agro Beratung und Entwicklung GmbH in Gettorf gibt in einem ersten Vortrag Antworten darauf.

 

Es wird enger beim chemischen Pflanzenschutz, die neue Düngeverordnung reduziert die Spielräume bei der Ernährung der Pflanzen. Dr. Dominik Dicke vom Pflanzenschutzdienst Hessen beim Regierungspräsidium Gießen untersucht in einem zweiten Vortrag die Frage, wie mit weniger Wirkstoffen und mehr Resistenzen umgegangen werden kann.

 

Die Landwirte sind gefordert, jede Einzelmaßnahme als Baustein wirksam in das Gesamtsystem des Acker- und Pflanzenbaus einzuordnen. Wie dies funktionieren kann, beschreibt der Landwirt Ludwig Wreesmann aus Altenoythe (Landkreis Cloppenburg/Niedersachsen) im Schlussvortrag.

 

Nach den Vorträgen schließt sich eine Podiumsdiskussion mit den Rednern an. Sie wird von Prof. Dr. Dieter Orzessek, Präsident der Hochschule Anhalt, geleitet.

 

Abgerundet wird die DLG-Pflanzenbautagung mit Exkursionen zu Versuchen des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrums (IPZ), der Hochschule Anhalt und der LLFG.

 

Die Veranstaltung endet gegen 16.30 Uhr. Die Teilnahmegebühr, die vor Ort in Bernburg-Strenzfeld erhoben wird, beträgt 50,- € (inkl. Mittagsimbiss), für Studenten 20,- €. Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erforderlich.

 

Weitere Informationen erhalten Interessenten bei der DLG. Ansprechpartner ist Dr. Alexander von Chappuis, Tel.: 069/24788-313, Fax: 069/24788-114 oder A.Chappuis@DLG.org. Ausführliche Informationen sind auch unter www.dlg.org/pflanzenbautagung.html verfügbar. Hier ist auch eine Online-Anmeldung möglich.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0