Erfolgreiche Landeskonferenz „Engagiert für Flüchtlinge“ in Halle

230 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende nutzten die heutige Landeskonferenz „Engagiert für Flüchtlinge – Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt“, um sich über gelingende Engagementförderung für und mit Geflüchteten zu informieren. Integrationsminister Norbert Bischoff bedankte sich eingangs bei den in der Migrationsarbeit ehrenamtlich Engagierten.


Er nannte es „wohltuend“ zu erleben, wie sich ehrenamtliche Initiativen um ins Land kommende Geflüchtete kümmern und Begegnungsmöglichkeiten zwischen einheimischer Bevölkerung und Flüchtlingen schaffen. Der Minister sagte: „Solidarität und Hilfe aus der Mitte der Gesellschaft ist wichtig. Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden kann nur gelingen, wenn sie von den Menschen hier im Land mit offenen Armen willkommen geheißen werden. Willkommenskultur muss gelebt werden.“

 

Die Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck verwies darauf, dass das Land inzwischen viele Möglichkeiten eröffnet hat, um ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Mit einem Engagementfonds können Kosten des Ehrenamts erstattet werden, Bildungspaten, Kultur- und Sprachmittler aus den Migrantenorganisationen werden gefördert und Anlaufstellen für Ehrenamtliche aufgebaut. Die Beauftragte sagte: „Die Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement in der Flüchtlingshilfe darf keine Eintagsfliege bleiben. Flüchtlinge werden professionell aufgenommen, betreut und beraten. Das ehrenamtliche Engagement ist aber darüber hinaus unersetzlich, wenn es um Alltagsorientierung, Bildungsbegleitung und die Teilhabe am lokalen Leben geht.“

 

Im Rahmen einer Ausstellung während der Konferenz stellten sich 14 Initiativen aus allen Landkreisen und kreisfreien Städten als gelungene Beispiele für eine vielfältige Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt vor. Jan Greiner, Leiter der Netzwerkstelle „Engagierte Nachbarschaft - Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt“, äußerte sich erfreut über das beeindruckende Ehrenamt der vielen Initiativen vor Ort, von denen mehr als 75 über den landesweiten Engagementfonds unterstützt werden. Ob Schüler, die regelmäßig Geflüchtete einer Gemeinschaftsunterkunft besuchen oder Senioren, die Familien beim Spracherwerb unterstützen sowie Menschen, die den neuen Bewohnern die städtische Kultur näher bringen, alle leisten ihren Beitrag zur Willkommenskultur.

 

„Mit der Landeskonferenz wollen wir die Erfahrungen reflektieren und gute Ideen multiplizieren“, nennt Olaf Ebert, Vorsitzender der LAGFA Sachsen-Anhalt, die Tagungsziele. Gleichzeitig werden Strategien und Handlungsempfehlungen zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz diskutiert. „Wichtig ist, dass die ehrenamtlichen Angebote die professionellen Hilfen ergänzen“, hebt Ebert hervor. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen werde überall dort erreicht, wo es professionelle Koordinations- und Unterstützungsstrukturen für Ehrenamtliche gibt.

 

Aus Sicht der LAGFA sei es wichtig zu betonen, dass ehrenamtliches Engagement unentgeltlich ist. Dennoch müssen Aufwendungen wie Fahrkosten erstattet und Qualifizierungen angeboten werden. Außerdem sollte es Möglichkeiten zum Austausch geben, denn die Ehrenamtlichen müssen auf die teilweise traumatischen Erfahrungen der Geflüchteten angemessen reagieren können.

 

In vier Arbeitsgruppen sowie an acht Thementischen konnten die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam neue Ideen entwickeln. „Die durchweg positive Resonanz auf diese Tagung bestärkt uns nicht nur in der bisherigen Arbeit sondern macht Mut für die noch kommenden Herausforderungen“, meint Ebert abschließend.

 

„Unser Dank gilt allen Engagierten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Ankommenskultur in Sachsen-Anhalt“ sagt Mamad Mohamad, Sprecher des Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, zusammenfassend. Insbesondere die aktiven Migrantenorganisationen bieten ankommenden Geflüchteten ein vertrautes kulturelles Umfeld und können in schwierigen Lebenslagen eine unkomplizierte und schnelle „erste Hilfe“ leisten. Um eine gelingende Willkommens- und Integrationskultur erfolgreich zu gestalten, braucht es alle Akteure der Gesellschaft, so das Resümee aller Veranstalter und Teilnehmenden.

 

Förderer: Die Landeskonferenz „Engagiert für Flüchtlinge – Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt“ ist eine gemeinsame Initiative der Integrationsbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt, des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Sachsen-Anhalt (LAGFA).

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung, dem Ministerium für Arbeit und Soziales, der Stadt Halle und der Freiwilligen-Agentur Halle statt und wird unterstützt vom BMFSFJ aus dem Programm „Demokratie leben“.

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