12. Mai ist der Tag der Pflege

„Der demographische Wandel verändert nicht nur nachhaltig unsere Gesellschaft, sondern eröffnet auch viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, so Thomas Holz, Chef der Agentur für Arbeit Bernburg. Im Salzlandkreis wird bis zum Jahr 2025 wird ein Rückgang der Bevölkerung   um mehr als 20 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig wird der Anteil der über 65-Jährigen steigen. 2025 werden knapp 34 Prozent zu den über 65-Jährigen zählen. Damit müssen künftig auch mehr Männer und Frauen durch Dritte versorgt und gepflegt werden.


Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Altenpflege in die Rente gehen wird. Derzeit  arbeiten im Agenturbezirk Bernburg  rund 3 Prozent (1.686 Personen) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Altenpflege und ca.4 Prozent (2.468 Personen) in der Gesundheits- und Krankenpflege, Tendenz steigend. Dabei wird sich die Konkurrenz um geeignetes Personal zukünftig verschärfen.

Dieser steigende Bedarf eröffnet aber auch Perspektiven und neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Pflegebereich bietet gute Einstiegs- und  Aufstiegsmöglichkeiten. Die Angebotspalette zu einem Einstieg in die Pflegebranche ist breit: Entweder über eine Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung – sowohl für Berufseinsteiger als auch für Bewerber, die eine neue Perspektive als Fachkraft suchen, beispielweise nach einer Familienphase oder nach einer Phase der beruflichen Neuorientierung.

 

Erheblicher Fachkräftemangel in der Pflegebranche

„Wir haben heute schon einen gravierenden Mangel an examinierten Altenpflegerinnen und Altenpflegern“, ergänzt Holz. Der Bedarf ist groß: In der Arbeitsagentur Bernburg waren im April 66 offene Stellen für Altenpfleger/-innen gemeldet. Der eigentliche Bedarf ist aber durchaus höher, da nicht alle Arbeitgeber ihre freien Stellen der Arbeitsagentur melden. Im letzten Jahr waren durchschnittlich nur 20 examinierte Altenpfleger/-innen und ca. 170 Altenpflegehelfer/Innen arbeitslos im Agenturbezirk Bernburg gemeldet.

 

Chance durch Weiterbildung und Qualifizierung

„Die Betreuung älterer Menschen ist eine besondere gesellschaftliche Aufgabe. Um das Berufsbild attraktiv zu machen, müssen aber auch die Rahmenbedingungen passen und die Entgelte attraktiver werden. So kann man die Menschen für diesen Beruf begeistern und in unserer Region zu halten“, so Holz weiter. Die Agentur für Arbeit Bernburg  setzt deshalb vor allem auf Qualifizierung von Arbeitslosen oder geringqualifizierten Beschäftigten zu Fachkräften. Da bis Ende März 2016 die gesetzliche Möglichkeit der Vollfinanzierung der Weiterbildung zum Altenpfleger durch die Arbeitsagentur besteht, appelliert Thomas Holz an die Unternehmen der Pflegebranche ihren Beschäftigten ohne Berufsabschluss oder beschäftigte Altenpflegehelfer die Qualifizierung zu ermöglichen. Es sind verkürzte Ausbildungen auch für ungelernte und gering qualifizierte Hilfskräfte möglich, vorausgesetzt sie haben Erfahrungen in der Pflege. Wer bereits zwei Jahre lang Vollzeit in einer ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtung gearbeitet hat, kann die Ausbildung zum Altenpfleger um ein Jahr abkürzen. Zu den Möglichkeiten der betriebsinternen Weiterbildungen berät der Arbeitgeber-Service die hiesigen Unternehmen.

 

Hintergrundinformationen zum Verdienst

Ein Blick auf die durchschnittlichen Median-Bruttoentgelte der Vollzeitbeschäftigten zeigt, dass es deutliche Ost-West Differenzen in der Entlohnung der Beschäftigten in den Pflegeberufen. Entgelte in der Krankenpflege liegen deutlich über denen in der Altenpflege.

Median-Bruttoentgelt (2013)
Fachkraft Krankenpflege
Fachkraft Altenpflege
Deutschland  3.042 €  2.441 €
Westdeutschland
3.139 €
2.568 €
Ostdeutschland
2.738 €
1.945 €
Thüringen
2.800 €
1.982 €
Sachsen-Anhalt
2.808 €
1.743 €

Quelle:


Studie des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung  der BA vom 27.01.2015 „Entgelte in den Pflegeberufen“ bei Übernahme bitte benennen. Der internationale Aktionstag "Tag der Pflege" (auch "Tag der Krankenpflege", "International Nurses Day") wird in Deutschland seit 1967 am Geburtstag von Florence Nightingale veranstaltet.


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