Bienenseuche AFB in Könnern ausgebrochen

In der Stadt Könnern ist am Montag, den 20.07.2015 in einem Bienenbestand die Amerikanische Faulbrut (AFB) amtlich festgestellt. Gemäß §10 der Bienenseuchenverordnung hat die zuständige Behörde nach amtlicher Feststellung von AFB ein Sperrgebiet um den betroffenen Ausbruchsbestand mit einem Radius von einem Kilometer festgelegt. Bei der Festlegung des  Sperrbezirkes wurden die bisherigen Ergebnisse durchgeführter epidemiologischer Untersuchungen, Strukturen des Handels und der örtlichen Bienenhaltung berücksichtigt.


Gemäß §10 der Bienenseuchenverordnung werden nachstehende Maßnahmen bekannt gegeben und verfügt. Sperrgebiet ist die Stadt Könnern ohne Ortsteile, Bienenhalter im Sperrbezirk haben der zuständigen Behörde unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Völker und Angabe ihres Standortes anzuzeigen. Alle Bienenvölker und Bienenstände Sperrbezirk sind unverzüglich auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich zu untersuchen, diese Untersuchung ist frühestens zwei, spätestens neun Monate nach Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenbestandes zu wiederholen.

Bewege Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs., Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen oder benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden.

 

Jede unerkannt gebliebene, infizierte Larve trocknet ein (Faulbrutschorf) und enthält nach vollständiger Zersetzung bis zu 2,5 Milliarden neuer Sporen. Zusammenbrechende Bienenvölker werden von Bienen anderer Völker ausgeräubert, wodurch sich die Sporen in deren Völker verteilen.

 

Bekämpfung

Bei einem AFB-Ausbruch droht durch Verflug und Räuberei die Infizierung eines weiten Gebiets. Daher ist sie in Deutschland und einigen anderen Ländern eine anzeigepflichtige Tierseuche. Nach der amtlichen Feststellung der Krankheit durch das zuständige Veterinäramt wird ein Faulbrut-Sperrbezirk mit mindestens einem Kilometer Radius um den betroffenen Bienenstand eingerichtet. Eine Belastung seiner Bienenvölker mit AFB-Sporen kann der Imker jährlich durch Futterkranzproben bestimmen lassen. Der Nachweis von Sporen in den Proben bedeutet aber nicht, dass die AFB auch schon ausgebrochen ist. Erst wenn auch ein klinischer Befund besteht (schleimiger Zelleninhalt, Streichholzprobe positiv), sind Maßnahmen zu ergreifen. Eine AFB-Sanierung bedeutete früher meist die Vernichtung aller Völker auf dem Stand durch Abschwefeln (Abtöten der Bienen) und Verbrennen des Materials. Heute wird, wenn die Ausbreitungstendenz begrenzt ist und der Imker die entsprechenden Möglichkeiten hat, auf Kunstschwarmverfahren und Beutendesinfektion gesetzt. Auch Kunststoffbeuten können effektiv desinfiziert werden. Allerdings muss auch weiterhin jegliches schon einmal bebrütetes Wabenmaterial aus den befallenen Völkern vernichtet, oder zumindest einem wachsverarbeitenden Betrieb als sogenanntes Seuchenwachs angeliefert werden. Durch einen Einschmelzvorgang mit festgelegten Parametern (Temperatur, Druck und Dauer) werden dort alle enthaltenen Sporen abgetötet.

 

Weltweit wird die AFB auch mit Antibiotika bekämpft. Das Mittel hat jedoch den gravierenden Nachteil, dass die Erreger nur in der aktiven Wachstumsphase abgetötet werden, nicht aber die Endosporen als eine Dauerform. Die Endosporen sind im eingetrockneten „Faulbrutschorf“ millionenfach in jeder der befallenen Brutwabenzellen vorhanden und können mehr als fünfzig Jahre überdauern. Bei unzureichenden begleitenden Hygienemaßnahmen kann es dann immer wieder zum Ausbruch der Krankheit kommen.

 

Die Endosporen werden auch über den weltweiten Honighandel verbreitet. Diese können dann durch Räuberei aus ungespülten Honiggläsern und Honiggläsern mit Restinhalt im Glascontainer in die Völker gelangen, so dass schon Glascontainer mit Honiggläsern bis zur Leerung mit Löschschaum gefüllt werden mussten.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Faulbrut

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Kommentare: 2
  • #1

    sciana jürgen (Mittwoch, 22 Juli 2015 19:40)

    seid gestern haben wir auch bienen jede menge untern dach kann das ein verflug sein ? wir wohnen nicht weit von könnern -Alsleben und das müssen viele sein

  • #2

    Bandlow (Donnerstag, 23 Juli 2015 09:40)

    Das könnte ein BienenSchwarm sein. Muß nichts mit der Faulbrut zu tun haben.