Bundeswirtschaftsminister Gabriel zu Besuch in Schönebeck

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel war heute im Rahmen seiner Sommerreise durch die ostdeutschen Bundesländer zu Gast bei ThyssenKrupp in Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Während seines Besuchs konnte er sich ein Bild über die hochautomatisierten Produktionsprozesse, die Innovationskraft und den Ausbildungsstandard des Automobilzulieferbetriebes machen. ThyssenKrupp produziert am Standort Schönebeck Lenkungskomponenten für die internationale Automobilindustrie. Thematischer Schwerpunkt der Pressereise war das Thema „Industrie 4.0“. Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie: „Die Digitalisierung unserer Wirtschaft findet nicht nur in Forschungseinrichtungen oder Startup-Unternehmen statt. Sie hat längst auch die Industriebetriebe erreicht. Fast 40 Prozent der deutschen Industrieunternehmen haben seit Anfang 2013 Produkt- oder Prozessinnovationen realisiert oder neue Geschäftsmodelle eingeführt, für die der Einsatz von Informationsund Kommunikationstechnologien wesentlich war. 


Gerade die Automobilindustrie und ihre Zulieferer haben erkannt, dass sich durch die immer stärkere Vernetzung Wertschöpfungsprozesse verändern, sich neue Lieferbeziehungen ergeben und neue Geschäftsmodelle auftun. Wir unterstützen unsere Wirtschaft dabei, die Potenziale dieser digitalen Revolution auszuschöpfen, um Wohlstand und Lebensqualität für alle zu steigern.“

 

ThyssenKrupp stellt derzeit die Weichen für eine flächendeckende Digitalisierung der Produktionsprozesse. Konzernweit werden aktuell die Prozesslandschaft standardisiert und global eine einheitliche und leistungsfähigen IT-Infrastruktur mit eigenen Rechenzentren aufgebaut. Voraussetzung für eine gezielte Digitalisierung der Wertschöpfungsstufen ist das Sammeln, Speichern und Weiterverarbeiten von großen Datenmengen aus dem Produktionsprozess. Das Werk in Schönebeck gehört zu einem Produktionsverbund von insgesamt drei Standorten, an denen ThyssenKrupp werksübergreifend eine sogenannte „Big Data“ Analyse durchführt. Dabei werden über 200 Messparameter aus der Produktion und Montage der Lenkungssysteme permanent aufgezeichnet und in einem einheitlichen Datenformat gespeichert. Anschließend sortiert und analysiert spezielle Software den riesigen Datenberg, um daraus bisher unbekannte Rückschlüsse auf das Zusammenspiel und die Auswirkungen der verschiedenen Prozessschritte zu ziehen.

 

"Auf Basis dieser Informationen wollen wir Vorhersagemodelle schaffen, mit deren Hilfe wir bereits in der Fertigungsplanung auf mögliche Fehlerquellen während der Produktion hingewiesen werden. So verbessern wir unsere Qualitätsstandards und erhöhen die Produktivität in unseren Werken weiter“, erklärt Patrick Vith, COO des Lenkungsgeschäfts von ThyssenKrupp. 



Lenksysteme gehören zu den komplexesten Bauteilen in einem Automobil. Die von ThyssenKrupp entwickelten elektrisch unterstützten Lenkungen sind energieeffizienter als konventionelle hydraulische Lenksysteme. Sie ermöglichen je nach Fahrzeug Kraftstoffeinsparungen von bis zu einem halben Liter pro hundert gefahrenen Kilometern. Zudem sind sie eine technologische Voraussetzung für viele Fahrerassistenzsysteme, wie zum Beispiel automatisiertes Parken, Spurerkennung und teil- bzw. vollständig automatisiertes Fahren. Die Lenkungsspezialisten von ThyssenKrupp erforschen derzeit Anwendungsfelder des autonomen Fahrens. So wurde in diesem Jahr mit Kooperationspartnern ein vollständig selbstfahrendes Auto mit ThyssenKrupp Lenkungstechnologie und -software erfolgreich getestet. Zudem hat das Unternehmen ein sogenanntes „Steer-by-Wire“ System entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Lenkung ohne durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern. Die Lenkbefehle werden ausschließlich elektrisch übertragen. Solche Systeme werden zukünftig viele neue Lenk- und Assistenzfunktionen im Auto ermöglichen.

