Ergebnis des Fahrradkontrolltages

Die Polizei des Salzlandkreises führte am Donnerstag zwischen 13:00 und 19:00 Uhr im Stadtgebiet von Bernburg Fahrradkontrollen durch. Die Kontrollen waren im Vorfeld angekündigt und fanden in der Breite der Bevölkerung Zustimmung. Aufgrund des Andrangs an Fahrradfahrern waren nur zwei Kontrollstellen mit jeweils 5 Beamten möglich. Die Erste befand sich am Ende des Boulevards am Clara-Zetkin-Platz, die Zweite ganz in der Nähe am Louis-Braille-Platz. Beide Kontrollstellen waren über den gesamten Kontrollzeitraum gut frequentiert.


Insgesamt wurden etwa 300 Radfahrer angehalten und kontrolliert. Die überwiegende Zahl der Fahrräder war technisch in Ordnung. In diesem Fall wurde, so gewollt ein Prüfsiegel (Fahrrad-TÜV 2015) verteilt und am Fahrrad angebracht. Im Falle von groben Mängeln wurde eine Mängelbescheinigung ausgestellt. Die Radler erhielten somit die Möglichkeit die Mängel am Rad beseitigen zu lassen, ein Verwarngeld wurde dafür noch nicht erhoben. Für den Bereich des Clara-Zetkin-Platzes mussten auch keine weiteren Verstöße geahndet werden.

Anders am Louis-Braille-Platz, hier wurden insgesamt 35 Radfahrer mit einem Verwarngeld belangt, da sie den Kreisverkehr entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befuhren. Gerade dieses Verhalten wird den Radfahrern im Falle eines Unfalls immer wieder zum Verhängnis. Es gilt als eine der Hauptunfallursachen im Zusammenhang mit Radfahrern. In der jüngsten Vergangenheit kam es aufgrund der falschen Benutzung der Radwege immer häufiger sogar zu schweren Unfällen, bei welchen die so entgegenkommenden Radler schwer verletzt wurden. Auch die Autofahrer nehmen einen Radfahrer, welcher den Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung nutzt meist zu spät oder gar nicht wahr.


Während des Einsatzes erfolgten auch Fahndungskontrollen nach gestohlenen Fahrrädern. In vier Fällen wurden die Beamten fündig, die Ermittlungen dazu dauern an.

Die Bilanz des Einsatzes, als eine Präventivmaßnahme geplant, war seitens der Polizei allerding erschreckend. Bei insgesamt 68 Mängelmeldungen war demnach jedes 4 Fahrrad nicht verkehrstüchtig im Sinne der StVZO. Die 35 Verwarngelder hätten auch nicht sein müssen. Aber wer, wenn die Polizei Kontrollen durchführt und gut sichtbar an einem Kreisverkehr steht, diesen trotzdem entgegen den Vorschriften benutzt, der … Der dreisteste der Radler fuhr entgegen der Fahrtrichtung und telefonierte dabei. Als er gestoppt werden sollte, fuhr er den Polizisten fast um, da er nicht bremsen konnte oder wollte.


Trotz dieser deutlichen Worte, war der Kontrolltag natürlich auch präventiv ein Erfolg. Im August ist ein erneuter Kontrolltag in Planung.

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Kommentare: 3
  • #1

    grisu (Freitag, 26 Juni 2015 16:59)

    ja das ist ja gut aber Polizei in Schutzwesten ist das nötig,ach ja die Radfahrer sind ja so gefährlich hab ich ja Vergessen.

  • #2

    Tina aus Bernburg (Sonntag, 28 Juni 2015 17:16)

    Ohne Frage, Fahrradkontrollen sind wichtig denn wenn ein Rad nicht vorschriftsmäßig ausgestattet ist sind Radfahrer sehr gefährdet auf unseren Straßen und wenn dies ein Radfahrer missachtet bin ich auch dafür ein Verwarngeld zu erheben.
    Aber die Bilanz von 35 Radfahrern die am Louis-Braille-Platz in falscher Fahrrichtung fuhren (da sie den Kreisverkehr entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befuhren) regte mich zum Nachdenken an.

    Und ich muss sagen, dass auch ich an diesem Tag ein Verwarngeld erhalten hätte, denn mal angenommen ich wäre aus der "Kleine Hallesche Straße" gekommen und wolle in die Roschwitzer Straße dann hätte auch ich den Radweg entgegen der Fahrtrichtung des Kreisverkehrs genommen.

    Sicher ist einem Teil der Radfahrer gar nicht bewusst gewesen, eine falsche Fahrrichtung genommen zu haben.
    Natürlich gibt es auch für Radfahrer einen amtlichen Bußgeldkatalog. Außerdem wird ab 60 Euro Bußgeld mindestens ein Punkt im Kraftfahrt-Zentralregister in Flensburg eingetragen.

    Ich gehe mal davon aus, dass das den meisten Radfahrern nicht bekannt ist.

    Man geht in diesem Fall davon aus, dass jeder Radfahrer sich in der Straßenverkehrsordnung auskennt, aber das glaube ich nicht.
    Bevor für Radfahrer Verwarn- und Bußgeldbescheide erstellt werden, sollte man sich mal darüber Gedanken machen die Radfahrer zu schulen und einen Befähigungsnachweis zum Führen eines Rades aushändigen, denn es ist nicht davon auszugehen, dass jeder Radfahrer auch im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.

    Und noch eins, wenn es am Louis-Braille-Platz zu vermehrt schweren Unfällen kommt, so ist es in meinen Augen, nicht nur den Radfahrern die in falscher Fahrrichtung zum Kreisverkehr den Radweg benutzen anzulasten.

    Für die Autofahrer, die in bzw. aus dem Kreisverkehr fahren, sind die Fuß- und Radwege zu dicht am Kreisel angelegt. Hätte man sie etwas weiter vom Kreisverkehr entfernt angelegt, wäre es für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlicher und somit auch sicherer.

    Was ich mir wünschen würde, wär etwas mehr gegenseitige Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern und auch Verständnis der Polizei, denn wenn 35 Radfahrer einen Radweg falsch nutzen ist dies ein Indiz dafür, dass über die Benutzung der Radwege nicht genug informiert wurde.



  • #3

    Benno Pu (Sonntag, 05 Juli 2015 21:50)

    Leider ist das Vergessen und das Ignorieren von Regel sehr verbreitet.
    In der Grundschule, in der 4. Klasse, wird ausführlich bis zur Fahrradprüfung das Verhalten im Straßenverkehr und das verkehrssichere Fahrrad gelehrt.
    UND sich weiter zu informieren ist doch Heutzutage kein Problem.
    Man muss es nur wollen!