Fraunhofer PAZ feiert 10-jähriges Bestehen

(Foto:  Prof. Bartke (rechts), Leiter des Fraunhofer PAZ, führt durch das Synthesetechnikum der Pilotanlage. © Fraunhofer IWM, Foto: Markus Scholz
(Foto: Prof. Bartke (rechts), Leiter des Fraunhofer PAZ, führt durch das Synthesetechnikum der Pilotanlage. © Fraunhofer IWM, Foto: Markus Scholz

Schkopau/ValuePark®. In einem Festakt zum zehnten Jubiläum haben Politik und Wirtschaft das Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum PAZ als eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte gewürdigt. Seit 2005 hat sich die gemeinsame Einrichtung der Fraunhofer-Institute für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm und für Werkstoffmechanik IWM in Halle zu einer europaweit einzigartigen Forschungseinrichtung auf den Gebieten der Polymersynthese und der Polymerverarbeitung im industrienahen Maßstab entwickelt.

 

Zur Jubiläumsfeier des Fraunhofer-Pilotanlagenzentrums für Polymersynthese und -verarbeitung PAZ im ValuePark® Schkopau gratulierten unter anderem Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, und Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Mehr als 140 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung nahmen an der Veranstaltung teil.

 

(v.l.: Prof. Dr. Alfred Gossner - Vorstand Fraunhofer-Gesellschaft  | Dr. Reiner Haseloff - Ministerpräsident Sachsen-Anhalt | Prof. Dr. Johanna Wanka - Bundesministerin für Bildung und Forschung | Frank Bannert -  Landrat des Saalekreises | Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn - Leiter Fraunhofer IWM | Prof. Dr. Alexander Böker - Leiter Fraunhofer IAP | Prof. Dr.-Ing. Michael Bartke - Leiter Fraunhofer PAZ)


Bundesministerin Wanka lobte das Fraunhofer PAZ als eine Einrichtung, auf die alle Beteiligten sehr stolz sein können: »Wenn man die Liste der Industrieunternehmen aus der Region oder von weiter her sieht, die mit dem Pilotanlagenzentrum zusammen arbeiten, dann ist ganz deutlich, dass es eine unverzichtbare Anlage ist. Hier zeigt sich, was strategische Investitionen wert sind und wie nützlich sie sind.«


Haseloff würdigte die erfolgreiche Entwicklung des PAZ in seiner Rede: »Das Fraunhofer PAZ ist einer der Leuchttürme der Industrieforschung in den neuen Ländern. In Forschungszentren wie diesem wird die Zukunft unseres Landes mitgestaltet. Wir haben in Sachsen-Anhalt eine leistungsfähige unternehmensnahe Forschungsinfrastruktur aufgebaut. Solche Rahmenbedingungen stärken unseren Investitionsstandort.«

 

Die Wissenschaftler am Fraunhofer PAZ betreiben angewandte Forschung für regionale, nationale und internationale Industriekunden. Im Pilotmaßstab entwickeln sie beispielsweise Synthesekautschuke für Fahrzeugreifen der neusten Generation, Leichtbau-Komponenten für die Autoindustrie oder energieeffiziente Prozesse für die Kunststoffbranche. Einzigartig in Europa ist dabei die Möglichkeit, Syntheseverfahren und Polymerverarbeitung vom Labormaßstab bis zur Serienreife zu entwickeln und zu optimieren.

 

Vor zehn Jahren arbeiteten 13 Mitarbeiter im PAZ, das am 22. Juni 2005 eröffnet wurde. Heute zählt die Belegschaft knapp dreimal so viele Angestellte. In den nächsten Jahren soll sie um weitere 18 Mitarbeiter wachsen. Prof. Dr. Michael Bartke, Leiter des Fraunhofer PAZ, bekräftigt die Wachstumsziele der Einrichtung: »Mit unserer technischen Ausstattung und der Bündelung der Kompetenzen zweier Fraunhofer-Institute verfügen wir über ein Alleinstellungsmerkmal am Forschungs- und Entwicklungsmarkt. Bei Zukunftsthemen wie maßgeschneiderten Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen, energieeffizienten Verfahren und Leichtbau möchten wir auch regionale und regional agierende Unternehmen künftig noch stärker einbinden, um sie mit Spitzentechnologie auszustatten und gemeinsam nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.«

 

Im Rahmen der »Regionalen Innovationsstrategie« der Landesregierung Sachsen-Anhalts soll die Anlage bis 2018 weiter ausgebaut werden. Mittel für die bauliche und apparative Erweiterung in Höhe von 15 Millionen Euro wurden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE beantragt. »Dieser Betrag ist ein Indiz dafür, dass man den Stellenwert von Forschung und Entwicklung erkannt hat«, so Wanka.

 

Über das Fraunhofer PAZ

 

Seit 2005 werden im Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und - verarbeitung PAZ in Schkopau neue Polymer-Produkte und innovative Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt – vom Monomer über die Polymersynthese und Kunststoffverarbeitung im Pilotmaßstab bis hin zum geprüften Bauteil nach Maß. In dieser Kombination und Größenordnung ist das Fraunhofer PAZ einmalig in Europa. Im Auftrag von Kunden etwa aus der Kunststoff- oder Automobilindustrie werden auf einer Technikums- und Laborfläche von derzeit rund 1700 Quadratmetern unterschiedlichste Polymersynthese- und Verarbeitungsverfahren maßgeschneidert bis in den industrienahen Maßstab umgesetzt.

 

Das Fraunhofer PAZ ist eine gemeinsame Initiative der Fraunhofer-Institute für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm und für Werkstoffmechanik IWM in Halle. Unter der Leitung von Prof. Michael Bartke (IAP) bündeln beide Einrichtungen ihre Kompetenzen in der Polymersynthese (IAP) und Polymerverarbeitung (IWM) in einzigartiger Weise. Diese Zusammenarbeit, die technischen Möglichkeiten im Pilotmaßstab sowie die hohe Flexibilität der Anlagen sind Alleinstellungsmerkmale am FuE-Markt.

 

Das Pilotanlagenzentrum ist als Mieter in das mitz II integriert. Der ebenfalls 2005 eröffnete Erweiterungsbau des Merseburger Innovations- und Technologiezentrums mitz GmbH, wurde zu 90 Prozent durch das Land Sachsen-Anhalt / EU finanziert. Die Mittel für die apparative Erstausstattung und die Anlagen des PAZ in Höhe von rund 19 Millionen Euro stammen zu 84 Prozent aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE.

 

www.polymer-pilotanlagen.de

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