 

Der Standort Schönebeck gehört zu einem Produktionsnetzwerk zur Herstellung von Lenkungen. Rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren dort Lenkungskomponenten, die zu Baugruppen vormontiert werden, bevor sie in weiteren Werken des Unternehmens in Deutschland und Frankreich zu Lenksystemen zusammengebaut werden. Im Rahmen des Besuches nahmen Bundesminister Gabriel und Oliver Burkhard, Personalvorstand von ThyssenKrupp, eine neue Lehrwerkstatt des Unternehmens in Betrieb. Im Werk in Schönebeck absolvieren pro Jahr rund 30 Jugendliche eine Ausbildung in kaufmännischen und gewerblichtechnischen Berufen.

 

ThyssenKrupp ist einer der weltweit größten Hersteller von Lenksäulen und Lenksystemen. Das Produktionsspektrum reicht von der Fertigung von Bauteilen aus der Massivumformung bis hin zu vollständigen mechanischen, hydraulischen und elektrischen Lenksystemen. ThyssenKrupp betreibt im Lenkungssegment weltweit 16 Fertigungs- und Entwicklungsstandorte in Deutschland, Frankreich, Liechtenstein, der Schweiz, Ungarn, Polen, Mexiko, Brasilien, China und den USA. Insgesamt beschäftigt ThyssenKrupp im Lenkungsgeschäft derzeit rund 6.500 Mitarbeiter

 

ThyssenKrupp in der Automobilindustrie

 

ThyssenKrupp ist weltweit einer der führenden Werkstoff- und Komponentenzulieferer für die Automobilindustrie. In neun von zehn Pkw der Premiumklasse sind Komponenten des Unternehmens verbaut. In jedem dritten Lkw befinden sich Antriebskomponenten von ThyssenKrupp. Der Umsatz, den ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2013/2014 im Automobilsektor erzielt hat, liegt bei rund 9,5 Milliarden Euro. Zu den Kunden zählen nahezu alle großen Automobilhersteller.

 

ThyssenKrupp Business Area Components Technology

 

ThyssenKrupp produziert mit rund 29.000 Mitarbeitern weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilsektor reicht die Produktpalette von gebauten Nockenwellen und Zylinderkopfmodulen mit integrierten Nockenwellen über Kurbelwellen, Lenkungs- und Dämpfersystemen bis hin zu Federn und Stabilisatoren sowie der Montage von Achsmodulen. Im Industriebereich liefert ThyssenKrupp Komponenten für Baumaschinen, Windkraftanlagen und zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Die Business Area Components Technology erreichte im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz in Höhe von 6,2 Milliarden Euro.

 

ThyssenKrupp in den ostdeutschen Bundesländern

 

In den neuen Bundesländern beschäftigt ThyssenKrupp derzeit knapp 3.200 Mitarbeiter an 22 Standorten, darunter rund 2.000 im Automobilsektor. Mit rund 900 Mitarbeitern ist Ilsenburg im Harz der größte Standort, an dem Motorenkomponenten gefertigt werden, gefolgt von Schönebeck. In Ostdeutschland konzentriert ThyssenKrupp auch wichtige Teile seiner Innovationsaktivitäten. So entwickelt ThyssenKrupp in einem Technikum in Leuna innovative Verfahren zur Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe, ein TechCenter bei Dresden sucht nach neuen Anwendungen für karbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) z.B. im Automobil- oder Flugzeugbau. 

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Kommentare: 2
  • #1

    metaller (Mittwoch, 26 August 2015 11:07)

    war dar selber mal... beim außenwirbeln. ziemlich unfreundliche bude, die gerne zeitarbeiter einstellt (so wie mich damals...) und diese dann wie den letzten dreck behandelt. (gerade von den festangestellten).
    und wenn man die schnauze voll hat - werden einfach neue lohnsklaven rangeschafft...
    war das auch ein thema für den herrn wirtschaftsminister?! sicherlich nicht.
    und außerdem - thyssen ist doch eh schon fast tot, schreiben doch nur noch rote zahlen. gibt bessere buden, ifa zb.
    schade, dass die sich nicht in schönebeck ansiedeln. aber wird ja auch nichts (oder noch weniger...) seitens der stadt für sowas getan.
    genug facharbeiter (zerspaner) haben wir.
    lächerlich, wie das wieder von denen da "oben" präsentiert wurde. und noch schlimmer diese grinsebacke von knobloch. ist ja fast so schlimm wie die raute (merkel...) in
    duisburg oder jetzt heidenau.

  • #2

    Maschinenbediener (Mittwoch, 26 August 2015 18:37)

    Kann ich ein lied singen 3 Jahre da Alles schön wenn ein hampel kommt aber in Wirklichkeit schaut es anders aus soll doch mal unverhofft rein platzen haha kann nur sagen wer das geld nicht so gut da Würden einige schon weg sein Aber man kann auch Ohne Abschluss zum coach Werden was positives