Beste Ausbildungschancen für Jugendliche in Sachsen-Anhalt

Arbeitsminister Norbert Bischoff hat für Jugendliche in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr beste Ausbildungschancen prognostiziert. Bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichtes am Dienstag in Magdeburg warb der Minister zugleich bei der Wirtschaft, sich intensiv um ihren künftigen Fachkräftenachwuchs zu kümmern. „Die Unternehmen müssen schon sehr offensiv werben, andernfalls wandern die Jugendlichen in andere Bundesländer ab“, sagte Bischoff vor der Landespressekonferenz.


Zum Ausbildungsjahr 2013/2014 zeichnet der Berufsbildungsbericht folgendes Bild: Es gab 13.375 Bewerberinnen und Bewerbern. Fast allen konnte eine Ausbildungsmöglichkeit vermittelt werden. Lediglich 164 Mädchen und 243 Jungen hatten zum Ausbildungsstart Ende September 2014 keine Lehrstelle gefunden. Das entspricht drei Prozent aller Ausbildungssuchenden. Diesen unvermittelten Bewerberinnen und Bewerbern standen jedoch 684 unbesetzte Stellen gegenüber. Freie Ausbildungskapazitäten gab es insbesondere in den Metall- und Elektroberufen sowie im Bereich der Lebensmittelherstellung und –verarbeitung. So hätten auch deutlich mehr Jugendliche zur Köchin oder zum Koch ausgebildet werden können.

 

Bischoff sieht dieses insgesamt positive Ergebnis auch als Erfolg des Ausbildungs- und Fachkräftesicherungspakts. „Die Abstimmungen funktionieren gut. Politik, Wirtschaft und Verwaltung ziehen gemeinsam an einem Strang“, sagte er. Eine erfreuliche Entwicklung zeichnet sich laut Bericht auch an der so genannten zweiten Schwelle ab, also wenn nach erfolgreicher Ausbildung die Übernahme in ein Arbeitsverhältnis ansteht. Rund 69 Prozent der Jugendlichen und damit neun Prozent mehr als noch 2012 bekamen 2014 nach der Ausbildung unmittelbar einen Arbeitsvertrag. „Damit wurden etwa doppelt so viele Ausbildungsabsolventinnen und –absolventen übernommen wie noch vor zehn Jahren“, sagte Bischoff. Sachsen-Anhalt zähle neben Sachsen zu den ostdeutschen Ländern mit den höchsten Übernahmequoten. Sie liegen laut Bericht sogar oberhalb des westdeutschen Niveaus von 67 Prozent. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Übernahmequote bei den jungen Frauen, die im Unterschied zu Ost- und Westdeutschland in Sachsen-Anhalt mit 77 Prozent erstmals höher als die Männerquote (62 Prozent) ausfiel.

 

Der Minister bestärkte die Wirtschaft, hier ausgebildete Jugendliche auch zu übernehmen. Er sagte: „Es kann nicht sein, dass wir in Sachsen-Anhalt gut ausbilden, die Jugendlichen dann aber in andere Länder abwandern. Wir brauchen hier noch mehr gut bezahlte Arbeitsplätze für Jugendliche. Das sind die wirklichen Haltefaktoren.“

 

Einen positiven Ausblick gab Bischoff zur Berufsorientierung. Mit dem neu konzipierten Landesprogramm BRAFO (Berufswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren) sei man näher an den Jugendlichen dran. Das einwöchige Angebot richtet sich verpflichtend an Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen von Sekundar-, Gemeinschafts- und Gesamtschulen sowie ab diesem Jahr neu auch von Förderschulen für Lernbehinderte. Das Land und die Bundesagentur für Arbeit sind gemeinsam Träger des Projektes. Mit dem Neuansatz sollen die Jugendlichen aktiv eingebunden werden. Ihnen wird Zeit und Raum gegeben, sich auszuprobieren, selbst Stärken und Schwächen zu ergründen. Das Konzept verfolgt einen Drei-Schritt-Ansatz von Kompetenz-, Interessens-, und Betriebserkundung. Erst in den Schuljahren 9 und 10 steht die Frage, welcher Beruf konkret anzustreben wäre. Landesweit werden in diesem Jahr rund 9.000 Jugendliche aus 177 Schulen einen BRAFO-Kurs absolvieren.

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